Sinner meistert Kraftakt: Südtiroler zieht nach Dreistunden-Schlacht ins US-Open-Achtelfinale

Jannik Sinner hat sich bei den US Open mit einem beeindruckenden Comeback ins Achtelfinale gekämpft. Der Südtiroler benötigte über drei Stunden Spielzeit, um den kanadischen Herausforderer Denis Shapovalov mit 5:7, 6:4, 6:3, 6:3 zu bezwingen.
Vor knapp 24.000 Zuschauern im Arthur Ashe Stadium zeigte der Italiener Nervenstärke, nachdem er zunächst chancenlos wirkte. Der erste Satzverlust im Turnierverlauf und ein 0:3-Rückstand im dritten Durchgang sahen nach einer klaren Ansage aus. Doch dann zog Sinner die Zügel an und holte neun Games in Folge - der Grundstein für einen spektakulären Turnaround.
Mentaler Sieg nach schwierigem Start
"Es war ein sehr, sehr hartes Match", gestand Sinner im Platzinterview. "Ich habe gewonnen, dass ich gegen ihn auf einem hohen Level spielen muss." Seine Strategie: mental immer in der Partie bleiben, auch wenn die Dinge zunächst gegen ihn liefen. Diese Einstellung zahlte sich aus und bescherte ihm den Sieg.
Mit diesem Erfolg bleibt Sinner in seinem 24. Grand-Slam-Match auf Hartplatz in Serie ungeschlagen. Eine beeindruckende Serie, die seinen Status als einer der Top-Favoriten im Turnier unterstreicht.
Nächste Herausforderung wartet bereits
Im Achtelfinale erwartet den Südtiroler eine weitere harte Prüfung. Entweder trifft er auf den als Nummer 14 gesetzten US-Amerikaner Tommy Paul oder den auf Position 23 eingestuften Kasachen Alexander Bublik. Besonders letzterer könnte eine gefährliche Hürde werden - er ist neben Carlos Alcaraz der einzige Spieler, der Sinner in dieser Saison besiegen konnte.
Die Statistik spricht dennoch klar für den Italiener: Nur vier seiner 38 Partien in dieser Saison hat er verloren. Eine Bilanz, die Respekt einflößt.
Nebenplatz: Gauff souverän, Osaka zurück
Bei den Damen zeigte Coco Gauff (USA-3) keine Schwächen gegen Magdalena Frech (POL-28) und gewann mit 6:3, 6:1. Naomi Osaka setzte sich in drei Sätzen gegen die etwas besser eingestufte Australierin Daria Kasatkina durch (6:0, 4:6, 6:3).
Aus österreichischer Sicht sorgte Lucas Miedler für positive Nachrichten. Gemeinsam mit Francisco Cabral zog er nach einem 7:6(6), 6:4-Erfolg gegen Nicolas Barrientos und Nathaniel Lammons in die zweite Doppel-Runde ein.
Sinners Weg bei den US Open geht also weiter - und nach diesem Beweis von Charakterstärke wird ihm so schnell wohl niemand mehr unterschätzen.