Das neue Jahr beginnt für Silber turbulent. Nach einem historischen Anstieg von 147% im Vorjahr kämpft das Edelmetall mit massiven Gewinnmitnahmen. Am 28. Dezember markierte Silber noch ein Allzeithoch bei 84 US-Dollar – nur Tage später brach der Preis zeitweise um über 10% ein. Jetzt steht die Frage im Raum: War das der Höhepunkt oder nur eine Verschnaufpause in einem strukturell unterversorgten Markt?

Die Fakten im Überblick:
- Silber startete 2025 bei 30 US-Dollar, beendete das Jahr bei 72 US-Dollar
- Stärkster Jahresgewinn seit 1979
- Allzeithoch von 84 US-Dollar am 28. Dezember
- Aktueller Handel um 72 US-Dollar nach Korrektur
- China verschärft Exportkontrollen ab Januar 2026

Margin-Erhöhung löst Abverkauf aus

Der Einbruch am 29. Dezember hatte einen konkreten Auslöser: Die CME Group erhöhte die Margin-Anforderungen um 3.000 US-Dollar auf etwa 25.000 US-Dollar pro Kontrakt. Diese Maßnahme zwang spekulativ positionierte Händler zur Liquidierung. In dünnen Feiertagsmärkten verstärkte sich der Effekt dramatisch.

Technische Warnsignale waren bereits vorangegangen. Der 14-Tage-RSI verharrte wochenlang deutlich über 70 – ein Indikator für überhitzte Bedingungen.

China dreht Versorgungshahn weiter zu

Ab Januar gilt in China ein verschärftes Lizenzsystem für Silberexporte. Nur Unternehmen mit mindestens 80 Tonnen Jahresproduktion und erheblichen Kreditlinien erhalten Genehmigungen. Hunderte kleinere Exporteure fallen damit weg.

Das verschärft einen ohnehin angespannten Markt. China kontrolliert 60-70% der weltweiten Silberverarbeitung. Gleichzeitig sind die COMEX-Bestände seit 2020 um 70% gefallen. Auch London und Shanghai melden historisch niedrige Lagerbestände.

Das Resultat: Silber notierte zeitweise in Backwardation – Spot-Preise lagen über Futures-Preisen. Ein seltenes Signal für akute physische Knappheit.

Sollten Anleger Gewinne mitnehmen? Oder startet bei Silber Preis gerade der nächste Boom?

Index-Rebalancing als Belastungsfaktor

TD Securities warnt vor einem weiteren Gegenwind. Silber-Futures machen derzeit 9% des Bloomberg Commodities Index aus, das Zielgewicht für 2026 liegt unter 4%. In den kommenden zwei Wochen müssen etwa 13% des gesamten Open Interest verkauft werden – über 5 Milliarden US-Dollar.

Diese technischen Verkäufe könnten den Preis kurzfristig unter Druck setzen, unabhängig von den fundamentalen Rahmenbedingungen.

Industrienachfrage bleibt robust

Über 50% der Silbernachfrage stammt aus industriellen Anwendungen. Solarpanels benötigen etwa 20 Gramm pro Einheit, Elektrofahrzeuge bis zu 2 Unzen. China allein verbraucht mehr als die Hälfte des weltweiten Industriesilbers.

Die Kombination aus steigender Nachfrage und sinkenden Lagerbeständen führte zum fünften Jahr in Folge zu strukturellen Angebotsdefiziten. Die US-Regierung stufte Silber als kritisches Mineral ein – eine Anerkennung seiner strategischen Bedeutung.

Fed-Politik unterstützt Edelmetalle

Die Märkte erwarten mindestens zwei Zinssenkungen um je 25 Basispunkte in 2026. Die Federal Reserve senkte bereits im Dezember zum dritten Mal in Folge und signalisierte die Wiederaufnahme von Treasury-Käufen. Niedrigere Zinsen erhöhen die Attraktivität renditeloser Anlagen wie Edelmetalle.

Geopolitische Spannungen liefern zusätzlichen Rückenwind. Die anhaltenden Konflikte in der Ukraine, im Iran und Gaza treiben Investoren in sichere Häfen.

Technischer Ausblick

Nach dem Rücksetzer vom Allzeithoch konsolidiert Silber zwischen 71 und 80 US-Dollar. Die lokale Unterstützung bei 72 US-Dollar hält bislang. Ein Bruch könnte den Preis in Richtung 60 US-Dollar drücken, wo der 50-Tage-Durchschnitt als substanzielle Unterstützung wartet. Der übergeordnete Aufwärtstrend seit August bliebe selbst dann intakt.

Die kommenden zwei Wochen werden entscheidend: Übersteht Silber das Index-Rebalancing, könnten die strukturellen Fundamentaldaten wieder in den Vordergrund rücken. Bei anhaltenden Angebotsdefiziten und robuster Industrienachfrage bleibt das mittelfristige Bild konstruktiv.

Silber Preis: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber Preis-Analyse vom 04. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Silber Preis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber Preis-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Silber Preis: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...