Volle Auftragsbücher, aber fallende Kurse: Eigentlich liefert der Augsburger Getriebehersteller aktuell operative Erfolgsmeldungen am laufenden Band. Doch ein neuer Millionen-Auftrag der US-Armee und ein wichtiges Rating-Upgrade verpuffen an der Börse wirkungslos. Stattdessen sorgen geopolitische Entspannungssignale und Umschichtungen im Sektor für rote Vorzeichen im Depot.

  • Aktueller Kurs: 56,65 € (Verlust von 1,53 % zum Vortag)
  • Wochenbilanz: Ein Minus von 7,25 % in den letzten 7 Tagen
  • Lichtblick: Tochterfirma Renk America holt 75,5 Mio. Dollar Auftrag
  • Bonität: Moody's hebt Rating auf Ba1 an

Geopolitik drückt auf die Bremse

Verantwortlich für die aktuelle Schwäche ist primär ein verändertes Marktumfeld. US-Präsident Donald Trump leitete überraschend eine Deeskalation im Grönland-Konflikt ein und nahm die Androhung von Strafzöllen gegen europäische Staaten zurück. Was für die Weltwirtschaft eine Erleichterung darstellt, entzieht Rüstungswerten wie Renk die sogenannte Risikoprämie.

Diese geopolitische Wende sorgte für sofortigen Abgabedruck im gesamten Verteidigungssektor. Die Renk-Aktie rutschte in der Folge weiter ab und notiert aktuell bei 56,65 Euro. Damit setzt sich der negative Trend der letzten Woche fort, der den Kurs bereits deutlich unter den 50-Tage-Durchschnitt von 55,55 Euro drückte.

Umschichtung wegen IPO-Welle

Neben der Politik belastet eine technische Marktbereinigung den Kurs. Mit der tschechischen Czechoslovak Group (CSG) und dem deutsch-französischen Panzerbauer KNDS drängen zwei neue Schwergewichte an die Börse. Der Börsengang von CSG an der Euronext Amsterdam steht bereits für den morgigen Freitag, den 23. Januar 2026, an.

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Marktbeobachter werten die aktuellen Kursverluste bei etablierten Werten auch als Resultat von Umschichtungen: Institutionelle Anleger machen Kapital frei, um sich an den Neuemissionen zu beteiligen. Renk gerät hierbei gewissermaßen unter die Räder der wachsenden Konkurrenz um Investorengelder.

Operative Stärke wird ignoriert

Die Diskrepanz zwischen Kursverlauf und operativer Entwicklung könnte kaum größer sein. Ungeachtet der Börsenschwäche meldete die Tochtergesellschaft Renk America einen massiven Erfolg: Ein Fünfjahresvertrag der US-Armee mit einem Volumen von bis zu 75,5 Millionen US-Dollar wurde gesichert. Der Auftrag umfasst die technische Unterstützung für Getriebesysteme in Schlüsselplattformen wie dem Bradley-Schützenpanzer.

Zusätzlich untermauerte die Ratingagentur Moody’s am Dienstag die verbesserte finanzielle Stabilität des Konzerns durch eine Anhebung der Bonitätsnote von Ba2 auf Ba1 mit stabilem Ausblick. Dass der Markt diese fundamental positiven Nachrichten derzeit ausblendet, zeigt, wie stark die externen Faktoren das Sentiment dominieren.

Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den morgigen Freitag. Sollte der CSG-Börsengang erfolgreich über die Bühne gehen und der Verkaufsdruck durch Umschichtungen nachlassen, könnten die starken Fundamentaldaten wieder in den Vordergrund rücken. Vorerst bleibt die Aktie jedoch im Klammergriff der Branchenrotation.

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