Ukraine-Krieg lässt Börsen weltweit abstürzen“ (ZDF.de vom 24.02.2022) … „Crash auf Raten setzt sich fort“ (ManagerMagazin.de vom 12.05.2022)… Nur zwei Überschriften aus den letzten Wochen, die erahnen lassen, dass sich das allgemeine Börsenumfeld seit dem letzten Jahr deutlich eingetrübt hat. Vor allem die hochgelobten und noch vor kurzem gefeierten Wachstumsunternehmen mussten deutliche Verluste verkraften. Viele Anleger sind verunsichert und fragen sich, ob die Anlage in Aktien wirklich attraktiv ist und bleibt.

Die Antwort ist meiner Meinung nach ein klares: Ja - wenn der Anlagehorizont stimmt. Die Frage ist nicht, ob man Aktien kauft, sondern vielmehr welche. Dabei setze ich auf Qualitätsaktien, die sich in der Vergangenheit langfristig als krisenfest gezeigt haben und denen die Inflation wenig anhaben konnte.

Unter Qualitätsaktien verstehe ich Aktien von Unternehmen, die über sehr widerstandsfähige Geschäftsmodelle verfügen, die in unterschiedlichen Konjunkturzyklen funktionieren. Die nicht abhängig von einem bestimmten, vielleicht auch schwankungsanfälligen, kurzfristigen Trend sind und die über ihre Marke, Bekanntheit und über den Nutzen ihrer Produkte eine sehr hohe Kundenbindung haben. Alle diese Faktoren spiegeln sich dann häufig in einer sehr soliden Unternehmensbilanz wider, die es solchen Qualitätsunternehmen erlaubt, auch konjunkturell schlechtere Zeiten gut zu überbrücken bzw. sogar noch gestärkt hervorzugehen.

Die Unternehmen, die man als Qualitätsunternehmen bezeichnet, sind häufig schon lange am Markt präsent und haben sich in dieser Zeit ihre hervorragende Stellung erarbeitet. So kann ein bilanziell gesundes Unternehmen Krisen eher dazu nutzen, Produktionskapazitäten aufrecht zu erhalten, Mitarbeiter weiter zu beschäftigen und vielleicht sogar Mitbewerber, die durch die Krise in Probleme geraten sind, zu übernehmen. So können Marktanteile sogar ausgebaut werden.

Gerade vor Inflation können solche Unternehmen schützen. Sie können, die durch Inflation gestiegenen Produktionskosten finanzieren. Der entscheidende Vorteil liegt meiner Einschätzung darin, dass diese Preissteigerungen durch die Marktmacht, die solche Unternehmen häufig auszeichnet, an den Endkunden einfacher weitergegeben werden können als solche Unternehmen, deren Produkte leicht(er) ersetzbar sind. Als letzten Grund kann man noch einen „weichen Faktor“ nennen. Anleger kaufen in unsicheren Zeiten eher Unternehmen, die sie kennen bzw. deren Geschäftsmodell nachvollziehbar ist. Gerade dann, wenn Kurse fallen, ist es für den Anleger ein gutes Gefühl, wenn ihm die Unternehmen bekannt sind, die im Depot gehalten werden. Der Glaube, dass diese Unternehmen in Zukunft auch wieder bessere Kurse sehen und die Krise überstehen ist größer als bei kleineren Nebenwerten. Daher ist die Volatilität solcher Aktien häufig geringer.

Als ein Beispiel für eine solche Qualitätsaktie eignet sich der weltweit bekannte amerikanische Konsumgüterhersteller Procter & Gamble. Gegründet im Jahre 1837 hat das Unternehmen schon diverse Krisen, Kriege und konjunkturelle Schwankungen überstanden. Procter & Gamble ist ein Paradebeispiel für ein Unternehmen, dessen Produkte in unterschiedlichsten Konjunkturzyklen genutzt und verbraucht werden. Marken wie Gilette, Pampers oder Blend-a Med dürften in vielen Haushalten regelmäßig auf der Einkaufsliste stehen. Und auch wenn diese Produkte durch Inflation o.ä. im Preis steigen, werden sie nicht einfach ersetzt. So konnte Procter & Gamble in den vergangenen zehn Jahren seinen Gewinn pro Aktie kontinuierlich steigern, die Dividende erhöhen und dabei sogar noch im Kurs zulegen.

Anleger sollten in der aktuellen Situation der Kapitalmärkte eine Chance sehen, ihre Depots durch Qualität krisensicher und langfristig erfolgreich aufzustellen.

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Aus dem Börse Express PDF vom 24.06. hier zum Download

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