Procter & Gamble steht vor einem wichtigen Zwischenstopp: Morgen legt der Konsumgüterriese seine Zahlen für das zweite Quartal des Fiskaljahres 2026 vor – erstmals unter dem neuen CEO Shailesh Jejurikar. Im Raum steht ein leichter Ergebnisrückgang, gleichzeitig läuft ein umfangreiches Spar- und Umbauprogramm. Entscheidend wird sein, ob sich in den Zahlen erste Hinweise zeigen, dass diese Neuaufstellung Wirkung entfaltet.

Quartalsausblick: Leichter Gewinnrückgang erwartet

Analysten rechnen für das Q2 mit einem moderaten Dämpfer beim Ergebnis, aber leicht wachsendem Umsatz. Im Detail:

  • Erwartetes EPS: 1,87 US‑Dollar (–0,5 % zum Vorjahr)
  • Erwarteter Umsatz: 22,28 Mrd. US‑Dollar (+1,8 % zum Vorjahr)
  • Q1 GJ 2026: Ergebnisüberraschung mit 1,99 US‑Dollar je Aktie (Konsens: 1,90 US‑Dollar)
  • Track Record: In drei der letzten vier Quartale lag das EPS über den Erwartungen

Auffällig: Die Konsensschätzung für den Gewinn je Aktie hat sich in den vergangenen 30 Tagen nicht bewegt. Das signalisiert, dass der Markt zwar kein drastisches Ereignis erwartet, aber auch keine klaren neuen Impulse sieht. Gerade deshalb könnte die Reaktion auf die tatsächlichen Zahlen deutlich ausfallen – nach oben wie nach unten.

Neuer CEO, alter Druck

Seit 1. Januar 2026 führt Shailesh Jejurikar das Unternehmen, er folgt auf Jon Moeller. Jejurikar kennt Procter & Gamble seit Jahren, zuletzt verantwortete er den globalen Bereich Fabric & Home Care – also starke Marken wie Tide, Ariel, Downy und Swiffer. Dieses Segment steht für rund ein Drittel von Umsatz und Gewinn und gilt als Kern des Konzerns.

Der neue CEO ist selbst stark finanziell engagiert: Sein Anteil am Unternehmen liegt bei rund 14,9 Mio. US‑Dollar, über Aktienoptionen könnte sich dieser Wert auf mehr als 28 Mio. US‑Dollar erhöhen – allerdings nur, wenn die Aktie deutlich steigt. Ein Teil seiner Optionen liegt aktuell „unter Wasser“ und würde erst ab einem Kurs von über 153,18 US‑Dollar ins Geld laufen. Der aktuelle Kurs von 146,63 US‑Dollar bleibt klar darunter, was den Druck erhöht, den Kurs mittelfristig wieder näher an frühere Höchststände zu führen.

Umbauprogramm: Kosten runter, Innovation rauf

Parallel zum Führungswechsel treibt P&G ein bereits Mitte 2025 gestartetes Restrukturierungsprogramm voran. Kern ist ein deutlicher Abbau von Verwaltungskosten: Innerhalb von zwei Jahren sollen 7.000 Büroarbeitsplätze wegfallen. Die freiwerdenden Mittel sollen in Produktinnovationen fließen, um die Wachstumsdynamik im Kerngeschäft wieder zu stärken.

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Der Hintergrund: Im Juli 2025 meldete Procter & Gamble das geringste Umsatzwachstum seit sieben Jahren. Für einen als defensiv geltenden Konsumgüterkonzern ist das ein Warnsignal. Mit dem Sparprogramm versucht das Management, Kostenbasis und Innovationskraft neu auszubalancieren. Die nun anstehenden Quartalszahlen werden ein erster Test, ob sich diese Strategie in einer stabileren Umsatz- und Margenentwicklung widerspiegelt.

Mini-Tender-Angebot: Deutlich unter Marktpreis

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte Anfang Januar ein ungewöhnliches Angebot: Am 14. Januar warnte Procter & Gamble seine Aktionäre vor einer sogenannten Mini-Tender-Offerte des Anbieters Potemkin Limited. Dieser bietet an, bis zu 50.000 Aktien zu je 100 US‑Dollar zu kaufen – rund 31 % unter dem Schlusskurs vom 18. Dezember 2025 von 145,52 US‑Dollar.

Das Unternehmen stellte klar, dass Aktionäre, die auf dieses Angebot eingehen, ihre Anteile weit unter Marktwert abgeben würden. Solche Mini-Tender-Angebote zielen oft auf kleinere Volumina und nutzen teils Unwissenheit oder Intransparenz aus. P&G riet Investoren ausdrücklich zur Zurückhaltung.

Kursentwicklung und Analystenreaktionen

Die Aktie steht trotz der defensiven Branchenposition unter Druck. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Papier rund 5,5 % im Minus. Nach einem Tief bei 118,90 US‑Dollar Anfang Dezember hat sich der Kurs aber deutlich erholt und notiert aktuell bei 146,63 US‑Dollar wieder spürbar über dem 50‑, 100‑ und 200‑Tage-Durchschnitt, was auf eine technisch verbesserte Lage hindeutet.

Einige Kennzahlen aus Marktsicht:

  • Marktkapitalisierung: rund 338–343 Mrd. US‑Dollar
  • KGV (TTM): 21,11
  • Dividendenrendite (forward): etwa 2,89 %
  • Beta: 0,39 (deutlich weniger schwankungsanfällig als der Gesamtmarkt)
  • 1‑Jahres-Kursziel der Analysten (Konsens): 165,50 US‑Dollar

Auf Analystenseite ist der Ton positiv, aber etwas vorsichtiger geworden. UBS bleibt bei „Buy“, hat das Kursziel aber von 176 auf 161 US‑Dollar gesenkt. Raymond James bestätigt „Outperform“, reduziert sein Ziel jedoch von 185 auf 175 US‑Dollar. Die Botschaft: Grundvertrauen in das Geschäftsmodell bleibt, die Erwartungen an das Kurspotenzial werden jedoch leicht zurückgenommen.

Dividende als Stabilitätsanker

Für einkommensorientierte Anleger spielt die Dividende eine zentrale Rolle. Procter & Gamble hat die Ausschüttung für Januar 2026 bestätigt, der Ex-Dividenden-Tag ist der 23. Januar. Aufs Jahr gerechnet ergibt sich eine Dividende von 4,23 US‑Dollar je Aktie, was der genannten Rendite von knapp 2,9 % entspricht.

Damit sendet der Konzern in einer Phase mit Margendruck, Umbau und neuem CEO ein Signal der Kontinuität. Kurzfristig richtet sich der Blick nun auf die Q2-Zahlen am 22. Januar: Wie stark Umsatz und Ergebnis vom Konsenskorridor abweichen und welche Aussagen das Management zum Fortschritt der Restrukturierung macht, dürfte die weitere Kursentwicklung in den kommenden Wochen maßgeblich prägen.

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