Procter & Gamble Aktie: Bewährungsprobe
Der Konsumgüterriese Procter & Gamble startet mit neuem CEO ins Jahr 2026 – doch die Rahmenbedingungen sind alles andere als komfortabel. Während institutionelle Investoren ihre Positionen reduzieren, steht am 22. Januar die erste Quartalszahlen-Vorlage unter neuer Führung an. Kann Shailesh Jejurikar die Trendwende einleiten?
Institutionelle Anleger ziehen sich zurück
Die jüngsten Pflichtmitteilungen zeigen ein klares Bild: Große Investoren trennen sich von P&G-Aktien. Greenleaf Trust verkaufte im dritten Quartal 2025 über 20.000 Aktien und reduzierte damit seine Position um 22 Prozent. Noch drastischer fiel der Schritt von OneAscent Financial Services aus: Das Unternehmen stieß fast 19.000 Papiere ab – ein Minus von knapp 67 Prozent.
Diese Zurückhaltung spiegelt sich in der Kursentwicklung wider. Während Tech- und Kommunikationsaktien 2025 deutlich zulegten, verlor die P&G-Aktie im gleichen Zeitraum 12,3 Prozent und entwickelte sich zum Bremsklotz im defensiven Sektor.
Neuer Chef vor erstem Zahlentest
Alle Blicke richten sich nun auf den 22. Januar. An diesem Tag legt P&G die Quartalszahlen vor – und Jejurikar muss liefern. Der neue CEO, der Jon Moeller am 1. Januar ablöste, steht unter Beobachtung: Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von rund 6,91 Dollar für das Geschäftsjahr 2026. Die offizielle Guidance liegt zwischen 6,83 und 7,10 Dollar.
Das organische Umsatzwachstum der vergangenen Quartale bewegte sich bei lediglich zwei Prozent. Um die derzeitige Bewertung zu rechtfertigen, braucht es mehr. Die Frage ist, ob Jejurikar bereits erste Impulse aus seiner neuen Strategie präsentieren kann.
Venezuela-Comeback wird geprüft
Parallel zur Quartalsvorlage läuft eine strategische Prüfung mit geopolitischem Bezug. Nach dem politischen Umbruch in Venezuela im Januar 2026 evaluiert P&G eine mögliche Rückkehr in den Markt. Das Unternehmen hatte sich dort vor über zehn Jahren zurückgezogen und 2015 lokale Vermögenswerte im Wert von 2,1 Milliarden Dollar abgeschrieben.
Lateinamerika steuert derzeit rund 5,9 Milliarden Dollar zum Jahresumsatz bei. Eine Wiedereröffnung des venezolanischen Geschäfts könnte zusätzliche Erlöse bringen – wäre aber auch eine der ersten offensiven Expansionsentscheidungen unter der neuen Führung.
Analysten sehen Aufholpotenzial
Trotz der schwachen Performance bleiben die meisten Analysten konstruktiv. Von 23 bewertenden Häusern vergeben 13 ein Kaufvotum, zehn bleiben neutral. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 170,81 Dollar – was einem Aufwärtspotenzial von rund 22 Prozent entspricht.
Die Bewertung wirkt moderat: Das KGV steht bei 20,4, die Dividendenrendite beträgt etwa drei Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von 327 Milliarden Dollar zählt P&G weiterhin zu den Schwergewichten im Sektor.
Wichtige Kennzahlen im Überblick:
- Aktueller Kurs: 139,98 Dollar
- KGV: 20,43
- Dividendenrendite: ~3,02 Prozent
- Durchschnittliches Kursziel: 170,81 Dollar
Entscheidende Wochen stehen bevor
Die technische Lage bleibt angespannt. Mit einem Beta von 0,39 zeigt die Aktie zwar geringe Schwankungsbreite, konnte aber von der breiten Marktrally nicht profitieren. Optionshändler setzen auf Bull-Put-Spreads mit Laufzeiten bis Ende Januar, um von der erhöhten impliziten Volatilität rund um die Zahlenvorlage zu profitieren.
Am 22. Januar wird sich zeigen, ob Jejurikar eine überzeugende Vision für die kommenden Quartale präsentiert. Ohne klare Wachstumsimpulse dürfte der Druck auf die Aktie bestehen bleiben.
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