Der Konsumgüterriese Procter & Gamble steht vor einer Bewährungsprobe. Am Donnerstag öffnet der Konzern seine Bücher, doch Experten dämpfen die Erwartungen bereits im Vorfeld deutlich. Während Großanleger Positionen aufbauen, stellt sich die Frage: Droht nach der jüngsten Underperformance nun eine weitere Enttäuschung oder bietet die Skepsis eine Einstiegschance?

Der Markt blickt nervös auf den kommenden Donnerstag, den 22. Januar. Vor Börsenbeginn wird Procter & Gamble die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vorlegen. Der Konsens der Analysten rechnet mit einem Umsatz von 22,23 Milliarden Dollar (+1,6 Prozent) und einem leichten Rückgang des Gewinns je Aktie auf 1,87 Dollar. Doch hinter diesen Durchschnittswerten verbergen sich wachsende Sorgen führender Finanzinstitute.

Gegenwind nimmt zu

Besonders die Großbank UBS zeigt sich skeptischer als der breite Markt. In einer aktuellen Analyse prognostizieren die Experten einen Gewinn von lediglich 1,84 Dollar je Aktie und liegen damit unter den allgemeinen Erwartungen. Hauptgrund für die Zurückhaltung ist die Prognose für das organische Wachstum: Die UBS erwartet eine Stagnation, getrieben von einem Rückgang des Verkaufsvolumens um 1,1 Prozent. Preiserhöhungen dürften diesen Schwund kaum noch kompensieren.

Auch die fundamentale Lage deutet auf Belastungen hin. Steigende Rohstoffkosten und Zölle könnten das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr mit geschätzt 500 Millionen Dollar belasten. Dies drückt auf die Margen: Experten rechnen mit einer Kontraktion der operativen Kernmargen um 80 Basispunkte. Analystenhäuser wie Zacks stufen den Titel entsprechend vorsichtig ein und sehen ein erhöhtes Risiko für eine negative Überraschung bei den Gewinnzahlen.

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Flucht in die Sicherheit?

Trotz dieser fundamentalen Hürden gibt es unterstützende Faktoren für den Aktienkurs, der aktuell rund 11 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert. Barclays hob das Kursziel kürzlich auf 155 Dollar an. Interessant ist hierbei die Begründung: Die Analysten sehen die relative Stärke des Papiers weniger in verbesserten Unternehmensdaten, sondern in einer "Flucht in die Sicherheit" angesichts der allgemeinen Marktunsicherheit. Auch S&P Global Ratings bestätigte gestern die Bonitätsnote "AA-" mit stabilem Ausblick, was den defensiven Charakter des Titels unterstreicht.

Diese Einschätzung scheinen institutionelle Investoren zu teilen. Jüngste Daten zeigen signifikante Zukäufe durch große Marktteilnehmer. So hat etwa der Versicherungskonzern Allstate seine Position massiv ausgebaut, und auch Vermögensverwalter wie Wealth Enhancement nutzten das dritte Quartal, um ihre Bestände aufzustocken. Das "Smart Money" setzt offenbar darauf, dass die aktuelle Bewertung langfristig attraktiv ist.

Wichtige Termine und Dividende

Neben den Quartalszahlen müssen Anleger kurzfristige Termine im Blick behalten. P&G zahlt eine Quartalsdividende von rund 1,06 Dollar je Aktie. Wer davon profitieren möchte, muss das Papier vor dem Ex-Tag am 23. Januar im Depot haben. Zudem warnte das Management explizit vor einem unseriösen "Mini-Tender"-Angebot von TRC Capital, das versucht, Aktien weit unter dem aktuellen Marktwert aufzukaufen. Aktionäre sollten hier Vorsicht walten lassen.

Für den Handelsverlauf am Donnerstag ist die Erwartungshaltung nun entscheidend. Da die Messlatte insbesondere beim organischen Volumenwachstum bereits tief liegt, könnte eine Stabilisierung der Absatzzahlen trotz des negativen Sentiments für Erleichterung sorgen. Enttäuscht der Konzern jedoch auch diese gesenkten Erwartungen, dürfte die Unterstützungszone der Aktie einem Stresstest unterzogen werden.

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