POET Technologies hat diese Woche einen großen Kapitalzufluss gesichert – und gleichzeitig die Aktie unter Druck gesetzt. Durch eine Platzierung von mehr als 20,6 Millionen neuen Aktien fließt dem Unternehmen frisches Kapital, doch die Verwässerung und das hohe Handelsvolumen führten zu einem deutlichen Kursrückgang. Bleibt die Kapitalrunde ein notwendiger Schritt für das Wachstum – oder sorgt sie nur kurzfristig für Zurückhaltung bei Anlegern?

Die Fakten kurz zusammengefasst

  • Gross Proceeds: rund 150 Mio. USD aus einer Registered Direct Offering.
  • Neu ausgegebene Aktien: 20.689.656 Stück; Platzierung über Titan Partners Group LLC.
  • Offering-Preis: 7,25 USD je Aktie; Transaktion unter einer am 22. Januar 2026 wirksamen F-3-Registrierung.
  • Marktreaktion: intraday starker Verkaufsdruck mit einem Kursrückgang von etwa 17% und ungewöhnlich hohem Volumen (>31 Mio. Aktien, ~3,7x Durchschnitt).
  • Analystenstimmung: Konsens „Hold“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 8,50 USD.
    Die Aktie schloss zuletzt bei 5,84 €; in den vergangenen sieben Tagen verlor sie rund 18,4%.

Warum der Markt so nervös reagierte

Die Reaktion ist vor allem eine Kombination aus Verwässerung und Neu-Einschätzung der Kapitalstruktur. Die Platzierung erhöht die frei handelbaren Aktien deutlich und reduziert anteilig den Wert bestehender Anteile – Anleger mussten diese Verwässerung sofort einpreisen. Zugleich signalisiert das Volumen der Verkäufe, dass viele Marktteilnehmer ihre Positionen neu bewerteten, statt die größere Aktienbasis sofort zu übernehmen.

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Fundamental steht POET noch am Anfang einer Wachstumsstory: das Unternehmen ist unprofitabel (Q3/2025: Umsatz rund 298.000 USD, Nettoverlust ~9,4 Mio. USD, negativer operativer Cashflow ~-2,8 Mio. USD). Vor diesem Hintergrund verschafft die Kapitalaufnahme eine dringend benötigte Liquiditätsbasis, macht die Bewertung (Marktkapitalisierung laut Quelle: ca. 1,1 Mrd. USD) aber stärker abhängig von der zukünftigen Umsetzung.

Wofür das Geld gedacht ist — und was zählt

Das Management nannte klare Verwendungszwecke: allgemeines Unternehmenswachstum, gezielte Übernahmen, Beschleunigung von F&E für Hochgeschwindigkeits-Optikmodule sowie Aufbau von Kapazitäten für KI- und Hyperscale-Rechenzentren. Im Kern steht die patentierte Optical Interposer™-Plattform, positioniert für 800G und 1,6T+-Module, plus Kooperationen (u. a. genannt: Zusammenarbeit an 3,2Tbps-Engines).

Ist diese Kapitalbasis ausreichend, um die angestrebten Meilensteine zu erreichen? Kurzfristig sichert das Geld die operative Handlungsfähigkeit und ermöglicht gezielte Investitionen. Ob daraus jedoch messbare Umsatz- und Margenfortschritte entstehen, hängt von der Umsetzung der F&E- und Akquisitionsstrategie ab — und davon, ob das Unternehmen zeitnah erste kommerzielle Abnehmer oder Partnerschaften vorweisen kann.

Fazit und Ausblick

Die Kapitalerhöhung beseitigt kurzfristig Liquiditätsrisiken, schafft aber eine neue Bewertungsgrundlage: mehr Aktien, größerer Float, höhere Erwartungen an Umsetzung. Entscheidend wird sein, dass POET innerhalb der kommenden Monate die angekündigten Investitionen in konkrete technische Fortschritte und Kundenverträge umsetzt. Gelingt dies, kann die Verwässerung langfristig relativiert werden; bleiben Umsätze und Aufträge aus, bleibt die Aktie unter Druck.

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