Ein Nettoverlust im Quartal – und trotzdem erhöht die Reederei die Dividende. Nordic American Tankers sendet mit dieser scheinbar widersprüchlichen Entscheidung ein klares Signal an die Märkte. Doch was steckt wirklich hinter diesem mutigen Schritt, und wie nachhaltig ist die beeindruckende Dividendenhistorie?

Vertrauensbeweis: Die 112. Dividende in Folge

Das Management hält unbeirrt an seiner Linie fest: Aktionäre werden am Erfolg beteiligt, komme was wolle. Für Q2 2025 deklarierte das Unternehmen eine Quartalsdividende von 0,10 US-Dollar pro Aktie. Das ist nicht nur eine Erhöhung, sondern markiert die 112. Ausschüttung in Folge. Diese Konsequenz ist im hart umkämpften Tankermarkt alles andere als selbstverständlich und unterstreicht die hohe Priorität der Aktionärsvergütung.

Doch wie passt das mit den aktuellen Zahlen zusammen?

Q2-Ergebnis: Der Verlust war geplant

Oberflächlich betrachtet schreibt Nordic American Tankers im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 0,9 Millionen US-Dollar. Der wahre Kern der Zahlen sieht jedoch deutlich robuster aus:

  • Der Time Charter Equivalent (TCE), die wichtigste Kennziffer für Reedereien, lag bei soliden 26.880 US-Dollar pro Tag pro Schiff.
  • Das bereinigte EBITDA belief sich auf respektable 15,8 Millionen US-Dollar.
  • Der Verlust war primär auf geplante Dockungen mehrerer Schiffe zurückzuführen – also investitionsbedingte Ausfallzeiten, die langfristig die Zuverlässigkeit der Flotte sichern.

Die operative Leistungsfähigkeit ist also intakt. Die Liquidität bleibt mit einer Cash-Position von 86 Millionen US-Dollar mehr als solide, um die Dividendenpolitik abzusichern.

Flotten-Revamp: Qualität vor Quantität

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Parallel zur Ergebnisveröffentlichlung treibt das Unternehmen seine strategische Flottenoptimierung voran. Zwei moderne Suezmax-Tanker von 2016 wurden integriert, während ein älteres Schiff aus dem Jahr 2004 verkauft wurde. Die Flotte besteht nun aus 20 hochwertigen Einheiten, deren Qualität durch die strengen Überprüfungen großer Ölkonzerne zertifiziert ist. Dieser Fokus auf Effizienz und Modernisierung stärkt die Wettbewerbsposition nachhaltig.

Insider-Käufe: Die Familie Hansson geht all-in

Das vielleicht stärkste Signal kommt nicht aus der Zentrale, sondern vom Kapitalmarkt selbst. Die Gründerfamilie Hansson hat ihre Beteiligung massiv auf 10 Millionen Aktien aufgestockt. Solche Insider-Käufe, besonders in dieser Größenordnung, werden von Investoren oft als deutliches Vertrauensvotum in die künftige Wertentwicklung gewertet. Die Familie zeigt damit, dass sie fest an den langfristigen Kurs des Unternehmens glaubt.

Trotz Energiewende: Warum der Öltransport boomen könnte

Kann das Geschäftsmodell in einer Welt der Energiewende überhaupt bestehen? Das Management zeigt sich erstaunlich optimistisch. Die Nachfrage nach Öl, besonders aus aufstrebenden Volkswirtschaften, bleibt nach deren Einschätzung robust. Gleichzeitig könnten geopolitische Verschiebungen Handelsrouten verlängern und die Nachfrage nach Transportkapazitäten in der Suezmax-Kategorie sogar erhöhen.

Die jüngste Kursperformance spiegelt diese gemischte, aber hoffnungsvolle Lage wider. Die Aktie notierte zuletzt bei 2,65 € und hat sich damit spürbar von ihrem 52-Wochen-Tief bei 2,02 € erholt. Mit einem RSI von über 73 deutet dies auf eine kurzfristig überhitzte Rally hin – die langfristige Richtung wird jedoch von der Fundamentaldynamik des Tankermarktes und der disziplinierten Unternehmensstrategie abhängen.

Die zentrale Frage bleibt: Ist die erhöhte Dividende ein weiser Akt des Vertrauens in die eigene Stärke oder eine gewagte Wette auf eine ungewisse Zukunft? Die Antwort liegt im Tankermarkt verborgen.

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