Mutares setzt mit der geplanten Milliarden-Übernahme des „Engineering Thermoplastics“-Geschäfts (ETP) von SABIC zu einem ungewöhnlich großen Wachstumssprung an – und der Markt reagiert mit spürbarer Vorsicht. Nach einer starken Entwicklung in den vergangenen Monaten rutschte der Kurs zuletzt in eine Konsolidierungsphase. Wie sehr prägt der Mega-Deal derzeit die Bewertung?

Kurs unter dem Einfluss des SABIC-Deals

Zu Wochenbeginn zeigt sich die Aktie schwächer und setzt ihre Korrektur nach den jüngsten Nachrichten fort. Im Tagesverlauf fiel der Kurs zeitweise bis auf 32,05 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen ergibt sich damit ein Minus von rund 6 Prozent, während die Aktie auf 12-Monats-Basis immer noch deutlich im Plus liegt.

Der Rückgang erfolgt nach einer deutlichen Erholung in den vergangenen Monaten: Gegenüber dem 52-Wochen-Tief bei 25,40 Euro notiert der Titel weiterhin klar höher. Vom 52-Wochen-Hoch bei 46,00 Euro ist die Aktie aber rund 30 Prozent entfernt. Charttechnisch liegt der Kurs aktuell spürbar über dem 50- und 200-Tage-Durchschnitt, was auf einen übergeordnet intakten Aufwärtstrend mit laufender Korrektur hindeutet.

Wichtige Kennzahlen im Überblick:

  • Aktueller Kurs: 32,05 Euro
  • Veränderung 7 Tage: -5,74 %
  • Veränderung 12 Monate: +25,93 %
  • 52-Wochen-Hoch: 46,00 Euro
  • 52-Wochen-Tief: 25,40 Euro

SABIC-Übernahme als Bewertungshebel

Im Zentrum der aktuellen Diskussion steht die vor wenigen Tagen angekündigte Großakquisition. Mutares hat eine Vereinbarung zum Erwerb des ETP-Geschäfts von SABIC unterzeichnet. Die Dimensionen sind für den Turnaround-Spezialisten außergewöhnlich:

  • Jahresumsatz des ETP-Geschäfts: ca. 2,5 Milliarden US-Dollar
  • Enterprise Value der Transaktion: 450 Millionen US-Dollar
  • Aufbau eines neuen Segments „Chemicals & Materials“

Das Verhältnis von Umsatzvolumen zu Kaufpreis entspricht dem bekannten Ansatz von Mutares, herausfordernde Einheiten günstig zu übernehmen, um sie zu stabilisieren und später mit Gewinn zu veräußern. Genau hier setzt jedoch auch die Skepsis an: Die Integration eines so großen Geschäftsbereichs ist komplex, und der Markt kalkuliert die Risiken dieser Transformation mit ein.

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Hinzu kommt der lange Zeithorizont: Der Abschluss der Transaktion wird erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet. Bis dahin bleibt offen, wie sich die operative Entwicklung in den bestehenden Beteiligungen und die Vorbereitung der Integration gestalten.

Exits untermauern das Geschäftsmodell

Parallel zur Großakquisition meldete Mutares Fortschritte auf der Verkaufsseite. Der Exit aus der Mehrheitsbeteiligung an LiBCycle an die Reverse Logistics Group wurde vollzogen. LiBCycle ist auf die Logistik defekter Lithium-Ionen-Batterien spezialisiert und gehörte zur inTime Group im Portfolio.

Der Verkauf bestätigt das Kernelement im Geschäftsmodell: Beteiligungen werden restrukturiert und anschließend wieder in den Markt zurückgeführt. Solche Exits dienen als Beleg dafür, dass Mutares nicht nur akquiriert, sondern auch das eigene Portfolio aktiv bereinigt und Wert realisiert.

Analysten sehen Luft nach oben

Trotz der jüngsten Kurskonsolidierung bleiben Teile der Analystengemeinschaft konstruktiv. Warburg Research hat sein Kursziel bei 46 Euro angesetzt und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Ausgehend von Kursniveaus um 32 Euro ergibt sich daraus ein theoretisches Aufwärtspotenzial von über 40 Prozent.

Im Fokus der positiven Einschätzung stehen:

  • die expansive, vor allem anorganische Wachstumsstrategie
  • der nachgewiesene Track Record bei erfolgreichen Exits
  • die zusätzliche Diversifikation durch das neue Segment „Chemicals & Materials“

Damit spiegelt das Kursziel die Erwartung wider, dass Mutares den SABIC-Deal und weitere Portfoliotransaktionen langfristig in steigende Erträge übersetzen kann.

Fazit: Hohe Chancen, spürbare Integrationsrisiken

Die Mutares-Aktie befindet sich in einer Phase der Neubewertung. Kurzfristig dominieren die Unsicherheiten rund um die großvolumige SABIC-Transaktion und deren Integration, was sich in der aktuellen Korrektur widerspiegelt. Mittel- bis langfristig hängen die weiteren Kurschancen maßgeblich davon ab, ob Mutares den Umsatzsprung im neuen Segment „Chemicals & Materials“ operativ beherrscht und parallel weitere Exits wie LiBCycle zu attraktiven Konditionen realisieren kann.

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