MSCI World ETF: Branchennews aktuell
Der iShares MSCI World ETF (URTH) startet zur Monatsmitte mit einem stabilen Aufwärtstrend in das Jahr 2026. Nach einem starken 2025 liegt die Wertentwicklung seit Jahresbeginn bei rund +1,3 %. Getrieben wird der Fonds vor allem von der anhaltenden Stärke großer US-Technologiewerte, die in einer Art „Infrastrukturphase“ für KI und Cloud stecken. Spannend wird, wie sich die nächste Indexanpassung im Februar auf Sektor- und Ländergewichtungen auswirkt.
Wichtige Eckdaten im Überblick:
- Anlageuniversum: Industrieländer (MSCI World, ohne Emerging Markets)
- Fondsvolumen: ca. 6,6 Mrd. US-Dollar
- Kostenquote: 0,24 % p.a.
- YTD-Performance 2026: +1,33 %
- 1-Jahres-Performance: +21,28 %
- US-Gewichtung: knapp 72 %
- IT-Sektor: rund 28 % des Portfolios
Struktur: Konzentration auf US-Großkonzerne
Auffälligstes Merkmal Anfang 2026 ist die neue Hierarchie im Technologiebereich: NVIDIA hat sich als größte Position im ETF etabliert. Das spiegelt den Bewertungsaufschlag wider, den der Markt für dominierende KI-Hardware-Anbieter zahlt.
Die zehn größten Positionen stellen zusammen rund 27 % des Fondsvolumens. Damit hängt ein wesentlicher Teil der Wertentwicklung an wenigen US-Megacaps:
- NVIDIA: 5,31 %
- Apple: 4,55 %
- Microsoft: 4,00 %
- Amazon: 2,81 %
- Alphabet A: 2,26 %
- Alphabet C: 1,90 %
- Broadcom: 1,83 %
- Meta Platforms: 1,67 %
- Tesla: 1,49 %
- JPMorgan Chase: 1,07 %
Sektorenseitig ist der Fonds klar in Informationstechnologie (rund 28 %) übergewichtet. Dahinter folgen Finanzwerte (ca. 16,7 %) und Gesundheitsunternehmen (knapp 9,8 %). Regional dominiert die USA mit fast 72 % Anteil, gefolgt von Industrieländern wie Japan und Großbritannien. URTH bildet damit faktisch eine US-lastige Industrieländer-Strategie ab, ergänzt um andere entwickelte Märkte.
Performance, Liquidität und Indexabbildung
Auf Sicht der letzten zwölf Monate hat URTH globale Indizes mit Schwellenländeranteil übertroffen. Die starke US-Tech-Komponente war dabei der Haupttreiber.
Ausgewählte Kennzahlen:
- 1 Woche: +0,69 %
- 1 Monat: +3,33 %
- 1 Jahr: +21,28 %
- Kursniveau: rund 189,50 US-Dollar
Beim Handel weist der ETF ein durchschnittliches Tagesvolumen von etwa 460.000 Anteilen auf. Das liegt unter Schwergewichten wie SPY, reicht aber für die meisten Handelsgrößen im Privat- und institutionellen Bereich problemlos aus. Die Spreads sind eng, Abweichungen vom Nettoinventarwert bewegen sich typischerweise in einem sehr geringen Bereich um 0,02 %. Das spricht für effizientes Market Making.
URTH repliziert den MSCI World physisch über ein optimiertes Sampling-Verfahren. Die jährliche Abweichung zur Indexrendite liegt mit rund -0,24 % im Bereich der laufenden Kostenquote. Zusätzlicher Tracking Error ist damit kaum erkennbar.
Wettbewerb: Fokus auf Industrieländer
Im Wettbewerbsumfeld positioniert sich URTH klar als reiner Industrieländer-ETF. Zu den wichtigsten Vergleichsprodukten zählen globale All-Cap- und ACWI-Fonds mit Schwellenländeranteil:
- URTH (MSCI World, nur Industrieländer): Kostenquote 0,24 %, Fondsvolumen ca. 6,6 Mrd. US-Dollar, 1-Jahres-Performance +21,28 %, keine Emerging Markets
- Vanguard Total World (FTSE Global All Cap): Kostenquote 0,07 %, Volumen über 50 Mrd. US-Dollar, 1-Jahres-Performance rund +19,5 %, EM-Anteil etwa 10 %
- iShares MSCI ACWI: Kostenquote 0,32 %, Volumen etwa 25 Mrd. US-Dollar, 1-Jahres-Performance ca. +20,1 %, EM-Anteil rund 10–11 %
Die Mehrrendite von URTH in den vergangenen zwölf Monaten resultiert im Wesentlichen aus dem Verzicht auf Schwellenländer, die im Vergleich zur US-Tech-Dynamik schwächer gelaufen sind. Im Gegenzug liegt die Kostenquote über der von VT. Anleger zahlen hier also für einen reinen Industrieländeransatz mit starker Ausrichtung auf entwickelte Märkte und deren Großkonzerne.
Ausblick: Rebalancing, Bewertung und Optionenmarkt
Für den weiteren Verlauf des ersten Quartals zeichnen sich mehrere Einflussfaktoren ab:
1. Indexanpassung im Februar 2026
Die turnusmäßige Überprüfung des MSCI World im Februar ist ein wichtiger technischer Termin. Bleibt NVIDIAs Marktkapitalisierung an der Spitze, dürfte das die bereits starke Konzentration im Fonds nochmals festigen. Gleichzeitig könnten neue Gewinner aus dem Industrie- oder Infrastrukturbereich aufgenommen und bestehende Gewichtungen leicht verschoben werden. Das würde die Dominanz des Tech-Sektors zumindest punktuell ergänzen.
2. Bewertungsniveau der Industrieländer-Aktien
Das gewichtete KGV des ETFs liegt derzeit bei etwa 23,8 und damit über dem historischen Durchschnitt. Diese Bewertung setzt nennenswertes Gewinnwachstum für 2026 voraus. Enttäuschungen bei den Ergebnissen der fünf größten Positionen hätten daher das Potenzial, kurzfristig für spürbare Schwankungen zu sorgen.
3. Tiefere Derivatemärkte auf MSCI-Indizes
Ein zusätzlicher Faktor ist die Initiative der NYSE, Optionen auf MSCI-Indizes Anfang 2026 stärker zu etablieren. Dadurch dürfte die Absicherung direkt auf den MSCI World liquider und flexibler werden. Das kann wiederum weiteres institutionelles Kapital in Produkte wie URTH lenken, die genau diesen Index abbilden.
Zum Start ins Jahr 2026 bleibt URTH damit vor allem ein Vehikel für Anleger, die gezielt auf die Stabilität der Industrieländer und die Ertragskraft großer US-Tech-Konzerne setzen möchten. Kursmarken um 185 US-Dollar bilden eine wichtige Unterstützungszone, während der Bereich um 190 US-Dollar als psychologisch relevante Hürde gilt. Zusätzlich spielt der US-Dollar eine Rolle: Gewinnt er erneut deutlich an Stärke, könnte das die in Fremdwährungen erzielten Erträge aus dem knapp 28-prozentigen Nicht-US-Anteil dämpfen.
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