Micron setzt parallel auf einen Kapazitätskauf in Taiwan und einen langfristigen Ausbau in den USA. Beides zielt darauf ab, die anhaltende Knappheit im Speichermarkt zu nutzen, die vor allem von der Nachfrage für KI-Server getrieben wird. Für Anleger ist entscheidend, ob das Unternehmen die Kombination aus kurzfristigem Kapazitätssprung und langfristigem Mega-Ausbau operativ sauber umsetzen kann.


Zukauf in Taiwan und Mega-Fab in New York

Am 17. Januar hat Micron eine Absichtserklärung zum Erwerb einer Chipfabrik von Powerchip Semiconductor Manufacturing (PSMC) in Taiwan unterzeichnet. Der Zielstandort ist das P5-Werk in Tongluo, das für rund 1,8 Milliarden US‑Dollar den Besitzer wechseln soll. Die Transaktion soll bis zum zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden.

Ziel des Deals ist es, die akute Knappheit im DRAM-Markt zu entschärfen und zusätzliche Kapazitäten noch vor 2027 verfügbar zu machen. Während der langfristige Ausbau vor allem über Neubauten laufen soll, dient der PSMC-Kauf als Brücke, um die Produktion früher hochzufahren.

Parallel dazu hat Micron am 16. Januar in Onondaga County im US-Bundesstaat New York offiziell mit dem Bau einer Mega-Fabrik begonnen. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 100 Milliarden US‑Dollar. Die Produktion soll 2030 anlaufen. Die Anlage ist Teil der US‑Pläne, einen deutlich größeren Anteil der weltweiten DRAM-Fertigung ins eigene Land zu holen.


Preisschub im Speichermarkt

Die Expansionspläne fallen in eine Phase stark steigender Speicherpreise. Laut einer am 19. Januar veröffentlichten Studie von Counterpoint Research befindet sich der Speichersektor in einer ausgeprägten Haussephase. Die Analysten rechnen damit, dass Speicherpreise im ersten Quartal 2026 nochmals um 40 bis 50 % anziehen.

Treiber ist vor allem die hohe Nachfrage nach KI-Servern. Besonders deutlich zeigt sich der Preissprung bei 64‑GB‑RDIMM-Modulen: Der Preis lag im dritten Quartal 2025 noch bei 255 US‑Dollar und nähert sich bis März 2026 einem Zielwert von 700 US‑Dollar. Für den weiteren Jahresverlauf halten die Experten zwischenzeitliche Ausschläge bis zu 1.000 US‑Dollar für möglich.

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Starke Ergebnisdynamik und Bewertung

Die aktuelle Kursentwicklung spiegelt Microns Rolle im KI-Hardware-Stack wider. Die Aktie notiert heute bei 363,07 US‑Dollar und damit nahe dem 52‑Wochen-Hoch von 365,81 US‑Dollar, das am 16. Januar erreicht wurde. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 408,36 Milliarden US‑Dollar. Auf Zwölfmonatssicht ergibt sich ein Kursplus von über 200 %.

Operativ zeigt die Prognose eine deutliche Beschleunigung:

  • Erwarteter Umsatz Q2 GJ 2026: ca. 18,7 Mrd. US‑Dollar
  • Prognostiziertes Umsatzwachstum: rund +132 % gegenüber Vorjahr
  • Erwartetes bereinigtes EPS: ca. 8,42 US‑Dollar
  • Erwartete Bruttomarge: Rekordniveau von 67 % im zweiten Quartal

Micron berichtet, für 2026 „mehr als ausverkauft“ zu sein, insbesondere bei High Bandwidth Memory (HBM), die in vielen KI-Prozessoren eingesetzt wird. Gleichzeitig droht bei älteren Speichertypen eine Verknappung, weil Produktionslinien auf HBM umgestellt werden. Das stützt die Preissetzungsmacht und damit die Margen.

Trotz des starken Kursanstiegs sehen Marktbeobachter die Bewertung im Branchenvergleich weiterhin als moderat. Während zahlreiche KI-Titel mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 30 und mehr gehandelt werden, liegt Micron bei etwa dem Zehnfachen der erwarteten Gewinne.


Struktureller Rückenwind durch KI

Die Branche befindet sich in einem strukturellen Wandel. Der traditionell stark zyklische Speichermarkt wird aktuell von einem länger laufenden „Super-Zyklus“ geprägt, der auf den wachsenden Bedarf generativer KI-Anwendungen zurückgeht.

Für HBM allein wird ein jährliches durchschnittliches Wachstum (CAGR) von 40 % prognostiziert. Bis 2028 könnte der adressierbare Markt hier ein Volumen von rund 100 Milliarden US‑Dollar erreichen. Micron verbindet zur Nutzung dieses Trends kurzfristig wirksame Kapazität in Taiwan mit langfristigen Neubauten in New York und Idaho. So sollen zusätzliche Mengen verfügbar sein, ohne ausschließlich auf langwierige Greenfield-Projekte angewiesen zu sein.


Ausblick: Umsetzung im Fokus

In den kommenden Monaten rückt vor allem der Abschluss des PSMC-Deals bis Ende des zweiten Quartals 2026 in den Mittelpunkt. Aus Marktsicht bleibt zudem relevant, ob die Aktie den Widerstand bei 365,81 US‑Dollar nachhaltig überwinden und darüber etablieren kann.

Die Analystenstimmung ist klar positiv: 89 % der Studien sehen den Titel derzeit auf der Kaufseite. Hält die prognostizierte Phase stark steigender Speicherpreise im ersten und zweiten Quartal 2026 an, dürfte Micron gute Chancen haben, die ehrgeizige Ergebnisguidance der kommenden Quartale zu erreichen oder zu übertreffen.

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