Kann der Konzern die Talfahrt stoppen? - LyondellBasell steckt mitten in einem tiefgreifenden Strategiewechsel. Während der Chemiekonzern seine Produktion optimiert und Kosten drückt, kämpft er mit schwachen Margen und hohen Rohstoffpreisen. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen: Der Turnaround wird kein Spaziergang.

Strategische Weichenstellungen

LyondellBasell setzt aktuell auf mehrere Maßnahmen, um sich für die Zukunft zu wappnen:

  • Ausbau der US-Kapazitäten: Der Konzern investiert gezielt in die Propylen-Produktion am kostengünstigen Golf von Mexiko.
  • Portfolio-Bereinigung: Die Schließung eines Joint Ventures in den Niederlanden und die Einstellung der Raffinerieaktivitäten sollen das Geschäft fokussieren.
  • Kostenoffensive: Ein 500-Millionen-Dollar-Programm soll die Liquidität stärken.

Doch die Umstrukturierungen haben ihren Preis: Allein im ersten Quartal schlugen Sonderbelastungen in Höhe von 67 Millionen Dollar nach Steuern zu Buche.

Finanzielle Herausforderungen

Die jüngsten Zahlen verdeutlichen die Baustellen des Unternehmens:

  • Der bereinigte Nettogewinn schrumpfte auf magere 110 Millionen Dollar (0,33 Dollar pro Aktie).
  • Das EBITDA lag bei 576 Millionen Dollar – deutlich unter den Erwartungen.
  • Vor allem im wichtigen nordamerikanischen Polyethylen-Geschäft drückten Wartungsarbeiten, geringere Margen und steigende Ethankosten auf die Ergebnisse.

Trotz der aktuellen Durststrecke zeigt sich CEO Peter Vanacker optimistisch: "Wir ergreifen gezielte Maßnahmen, um unsere Cash-Generierung kurzfristig zu verbessern." Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen saisonal steigende Nachfrage in den meisten Geschäftsbereichen.

Markt bleibt skeptisch

Die Anleger honorieren die Bemühungen bislang nicht – die Aktie notiert auf Tiefstständen und hat seit Jahresanfang über 28% verloren. Der Schlusskurs von 50,94 Euro markiert ein Minus von 44% innerhalb eines Jahres. Ob die strategischen Initiativen langfristig Früchte tragen, wird sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.

Eines ist klar: LyondellBasell befindet sich in einer entscheidenden Phase. Gelingt der Spagat zwischen Kostendisziplin und Wachstumsinvestitionen, könnte der Titel wieder an Attraktivität gewinnen. Doch zunächst muss der Konzern beweisen, dass er die aktuellen Marktherausforderungen meistert.