Der Wechsel des niederländischen Stürmers Martijn Kaars vom deutschen Zweitligisten 1. FC Magdeburg in die Bundesliga zum FC St. Pauli, der am Donnerstag offiziell wurde, ist auf den ersten Blick kein außergewöhnlicher Transfer. Das Drumherum ist jedoch äußerst kurios. So wurde der Kaars-Wechsel aufgrund eines Fotos vorzeitig geleakt. Der Angreifer wurde jedoch nicht zufällig in Hamburg beim Medizincheck oder am St. Pauli-Vereinsgelände gesichtet, die Entstehungsgeschichte des Fotos ist bizarrer. Bildschirm mit E-Mail abfotografiert Am Mittwoch spielte die zweite Mannschaft der Magdeburger daheim in der eigenen Arena gegen den BFC Dynamo. Magdeburgs Sport-Geschäftsführer Otmar Schork war vor Ort und schaute sich das Spiel an. Dabei passierte dem 68-Jährigen offenbar ein kleines Missgeschick. Schork hatte das Mailprogramm seines Laptops oder PCs nicht geschlossen und dabei wohl nichts Schlimmes geahnt. Doch ein Fan hat den Bildschirm mit der geöffneten Mail entdeckt und ein Foto davon gemacht. In der Mail gibt ein Funktionär des FC St. Pauli ein Transferangebot für Stürmer Kaars ab. Die Aufnahme machte in der Folge in den sozialen Medien die Runde. 1. FC Magdeburg schaltet die Polizei ein Der eine oder andere User dachte zunächst an einen Fake, doch am Donnerstag veröffentlichte der 1. FC Magdeburg ein Statement und zeigte sich "empört". Demnach sei das Foto der Mail "ohne Einverständnis und von außen durch ein Fenster, das durch eine fast komplett heruntergelassene Jalousie verdunkelt war, angefertigt" worden. Der Laptop oder PC stand wohl in einem Büro, das von außen einsehbar ist. Die Magdeburger weiters: "Hierfür gibt es klare gesetzliche Regelungen, die eine Veröffentlichung oder Weitergabe solcher Inhalte ausdrücklich verbieten. Aus diesem Grund haben wir bereits Anzeige bei der Polizei erstattet. Mit diesem Verhalten hat diejenige Person, die das Foto gemacht hat, dem FCM massiven Schaden zugefügt. Auch ist das Verhalten keineswegs im Sinne unserer treuen Fans." "Wir stellen uns ernsthaft die Frage, welche Formen die Effekthascherei mittlerweile angenommen hat. Offensichtlich wird bewusst in Kauf genommen, Persönlichkeitsrechte zu verletzen, um kurzfristige Aufmerksamkeit zu erlangen. Diese Entwicklung kritisieren wir aufs Schärfste", schließt der deutsche Zweitligist das Statement ab. Vom FC St. Pauli gibt es bisweilen noch kein Statement zu der Posse. Die "Kiezkicker" machten am Donnerstagabend – gemeinsam mit dem 1. FCM –  lediglich die Verpflichtung von Kaars offiziell.