Der iShares MSCI World ETF (URTH) startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Der zugrunde liegende MSCI World Index hat die Marke von 4.511 Punkten erreicht, getragen von der Erholung der großen US-Techwerte und dem Fokus auf künstliche Intelligenz. Gleichzeitig liegen die Bewertungen vieler Schwergewichte spürbar über historischen Durchschnitten – eine Kombination, die Chancen und Risiken eng beieinander liegen lässt.

Marktumfeld: Von der Euphorie zur „Synergy“-Phase

Zu Beginn von 2026 hat sich das Thema MSCI World spürbar verschoben. Im Mittelpunkt steht nun die „AI Synergy“-Phase, also die breite Integration von KI in profitable Industrie- und Konsumanwendungen. Der MSCI World Index notiert bei rund 4.511 Punkten und spiegelt damit einen robusten Aktienmarkt wider, obwohl makroökonomische Risiken weiter präsent sind.

Wesentlicher Treiber der jüngsten Aufwärtsbewegung ist die wieder aufgeflammte Zuversicht rund um die großen US-Techkonzerne – von Analysten inzwischen als „AI Prime“-Gruppe bezeichnet. Cantor Fitzgerald verweist darauf, dass der Markt sich von einer spekulativen „Frenzy“-Phase hin zu einer Phase verschiebt, in der Infrastruktur und Anwendungen im KI-Bereich zunehmend skalierbare Umsätze generieren.

Der Rückenwind durch dieses KI-Narrativ überlagert bislang Rezessionssorgen. Gleichzeitig sind die Bewertungen ambitioniert: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Index liegt bei rund 23,8.

Portfolio-Schwerpunkt: Hohe KI-Konzentration

URTH ist weiterhin deutlich in Richtung großer US-Technologie- und KI-Profiteure ausgerichtet. Zwar hält der ETF rund 1.344 Titel, doch die Wertentwicklung wird stark von einer engen Spitzengruppe dominiert.

Top-Positionen im Überblick

Die zehn größten Positionen (Stand 9. Januar 2026) setzen klare Akzente:

  • NVIDIA (Gewichtung: 5,46%)
  • Apple (4,59%)
  • Microsoft (4,05%)
  • Amazon (2,75%)
  • Alphabet Class A (2,22%)
  • Alphabet Class C (1,90%)
  • Meta Platforms (1,80%)
  • Broadcom (1,40%)
  • Tesla (1,20%)
  • JPMorgan Chase (1,10%)

Damit entfallen mehr als 20 % des Fondsvolumens auf nur wenige US-Titel, die stark vom KI-Trend geprägt sind.

Wichtige Einzeltreiber

  • Alphabet: Die Aktie gehört zu den klaren Gewinnern der jüngsten Aufwärtsbewegung. Cantor Fitzgerald stufte den Wert am 8. Januar 2026 auf „Overweight“ hoch und erhöhte das Kursziel auf 370 US-Dollar. Begründet wird dies mit der starken Position des Konzerns entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette – von den Gemini-Modellen bis zur Cloud-Infrastruktur.
  • Tesla: Die Aktie bleibt ein Volatilitätsfaktor im ETF. Der Titel schwankt deutlich, notiert aktuell um 431 US-Dollar und hat sich von den Tiefs aus 2025 erholt. Der Anteil im ETF schwankt in Abhängigkeit von der Entwicklung im globalen Elektroautomarkt.
  • NVIDIA: Mit knapp 5,5 % Gewicht ist der Chip-Spezialist der dominierende Einzeltitel im Fonds. Entsprechend reagiert URTH sensibel auf News zum Halbleiterzyklus und zur weiteren Nachfrage nach KI-Hardware.

Kennzahlen: Starker Lauf, ambitionierte Bewertung

Der ETF spiegelt die Stärke des Index klar wider und handelt nahe seinem 52-Wochen-Hoch.

  • Kursentwicklung (URTH)
  • Aktueller Kurs: ca. 188,24 US-Dollar
  • 1-Monats-Performance: +0,73 %
  • 1-Jahres-Performance: +20,49 %
  • Jahresauftakt 2026: Positive Dynamik im Einklang mit dem Anstieg des Index auf 4.511 Punkte

  • Volumen und Liquidität

  • Fondsvolumen: rund 6,85 Mrd. US-Dollar
  • Durchschnittlicher Tagesumsatz: ca. 300.000 Anteile
  • Spreads und Handelbarkeit: enge Spannen, hohe Liquidität auch für größere Orders

  • Bewertung

  • KGV: etwa 23,8
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis: rund 3,6
  • Auf-/Abschlag zum Nettoinventarwert: leichter Aufschlag von etwa +0,09 %

Die Daten zeigen einen liquiden ETF mit solider Nachfrage und deutlich überdurchschnittlichen Bewertungen im historischen Vergleich.

Wettbewerb: Fokussiertes Developed-Markets-Exposure

URTH wird häufig mit global ausgerichteten Alternativen verglichen, die auch Schwellenländer abdecken. Im Fokus stehen dabei unter anderem:

KennzahliShares MSCI World (URTH)Vanguard Total World (VT)iShares MSCI ACWI (ACWI)
MarktabdeckungNur IndustrieländerIndustrie + EmergingIndustrie + Emerging
Kostenquote0,24 %0,07 %0,32 %
Fondsvolumen6,9 Mrd. US-Dollar52,0 Mrd. US-Dollar18,5 Mrd. US-Dollar
Top-PositionNVIDIA (~5,5 %)Apple (~3,8 %)Apple (~4,1 %)
Anzahl Positionen~1.344~9.800+~2.300
1-Jahres-Performance+20,5 %+19,2 %+19,8 %

URTH hat seine globalen Vergleichsprodukte im vergangenen Jahr leicht übertroffen. Ein Grund: Schwellenländer blieben wegen geopolitischer Belastungsfaktoren zurück, während URTH ausschließlich Industrieländer abbildet. Dem steht eine deutlich höhere Kostenquote gegenüber – insbesondere im Vergleich zu VT.

Blick nach vorn: Was den ETF bewegt

Für das erste Quartal 2026 zeichnen sich mehrere Faktoren ab, die für die weitere Entwicklung des MSCI World ETF maßgeblich sind:

  • Bewertungsrisiko: Bei einem Index-KGV von rund 24 ist der Markt „perfekt“ eingepreist. Enttäuschungen bei den Ergebnissen der fünf größten Positionen, die gemeinsam über 20 % des Fonds stellen, könnten schnell zu Kursabschlägen führen.
  • „Physical AI“-Rotation: Eine Ausweitung des KI-Booms von Software- und Plattformanbietern (etwa Microsoft und Alphabet) hin zu industriellen Anwendungen (unter anderem Tesla und Broadcom) könnte neue Impulse für zyklische und industrielle Werte im ETF liefern.
  • Technische Marken: Der Index testet aktuell die Zone zwischen 4.500 und 4.550 Punkten. Ein nachhaltiger Ausbruch über 4.511 Punkte würde den Aufwärtstrend bestätigen, während ein Scheitern in diesem Bereich einen Rücklauf in Richtung der Unterstützungszone um 4.350 Punkte begünstigen könnte.
  • Währungsfaktor: Für Anleger außerhalb des Dollarraums bleibt der starke US-Dollar ein zentrales Thema, da rund 70 % des ETF in US-Werten engagiert sind.

Am Ende steht damit ein klar gezeichnetes Bild: URTH profitiert stark von der KI-Dynamik in den USA, ist aber zugleich eng an die Gewinnentwicklung und Bewertung der großen Tech-Schwergewichte sowie an die Dollar-Stärke gekoppelt – diese Kombination dürfte die Kursbewegungen im weiteren Verlauf von Q1 2026 prägen.

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