Ein Kurssturz beim US-Rivalen Intel sorgt für Unruhe im Halbleitersektor, doch Infineon hält sich erstaunlich stabil. Neue Kaufempfehlungen und ein höheres Kursziel stützen die Aktie unmittelbar vor wichtigen Quartalszahlen. Wie robust ist diese relative Stärke wirklich?

Analysten heben Kursziel deutlich an

Im Mittelpunkt stand am Freitag eine frische Studie der Privatbank Berenberg. Analystin Tammy Qiu bestätigte ihre Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel für Infineon von 41 auf 48 Euro. Begründung: Die operative Lage habe sich spürbar aufgehellt, insbesondere bei den Auftragsbüchern.

Laut Qiu hat sich die Bestellsituation sowohl bei Infineon als auch beim Wettbewerber STMicroelectronics von einem zuvor niedrigen Niveau erholt. Die Nachfrage im Halbleitersektor bleibe insgesamt solide. Den Ausblick des Konzerns für das Gesamtjahr 2026 stuft sie als eher vorsichtig ein – damit sieht sie Spielraum für positive Überraschungen, sollte die Dynamik anhalten oder sich verstärken.

Zusätzlichen Rückhalt gab es von Intesa Sanpaolo. Die italienische Großbank nahm die Beobachtung von Infineon neu auf und startete direkt mit einem „Buy“-Rating. Zwei frische Kaufempfehlungen an einem Tag, kombiniert mit einem spürbar angehobenen Kursziel – das ist ein klares Signal des Analystenlagers.

Wesentliche Punkte im Überblick:

  • Berenberg hebt Kursziel von 41 auf 48 Euro an, Einstufung „Buy“ bestätigt
  • Analysten verweisen auf Erholung der Auftragsbücher und solide Investitionstrends
  • Intesa Sanpaolo startet die Bewertung ebenfalls mit „Buy“
  • Aktie zeigt relative Stärke trotz Kurseinbruch bei Intel
  • Quartalszahlen am 4. Februar 2026 als nächster wichtiger Termin

Operative Weichenstellung in Warstein

Neben den Analystenkommentaren kamen auch operative Nachrichten. Infineon meldete am Freitag den Erwerb eines Labor- und F&E-Campus im nordrhein-westfälischen Warstein. Verkäufer ist BC Partners European Real Estate.

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Der Schritt passt zur Strategie, die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Deutschland weiter auszubauen. Für einen Anbieter von Leistungshalbleitern, der stark in Bereichen wie E-Mobilität und erneuerbare Energien engagiert ist, sind zusätzliche F&E-Ressourcen ein wichtiger Baustein für künftiges Wachstum. Die Meldung untermauert damit das Bild eines Konzerns, der seine technologische Basis weiter stärkt.

Relative Stärke trotz Intel-Schock

Die eigentliche Stärke der Infineon-Aktie zeigt sich im Marktvergleich. Intel hatte mit einem schwachen Ausblick für das erste Quartal 2026 die Anleger verschreckt, die Intel-Aktie verlor am Freitag zeitweise rund 17 Prozent. Das belastete den gesamten Halbleitersektor.

Infineon konnte sich diesem Sog weitgehend entziehen. Zum Handelsschluss auf Xetra am Freitag lag der Kurs bei 42,30 Euro, ein moderater Rückgang von 0,68 Prozent. Auf Zwölfmonatssicht steht damit ein Plus von gut 23 Prozent zu Buche. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 42,59 Euro beträgt lediglich 0,68 Prozent – die Aktie notiert also nahe an ihrem Jahreshoch.

Charttechnisch ist die Ausgangslage ebenfalls konstruktiv:

  • Der Schlusskurs liegt rund 10 % über dem 50-Tage-Durchschnitt von 38,34 Euro
  • Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 35,42 Euro beträgt der Abstand knapp 19 %
  • Der RSI (14 Tage) von 46,3 signalisiert kein überkauftes Niveau

Diese Kombination aus relativer Stärke, Nähe zum Jahreshoch und einem neutralen RSI deutet darauf hin, dass der Aufwärtstrend intakt ist, ohne dass kurzfristig eine übertriebene Überhitzung vorliegt. Marktteilnehmer unterscheiden damit offenbar klar zwischen den strukturellen Herausforderungen bei Intel und der Positionierung von Infineon im Bereich Leistungshalbleiter.

Ausblick: Quartalszahlen als nächster Test

Der Blick richtet sich nun auf den 4. Februar 2026. An diesem Mittwoch legt Infineon die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Spannend wird vor allem, ob das Management den von Berenberg als „konservativ“ eingestuften Ausblick bestätigt oder nach oben anpasst.

Aus technischer Sicht bleibt der Bereich um 42 Euro eine zentrale Zone: Hier verläuft eine wichtige Unterstützung, die zuletzt mehrfach verteidigt wurde. Vom aktuellen Niveau bei 42,30 Euro aus impliziert das neue Berenberg-Kursziel von 48 Euro ein Aufwärtspotenzial von rund 13,5 Prozent. Zusätzlich rückt der 24. Februar 2026 in den Kalender: An diesem Tag soll eine Dividende von voraussichtlich 0,35 Euro je Aktie ausgezahlt werden, was dem Titel nach den Quartalszahlen einen weiteren Akzent verleihen könnte.

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