Ethereum: Fundamentaldaten im Fokus
Ethereum steckt Ende 2025 in einem Spannungsfeld: Auf der Blockchain brummt es, doch der Kurs wirkt müde. Netzwerkaktivität, Upgrade-Dynamik und DeFi-Nutzung liefern starke Signale – der Preis spiegelt das bisher nur begrenzt wider. Spannend ist vor allem die Frage, ob diese Lücke zwischen Fundamentaldaten und Marktpreis in den kommenden Wochen kleiner wird.
Kursentwicklung: Seitwärts mit Schwäche
Nach den jüngsten Rücksetzern notiert Ethereum mit rund 2.826 US-Dollar deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4.689 US-Dollar und damit fast 40 % darunter. In den vergangenen sieben Tagen ging es um rund 12,7 % nach unten, auf 30-Tage-Sicht liegt ETH etwa 9,3 % im Minus – der Titel hat also spürbar Luft abgelassen.
Der Markt bewegt sich in einer klar definierten Spanne, die technische Lage ist dabei eher von Zurückhaltung als von Panik geprägt. Der 14-Tage-RSI von 42 signalisiert keinen überverkauften Extremzustand, sondern eine abwartende Marktphase. Gleichzeitig liegt der Kurs gut 11 % unter dem 50-Tage-Durchschnitt, was die laufende Korrektur unterstreicht.
Netzwerkaktivität: Starker Zuwachs bei neuen Wallets
Parallel zur verhaltenen Kursentwicklung wächst das Ethereum-Netzwerk deutlich. Besonders auffällig ist der starke Anstieg bei den neu erstellten Wallets im Dezember 2025.
- An mehreren Tagen wurden knapp 200.000 neue ETH-Adressen registriert
- Der 50-Tage-Durchschnitt der Wallet-Neucreations liegt auf dem höchsten Stand des Jahres
- Das Niveau übertrifft die Aktivität während der Rally im Spätsommer
Diese Entwicklung deutet auf breitere Nutzung und wachsende Teilnahme am Netzwerk hin, unabhängig vom kurzfristigen Kursverlauf. Historisch gilt ein solcher Anstieg der On-Chain-Aktivität häufig als Frühindikator für künftige Nachfrage.
Große Adressen kaufen, kleine verkaufen
Auch die Verteilung der Bestände verschiebt sich. Größere ETH-Halter, also Adressen mit Beständen zwischen 1.000 und 1 Million ETH, bauen seit Mitte November ihre Positionen aus. Gleichzeitig haben kleinere, eher retail-geprägte Wallets in diesem Zeitraum verkauft.
Marktbeobachter werten diese Konstellation oft als positives Signal, weil Kapital von kurzfristig orientierten in eher langfristig orientierte Hände wandert. Kombiniert mit sinkenden Beständen auf Börsen spricht dies für abnehmenden Verkaufsdruck.
Fusaka-Upgrade: Technische Basis wird gestärkt
Mit dem Fusaka-Upgrade, das am 3. Dezember 2025 live gegangen ist, hat Ethereum einen wichtigen technischen Schritt vollzogen. Es gilt als bedeutendstes Infrastrukturupdate seit „The Merge“ und setzt vor allem bei Skalierung und Effizienz an.
PeerDAS und EIP-7594
Kern von Fusaka ist EIP-7594 („Peer Data Availability Sampling“). Statt dass Validatoren sämtliche Layer-2-Datenblöcke („Blobs“) vollständig herunterladen müssen, greift nun ein Sampling- und Peer-Verteilungsmodell. Das senkt Bandbreiten- und Speicheranforderungen für Validatoren deutlich und schafft Raum für mehr Blobs pro Block, ohne teure Hardware zur Pflicht zu machen.
Weitere zentrale Änderungen
- Erhöhung des Block-Gaslimits auf rund 60 Millionen Gas pro Block
- Effizienzverbesserungen im EVM-Bereich durch das EVM Object Format (EOF)
- Neue Signaturunterstützung (EIP-7212, secp256r1) für eine bessere Integration mit Hardware- und Mobile-Security-Lösungen
Analysten erwarten, dass Layer-2-Rollups diese Verbesserungen nutzen und ihre Gebühren um etwa 40–60 % senken können. Günstigere Transaktionen auf L2 könnten die Nutzung des gesamten Ökosystems weiter ankurbeln.
DeFi-Verschiebungen: Curve gewinnt Gewicht
Im DeFi-Sektor hat sich 2025 ein deutlicher Machtwechsel vollzogen. Curve Finance vereint inzwischen rund 44 % aller DEX-Gebühren auf Ethereum – nach nur 1,6 % im Vorjahr. Das ist der markanteste Wechsel in der Gebühren-Dominanz im laufenden Jahr.
Der zugehörige Stablecoin crvUSD hat sich zudem in die Top 5 nach 24-Stunden-Handelsvolumen vorgearbeitet. Das signalisiert, dass Curve nicht nur als Protokoll, sondern auch mit seiner Stablecoin-Lösung eine zentrale Rolle für die Liquidität im Ethereum-Ökosystem spielt.
ETF-Ströme und institutionelles Interesse
Auf ETF-Ebene zeigen sich in den vergangenen Wochen gemischte Mittelzuflüsse. Zwar hat der breitere Kryptomarkt von seinen Dezember-Hochs korrigiert, doch Produkte wie ETHA (NASDAQ), ETHW (NYSE) und FETH (NYSE) sorgen weiterhin dafür, dass institutionelle und traditionelle Investoren unkompliziert Zugang zu Ethereum erhalten.
Dass diese Vehikel aktiv bleiben, stützt die Wahrnehmung, dass ETH als Asset in institutionellen Portfolios etabliert ist – auch in Phasen ohne klare Aufwärtstrends.
Sentiment und Angebotsseite: Verkaufsdruck lässt nach
Die Stimmung unter Haltern hat sich seit November spürbar aufgehellt. Aus stark negativer Verunsicherung ist im Verlauf des Dezembers eine neutral bis leicht positive Einschätzung geworden. Laut Sentiment-Indikatoren gehen drei Tendenzen Hand in Hand:
- Angst bei langfristigen Haltern nimmt ab
- Der Verkaufsdruck bestehender Investoren geht zurück
- Die langfristige Überzeugung scheint sich zu stabilisieren
Parallel dazu zeigen sich deutliche Abflüsse von den Börsen. Zwischen dem 10. und 16. Dezember sind die ETH-Reserven der Börsen von 16,60 Millionen auf 16,25 Millionen ETH gesunken. Der Anteil des Gesamtangebots, der auf Börsen liegt (Exchange Supply Ratio), ist ebenfalls leicht zurückgegangen. Beides spricht dafür, dass weniger Coins für den kurzfristigen Verkauf bereitstehen.
Technischer Blick: Kompression statt Trendbruch
Charttechnisch befindet sich Ethereum weiter in einer Korrektur- und Konsolidierungsphase. Die Handelsspanne ist klar umrissen, die Volatilität im Vergleich zu früheren starken Bewegungen reduziert.
Auffällige Punkte:
- Eine Unterstützungszone knapp unterhalb des aktuellen Niveaus wurde mehrfach verteidigt
- Es zeichnet sich eine Struktur potenziell höherer Tiefs ab
- Die Preisbewegung wirkt „komprimiert“, während die Netzwerkaktivität zunimmt
Diese Kombination aus enger Spanne, wachsender On-Chain-Aktivität und sinkenden Börsenbeständen weist auf einen Markt hin, der eher auf die nächste größere Bewegung wartet, als dass er in einen Trendbruch nach unten kippt.
Fazit: Starke Basis, abwartender Markt
Zum Jahresende 2025 präsentiert sich Ethereum mit einer soliden bis starken Fundamentallage: Rekordhohe Wallet-Neuanlagen, deutliche Akkumulation durch große Adressen, sinkende Bestände auf Börsen, ein erfolgreiches Skalierungs-Upgrade und eine dynamische DeFi-Landschaft rund um Protokolle wie Curve.
Dem steht ein Kurs gegenüber, der nach deutlichen Rücksetzern knapp über dem Jahrestief und weit unter dem Hoch notiert und bisher nicht von den robusten On-Chain-Signalen profitieren konnte. Solange zentrale Widerstände nicht überzeugend überwunden werden und die Nachfrage nicht klar anzieht, dürfte ETH in seinem Konsolidierungsmuster bleiben. Sollte sich das aktuelle Fundamentaldatenbild jedoch fortsetzen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine nächste, größere Kursbewegung von einer bereits gefestigten Netzwerkbasis getragen wird.
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