Die E.ON Aktie bewegt sich in einem Spannungsfeld: Während die Deutsche Bank das Kursziel auf 18 Euro anhebt und weiteres Potenzial sieht, attestiert Bernstein Research dem Titel kaum noch Luft nach oben. Mit einem Kurs nahe 17 Euro hat der Essener Energieversorger eine beeindruckende Drei-Jahres-Performance von über 70 Prozent hinter sich. Doch nun stellt sich die Frage: Ist die Rally ausgereizt oder folgt der nächste Schub?

Die Fakten im Überblick:
- Deutsche Bank hebt Kursziel auf 18 Euro an (Buy)
- Bernstein sieht fairen Wert bei 17 Euro erreicht (Market-Perform)
- Analystenkonsens liegt bei 16,74 Euro – unter aktuellem Kurs
- Ikea steigt als neuer Wettbewerber in den Strommarkt ein
- Dividendenrendite: 3,49 Prozent

Geteilte Meinungen der Experten

Die Einschätzungen der Analysten könnten unterschiedlicher kaum sein. Die Deutsche Bank Research bekräftigte am 19. Januar ihre Kaufempfehlung und sieht ein Aufwärtspotenzial von rund 6 Prozent. Auch JP Morgan bleibt optimistisch mit einem Kursziel von 17,50 Euro.

Deutlich zurückhaltender positioniert sich Bernstein Research. Die Analysten attestieren dem Papier lediglich eine "Market-Perform"-Bewertung mit Ziel 17 Euro – eine Marke, die der Titel bereits nahezu erreicht hat. Der Durchschnitt aus zehn Analystenschätzungen liegt mit 16,74 Euro sogar unter dem aktuellen Kurs. Die Interpretation: Der Markt hat die positiven Erwartungen weitgehend eingepreist.

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Operative Herausforderungen wachsen

Operativ bekommt E.ON neue Konkurrenz zu spüren. Der Möbelriese Ikea gab diese Woche seinen Einstieg in den deutschen Strommarkt bekannt und verschärft damit den Wettbewerb im Endkundengeschäft – einem Kernsegment des Essener Konzerns.

Gleichzeitig veröffentlichte E.ON eine Umfrage mit einem wichtigen Signal für die Netzstrategie: Jeder dritte Bürger zeigt sich bereit, durch den gezielten Einsatz von E-Autos oder Heimspeichern das Stromnetz zu entlasten. Für den Netzbetreiber könnte dies Investitionen in den Netzausbau effizienter gestalten.

Zinsumfeld belastet Versorgertitel

Ein struktureller Gegenwind kommt vom Zinsmarkt. Die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen kletterten zuletzt auf 4,25 Prozent. Steigende Zinsen machen die Dividendenrendite von Versorgern im Vergleich zu risikofreien Anlagen weniger attraktiv und verteuern zudem die Refinanzierung der hohen Schuldenlast aus Netzinvestitionen.

Die 17-Euro-Marke wird zum entscheidenden Gradmesser. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte charttechnisch den Weg in Richtung des Kurziels der Deutschen Bank ebnen. Bleibt der Titel jedoch darunter hängen, dürfte die Rally vorerst pausieren.

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