Dogecoin: ETF-Start belastet
Der offizielle Start des 21Shares Dogecoin ETF hätte ein positives Signal für die Kryptowährung werden können. Stattdessen gerät DOGE nach der Einführung des Produkts unter Druck, während der gesamte Kryptomarkt schwächelt. Im Fokus steht damit die Frage, warum ausgerechnet mehr institutionelle Infrastruktur nicht sofort für Auftrieb sorgt.
Kursdruck trotz ETF-Premiere
Dogecoin notiert aktuell bei 0,12 US‑Dollar und liegt damit rund 11 % unter dem Niveau vor einer Woche. Der Coin hat in den vergangenen Tagen eine klare Abwärtsbewegung ausgebildet, nachdem er Anfang Januar noch deutlich zugelegt hatte.
Ein wichtiger Auslöser für die jüngste Schwäche war der Bruch der Unterstützung um 0,126 US‑Dollar am 21. Januar. Dadurch wurden Long-Positionen im Wert von etwa 1,2 Mio. US‑Dollar liquidiert, das Handelsvolumen sprang im Abverkauf auf das 2,6‑Fache des Durchschnitts. Marktbeobachter werten dies als Zeichen, dass es sich eher um erzwungene Verkäufe als um ruhige Preisfindung handelte.
TDOG: Besonderheiten des neuen ETFs
Der 21Shares Dogecoin ETF (Ticker: TDOG) ist am 22. Januar an der NASDAQ gestartet. Er reiht sich in eine wachsende Reihe von US-Produkten ein, weist aber zwei Besonderheiten auf:
- Er ist der erste Dogecoin-ETF mit offizieller Unterstützung der Dogecoin Foundation.
- Er gilt als erster Spot-Dogecoin-ETF mit direkter SEC-Genehmigung; frühere Produkte von Grayscale (GDOG) und Bitwise (BWOW) kamen während des US‑Government Shutdowns 2025 über ein automatisiertes Verfahren ohne explizite Behördenfreigabe an den Markt.
Wesentliche Eckdaten von TDOG:
- Spot-ETF mit voller Hinterlegung in DOGE
- Notierung an der NASDAQ in US‑Dollar
- Verwaltungsgebühr: 0,50 % p.a.
- Emittent: 21Shares US LLC
Der ETF soll laut 21Shares-Präsident Duncan Moir vor allem jüngere, wohlhabende Anleger ansprechen, die Krypto-Exposure über klassische Brokerlösungen suchen. Kurzfristig dominierte jedoch ein typisches „Sell-the-News“-Muster: Trader, die im Vorfeld auf den ETF-Start gesetzt hatten, nahmen nach der Listung Gewinne mit.
Wachsende ETF-Landschaft rund um Dogecoin
Seit Herbst 2025 hat sich der US‑Markt für Dogecoin-Produkte deutlich verbreitert:
- REX-Osprey Dogecoin ETF (DOJE, Cboe BZX) – derivativesbasiert, seit September 2025
- Grayscale Dogecoin Trust ETF (GDOG, NYSE Arca) – Spot-ETF seit November 2025, Gebühr 0,35 % (nach Rabatt)
- Bitwise Dogecoin ETF (BWOW, NYSE) – Spot-ETF seit November 2025, Gebühr 0,34 %
- 21Shares Dogecoin ETF (TDOG, NASDAQ) – Spot-ETF seit Januar 2026, Gebühr 0,50 %
GDOG verwaltet derzeit rund 62,9 Mio. DOGE mit einem Vermögen von etwa 7,77 Mio. US‑Dollar. Insgesamt entsteht damit ein Ökosystem mehrerer Emittenten, das Dogecoin strukturell im institutionellen Umfeld verankert, ohne kurzfristig zwingend für steigende Kurse zu sorgen.
Technisches Bild: Unterstützung im Stresstest
Charttechnisch zeigt DOGE seit Mitte Januar eine Folge tieferer Hochs und tieferer Tiefs – ein klassisches bärisches Muster. Mehrere Kurszonen stechen hervor:
- Widerstand: 0,126–0,127 US‑Dollar (ehemalige Unterstützung, nun Verkaufszone)
- Weitere Widerstände: 0,130–0,135 US‑Dollar (Januar-Startbereich) und 0,140 US‑Dollar (Zwischenhoch vom 16. Januar)
- Aktuelle Unterstützungen: 0,122–0,124 US‑Dollar sowie 0,120 US‑Dollar als psychologische Marke
- Nächste markantere Unterstützung: 0,115 US‑Dollar, falls das aktuelle Niveau nicht hält
Der RSI auf 14‑Tage-Basis liegt bei 35,8 und damit knapp über der überverkauften Zone, was eine angeschlagene, aber nicht extrem überdehnte Marktlage signalisiert. Die trendfolgenden Indikatoren (u.a. MACD im Originaltext) deuten auf anhaltenden Verkaufsdruck hin.
Auffällig ist zudem der Abstand zu gleitenden Durchschnitten: Der Kurs liegt sowohl unter dem 50‑Tage‑ (0,14 US‑Dollar) als auch unter dem 100‑Tage‑Durchschnitt (0,15 US‑Dollar). Das unterstreicht den derzeit eher abwärts gerichteten Trend.
Ökosystem: „Such“-App und geplanter NASDAQ-Merger
Parallel zur Kurs- und ETF-Diskussion gibt es im Dogecoin-Umfeld operative Neuigkeiten. Am 20. Januar haben House of Doge (die Unternehmensstruktur hinter der Dogecoin Foundation) und Brag House Holdings eine neue Mobile-App namens „Such“ angekündigt, deren Start für die erste Jahreshälfte 2026 geplant ist.
Geplante Funktionen der App:
- Self-Custody-Wallet für DOGE
- Echtzeit-Transaktionsfeed
- „Hustles“-Tools, mit denen Händler DOGE-Zahlungen akzeptieren können
- Benutzeroberfläche, die alltägliche Nutzung und Commerce vereinfachen soll
Zusätzlich haben House of Doge und Brag House eine Fusionsvereinbarung unterzeichnet. Das kombinierte Unternehmen soll im Lauf von 2026 an der NASDAQ gelistet werden. Ziel ist es, die institutionelle Infrastruktur rund um Dogecoin zu stärken und Akzeptanz im täglichen Zahlungsverkehr voranzutreiben.
Stimmung, On-Chain-Daten und Marktumfeld
Die Marktstimmung ist klar eingetrübt. Der übergeordnete Fear-&-Greed-Index steht bei 25 und signalisiert „Extreme Fear“ im Kryptomarkt. Solche Phasen belasten besonders risikoreiche Segmente wie Meme-Coins.
On-Chain- und Derivate-Daten zeichnen ein ähnliches Bild:
- Große Adressen mit mehr als 1 Mrd. DOGE bauen seit Mitte Januar Positionen ab.
- Hunderte Millionen DOGE wanderten auf Börsen, was auf verstärkte Verkaufsbereitschaft hindeutet.
- Die Funding-Rates von Perpetual-Futures sind deutlich ins Negative gedreht; annualisiert lagen sie zuletzt bei etwa ‑153 %, was auf eine stark überfüllte Short-Seite schließen lässt.
- Das offene Interesse ist nach dem TDOG-Start um rund 6 % zurückgegangen.
Historisch können Kombinationen aus extremer Angst, fallendem Open Interest und stark negativen Funding-Rates die Basis für plötzliche Gegenbewegungen bilden, wenn Short-Positionen eingedeckt werden müssen. Noch dominiert jedoch klar das Abwärtsszenario.
Hinzu kommt das schwache Gesamtumfeld: Bitcoin liegt rund 6,5 % unter dem Wochenbeginn, Ethereum mehr als 11 % im Minus, die gesamte Marktkapitalisierung von Kryptowährungen beläuft sich auf etwa 3,11 Billionen US‑Dollar. Meme-Coins gehören zu den am stärksten gemiedenen Segmenten, auch wegen:
- makroökonomischer Unsicherheit und gedämpfter Risikobereitschaft
- Umschichtungen in vermeintlich robustere Assets
- anhaltender regulatorischer Diskussionen in mehreren Regionen
Ausblick: Entscheidende Marken zum Monatsende
Dogecoin geht mit anhaltendem Verkaufsdruck in die letzten Januartage. Kurzfristig bleibt die Zone um 0,122–0,124 US‑Dollar entscheidend: Hält diese Unterstützung, sind technische Erholungen in Richtung 0,126 US‑Dollar und darüber möglich, insbesondere vor dem Hintergrund negativer Funding-Rates und der gedrückten Stimmung. Fällt der Kurs hingegen klar darunter, rückt der Bereich um 0,115 US‑Dollar als nächste relevante Marke in den Fokus.
Strukturell sorgt die wachsende ETF-Landschaft mit inzwischen vier Produkten sowie der geplante NASDAQ-Merger im Dogecoin-Ökosystem für mehr institutionellen Unterbau. Im Hier und Jetzt überwiegt jedoch ein bärischer Trend, der erst bei einer Rückeroberung wichtiger Widerstände und einer Beruhigung der Derivatemärkte überzeugend in Frage gestellt wäre.
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