Die Diginex Aktie reagiert mit einem deutlichen Kurssprung auf eine neue Partnerschaft in Brasilien. Ein Joint Venture mit BGlobal und dem Bundesstaat Mato Grosso soll eine digitale Plattform für Dekarbonisierung und Nachhaltigkeitsberichterstattung aufbauen. Nach einer langen Schwächephase stellt sich die Frage, ob diese Initiative dem Titel wieder Rückenwind geben kann.

  • Joint Venture mit BGlobal und Mato Grosso
  • Digitale Infrastruktur für ESG-Reporting und Dekarbonisierung
  • Start im Rindfleischsektor, Ausweitung auf weitere Branchen geplant
  • Vorbörslicher Kurssprung von rund 32 % nach der Meldung
  • Deutliche Kursverluste in den letzten Monaten trotz großer Marktchance

Kurssprung trotz Abwärtstrend

Die neue Rahmenvereinbarung für ein Joint Venture sieht den Aufbau einer digitalen Infrastrukturplattform für Nachhaltigkeitsberichterstattung und Dekarbonisierungsinitiativen vor. Die Nachricht sorgte im vorbörslichen Handel für einen Anstieg der Diginex Aktie um 31,9 %.

Dieser Impuls steht im klaren Gegensatz zur bisherigen Kursentwicklung. Auf Wochensicht verlor die Aktie mehr als 36 %, in den vergangenen sechs Monaten summiert sich das Minus auf fast 82 %. Charttechnisch liegt der Kurs deutlich unter den gleitenden Durchschnitten der vergangenen 20 und 100 Tage, was einen intakten Abwärtstrend signalisiert. Der aktuelle Kurssprung markiert damit zunächst eher eine Gegenbewegung innerhalb eines schwachen Gesamtbilds.

Brasilien im Fokus: Markt für Dekarbonisierung

Inhaltlich zielt die Partnerschaft vor allem auf den Rindfleischsektor in Mato Grosso, einer zentralen Agrarregion Brasiliens. Die geplante Plattform soll bestehende Programme wie das „Passaporte Verde“ unterstützen, indem sie Offenlegung und Rückverfolgbarkeit in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten digital abbildet.

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Das adressierte Marktumfeld ist beachtlich: Der brasilianische Markt für Dekarbonisierung wurde 2024 auf rund 43,1 Milliarden US‑Dollar geschätzt und könnte bis 2030 auf 76,8 Milliarden US‑Dollar anwachsen. Perspektivisch ist eine Ausweitung der Aktivitäten auf weitere Industrien vorgesehen, was die strategische Bedeutung des Projekts unterstreicht.

Übernahmen stärken Nachhaltigkeitsprofil

Parallel zur Expansion nach Brasilien hat Diginex sein Portfolio durch Übernahmen ausgebaut. Das Unternehmen schloss den Kauf von Plan A, einer europäischen Plattform für CO₂‑Bilanzierung, für rund 55 Millionen Euro ab. Im Zuge dieser Transaktion wurden unter anderem Visa und die Deutsche Bank Anteilseigner von Diginex, was die Verankerung im Nachhaltigkeits- und Reportingsegment weiter vertieft.

Zusätzlich übernahm Diginex das in Hongkong ansässige Menschenrechtsberatungsunternehmen The Remedy Project. Zwei weitere geplante Transaktionen wurden hingegen vorerst ausgesetzt, da sie eine schuldenbasierte Akquisitionsfinanzierung erfordert hätten. Insgesamt zeigt sich damit eine klare Ausrichtung auf die Bereiche Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung und Menschenrechtsberatung.

Fazit: Viele Projekte, schwacher Kurs

Die Kombination aus brasilianischem Joint Venture, wachsendem Dekarbonisierungsmarkt und gezielten Übernahmen schärft das strategische Profil von Diginex deutlich. An der Börse dominiert bislang jedoch die Erinnerung an die starken Kursverluste der vergangenen Monate. Entscheidend wird sein, ob aus den vereinbarten Projekten und getätigten Akquisitionen in den kommenden Quartalen messbare Umsatz- und Ergebnisbeiträge entstehen, die den derzeitigen Abwärtstrend nachhaltig brechen können.

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