Diginex Aktie: Unerwartete Verwerfungen?
Diginex baut seine Position im ESG-Softwaremarkt radikal um. Innerhalb von zwei Wochen schloss der Londoner RegTech-Anbieter zwei Übernahmen ab – und positioniert sich damit als Konsolidator in einem Markt, der bis 2030 auf 80 bis 100 Milliarden Dollar anwachsen soll. Doch die aggressive Expansion hat ihren Preis.
55 Millionen Euro für Plan A
Am 14. Januar vollzog Diginex die Übernahme von PlanA.earth aus Berlin. Der Deal bringt einen der führenden europäischen Anbieter für KI-gestütztes Carbon Accounting ins Haus:
- Kaufpreis: 55 Millionen Euro (52 Millionen in Aktien, 3 Millionen bar)
- Verwässerung: 6,7 Millionen neue Diginex-Aktien ausgegeben
- Neue Großaktionäre: Visa und Deutsche Bank steigen ein
- Kundenbasis: Über 1.500 Unternehmen, darunter BMW und Trivago
Die Plan A-Plattform misst Emissionen und unterstützt Dekarbonisierungsstrategien – eine Ergänzung zu Diginex' bestehender ESG-Berichterstattung über 19 globale Frameworks.
Vierte Akquisition in sechs Monaten
Nur sechs Tage zuvor, am 8. Januar, schloss Diginex bereits die Übernahme von The Remedy Project ab. Das Hongkonger Unternehmen spezialisiert sich auf Menschenrechts-Due-Diligence in Lieferketten. Die Verkäuferin erhielt eine Million Aktien plus bis zu eine Million weitere bei Erreichen definierter Earnout-Ziele.
Seit August 2025 hat Diginex vier Übernahmen angestoßen – allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Der größte Deal, die 305-Millionen-Dollar-Transaktion für Findings (Supply-Chain-Risikoplattform), wurde im Dezember pausiert. Das Management nannte mangelnde Fortschritte bei der Due Diligence als Grund. Ein Abschluss gilt als unwahrscheinlich.
Umsatz verdreifacht, Verlust steigt
Die Expansion zeigt sich in den Zahlen. Laut Halbjahresbericht vom 9. Dezember stieg der Umsatz um 293 Prozent. Gleichzeitig weitete sich der operative Verlust aus – eine direkte Folge der M&A-Kosten und Integrationsaufwendungen.
Die kombinierte Plattform soll nun technisch verschmolzen werden. Diginex muss Plan As KI-basierte Emissionserfassung mit den bestehenden ESG-Reporting-Systemen zu einer funktionierenden Einheit zusammenführen. Parallel laufen Gespräche mit Fremdkapitalgebern zur Finanzierung einer weiteren geplanten Übernahme – Resulticks Global Companies. Ob dieser Deal zustande kommt, ist offen.
Die Strategie ist klar: schnelles Wachstum durch Konsolidierung in einem fragmentierten Markt. Die Ausführung wird zeigen, ob Diginex die zugekauften Systeme erfolgreich integrieren kann – oder ob die Übernahme-Offensive zur Belastung wird.
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