Diginex hat Anfang Januar gleich zwei Übernahmen abgeschlossen und damit seine ESG-Plattform deutlich verbreitert. Operativ stärkt das Unternehmen damit sein Angebot in den Bereichen Klimadaten und Menschenrechte, finanziell bezahlt es jedoch mit einer deutlichen Verwässerung. Wie ausgewogen ist dieser Schritt?

Die Fakten im Überblick

  • Übernahme von The Remedy Project über Aktien und Earn-Out
  • Zukauf der CO₂-Plattform Plan A für rund 55 Millionen Euro
  • Finanzierung überwiegend durch die Ausgabe neuer Aktien
  • Kurzfristig gemischte Marktreaktion, Verwässerung belastet den Kurs
  • Fortsetzung einer seit 2025 verfolgten Buy-and-Build-Strategie im ESG-RegTech-Markt

Zwei Übernahmen in kurzer Folge

Am 8. Januar meldete Diginex den Vollzug der Übernahme von The Remedy Project. Das in Hongkong ansässige Unternehmen ist auf menschenrechtliche Sorgfaltspflichten und Arbeitsrechte in globalen Lieferketten spezialisiert.

Die Transaktion erfolgt überwiegend in Aktien:
- Vorauszahlung: 1 Million Diginex-Stammaktien
- Earn-Out: bis zu weitere 1 Million Aktien, abhängig von operativen Zielen

Nur wenige Tage später, um den 14. Januar herum, folgte der Abschluss der bereits im Dezember 2025 angekündigten Übernahme der Berliner PlanA.earth GmbH (Plan A). Der Kaufpreis beträgt rund 55 Millionen Euro.

Die Struktur des Deals:
- Rund 52 Millionen Euro über etwa 6,7 Millionen neue Diginex-Aktien
- Rund 3 Millionen Euro in bar

Mit dem Aktientausch werden die bisherigen Investoren von Plan A – darunter Visa und die Deutsche Bank – zu neuen Anteilseignern von Diginex.

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Die Börse reagierte zunächst uneinheitlich. Die strategische Stoßrichtung der Zukäufe führte zeitweise zu Kursgewinnen, die starke Ausweitung der Aktienzahl sorgte anschließend aber für Verkaufsdruck. In den Tagen nach den Ankündigungen stand der Titel durch den Verwässerungseffekt spürbar unter Druck.

Strategische Einordnung: ESG-Plattform wächst

Die Transaktionen fügen sich in eine klar formulierte Buy-and-Build-Strategie ein. Seit August 2025 hat Diginex bereits vier Unternehmen übernommen, um im fragmentierten ESG-RegTech-Markt eine umfassende Plattform aufzubauen.

Ziel ist ein End-to-End-Angebot, das zentrale Nachhaltigkeitsanforderungen abdeckt:
- ESG-Berichterstattung
- CO₂-Bilanzierung und Dekarbonisierung
- Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten in der Lieferkette

Plan A bildet dabei einen zentralen Baustein für den Bereich Klimadaten und Dekarbonisierung. Die Plattform wird bereits von Kunden wie BMW genutzt und stärkt die technologische Basis von Diginex deutlich. The Remedy Project erweitert das Spektrum im Bereich sozialer Verantwortung und schließt die Lücke beim „S“ in ESG, insbesondere mit Blick auf Arbeitsrechte und Lieferkettenrisiken.

Die Finanzierung der Expansion fast ausschließlich über neue Aktien schont zwar die Liquidität, erhöht aber den Druck, den Mehrwert der Zukäufe schnell sichtbar zu machen. Das Management setzt darauf, dass Synergien, integrierte Lösungen und Cross-Selling-Effekte den Verwässerungseffekt perspektivisch übertreffen.

Ausblick: Integration und nächste Schritte

Für 2026 rückt die Integration der neu erworbenen Unternehmen in den Vordergrund. Entscheidend wird sein, wie schnell Technologien und Teams zu einer durchgängigen Plattform zusammengeführt werden und ob zusätzliche Umsätze bei Bestandskunden wie HSBC und Coca-Cola realisiert werden können.

Parallel denkt Diginex bereits über weitere Expansion nach. In Unternehmensmitteilungen wird eine mögliche Übernahme von Resulticks Global Companies erwähnt, ohne Garantie für einen Abschluss. Für die kommenden Quartale gilt: Die Entwicklung von organischem Umsatzwachstum und operativen Margen wird zum Prüfstein für die aggressive M&A-Strategie. Die nächsten Quartalszahlen sollen erstmals konkreter zeigen, ob der Ausbau der ESG-Plattform den verwässernden Effekt der Kapitalmaßnahmen rechtfertigt.

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