Deutsche Telekom Aktie: Geteilte Signale
Zwischen optimistischen Analystenstudien und einem auffälligen Insider-Verkauf sendet die Deutsche-Telekom-Aktie derzeit gemischte Signale. Während große Häuser weiter deutliches Aufwärtspotenzial sehen, nutzt eine dem Vorstand nahestehende Person das aktuelle Kursniveau für einen umfangreichen Verkauf. Wie passt das zusammen?
Die Fakten im Überblick
- Aktueller Kurs: 27,40 € (Schlusskurs gestern, Dienstag)
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (35,78 €): rund -23 %
- UBS bestätigt „Buy“ mit Kursziel 35,70 €
- Kepler Capital bekräftigt Kursziel von 35,00 €
- Insider-nahe Person verkauft Aktienpaket über 194.600 € zu rund 27,80 €
Analysten sehen deutliches Potenzial
Am 6. Januar bekräftigte die UBS ihre positive Einschätzung für die Deutsche Telekom. Analyst Polo Tang bestätigte das „Buy“-Rating und ein Kursziel von 35,70 Euro. Vom aktuellen Bereich um 27,40 Euro entspricht das einem Aufwärtsspielraum von knapp 30 Prozent.
Auch Kepler Capital hatte bereits vor Weihnachten seine Kaufempfehlung erneuert und ein Kursziel von 35,00 Euro ausgegeben. Beide Häuser verorten den fairen Wert also klar oberhalb der 35-Euro-Marke und stützen damit das Bild einer fundamental attraktiven Bewertung.
Charttechnisch wirkt die Aktie jedoch gebremst. Mit einem Abstand von rund 8,8 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt bei 30,05 Euro bleibt das Papier in einer Konsolidierungsphase. Der RSI von 57,5 signalisiert zudem weder Überkauf- noch Überverkauft-Zustand – der Markt wartet eher ab.
Insider-Verkauf bremst die Euphorie
Einen anderen Akzent setzt die Directors’-Dealings-Meldung vom Dienstagabend. Laut EQS-Mitteilung veräußerte Marla Langheim, eine in enger Beziehung zu Vorstandsmitglied Thorsten Langheim stehende Person, am 2. Januar ein Aktienpaket im Volumen von 194.600 Euro. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei 27,80 Euro.
Solche Transaktionen werden meist genau registriert. Der Verkauf erfolgte in unmittelbarer Nähe zum aktuellen Kursbereich und kann als Signal gewertet werden, dass auf diesem Niveau Gewinne realisiert werden. Marktbeobachter leiten daraus häufig ab, dass kurzfristig kein deutlich höheres Potenzial erwartet wird – auch wenn persönliche oder liquide Mittel betreffende Gründe eine Rolle spielen können.
Gleichzeitig zeigt der Kurs, dass der Markt den Schritt bislang nur verhalten einpreist. Mit einem Minus von rund 1,5 Prozent seit Jahresbeginn und etwa 5,6 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten bleibt die Aktie zwar hinter ihrem 52‑Wochen-Hoch zurück, bewegt sich aber nahe am 50‑Tage-Durchschnitt von 27,55 Euro.
Entkopplung vom Rekord-DAX
Während der DAX zuletzt neue Höchststände markierte, kommt die T-Aktie nicht richtig in Schwung. Die Marke von 35,78 Euro aus dem März 2025 bleibt deutlich entfernt, der Abstand beträgt aktuell über 23 Prozent. Gleichzeitig verläuft der Kurs nur knapp über dem 52‑Wochen-Tief bei 26,45 Euro.
Im europäischen Telekomsektor gibt es dagegen durchaus positive Impulse. Telecom Italia etwa profitiert von einem Rechtsstreit-Erfolg, der eine Rückerstattung von rund einer Milliarde Euro bringt und jüngst zu einer Kurszielanhebung durch die Deutsche Bank führte. Diese bessere Stimmung im Sektor hat allerdings bislang kaum auf die Deutsche Telekom abgefärbt, deren Kurs innerhalb einer relativ engen Spanne pendelt. Die hohe annualisierte 30‑Tage-Volatilität von 73,82 Prozent zeigt allerdings, dass größere Ausschläge jederzeit möglich sind.
Fazit: Technische Hürde als nächster Test
Die aktuelle Lage bleibt zweigeteilt: Auf der einen Seite stehen klare Kaufempfehlungen mit Kurszielen deutlich über 35 Euro, auf der anderen ein Insider-naher Verkauf in unmittelbarer Nähe des aktuellen Niveaus. Kurzfristig rückt vor allem die Zone um 27,80 bis 28,00 Euro in den Fokus. Erst ein stabiler Ausbruch über diesen Bereich würde den Weg in Richtung der von UBS und Kepler skizzierten Bewertungsniveaus öffnen.
Solange diese Hürde nicht überschritten ist und der DAX parallel neue Rekorde markiert, dürfte der Titel eher im Schatten des Gesamtmarkts bleiben. Entscheidend wird sein, ob die positive Analystenstimmung in den kommenden Wochen ausreichend Nachfrage erzeugt, um die jüngsten Gewinnmitnahmen aus dem Management-Umfeld zu überlagern und den Kurs nachhaltig von den unteren Regionen der 52‑Wochen-Spanne zu lösen.
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