Costco setzt ein klares Zeichen: Wer mehr zahlt, bekommt auch mehr. Ab heute schottet der Einzelhandelsriese seine lukrativsten Kunden gezielt von der Masse ab – und riskiert damit den Unmut seiner Stammkundschaft. Während Executive Members exklusive Frühshopping-Zeiten genießen, müssen sich normale Mitglieder gedulden. Eine mutige Strategie, die direkt in die Kernertragsquelle des Unternehmens zielt. Wird diese Mitglieder-Trennung den erhofften Schub bringen oder langjährige Kunden vergraulen?

Exklusivität als Geschäftsmodell

Seit 1. September gilt die neue Regelung ohne Übergangsfrist: Executive Members, die für ihre Mitgliedschaft deutlich mehr bezahlen, erhalten exklusive Einkaufszeiten. An Werktagen und Sonntagen eine ganze Stunde Vorsprung, samstags immerhin 30 Minuten. Für Gold Star- und Business-Mitglieder heißt das: Zutritt erst später.

Hinter der Maßnahme steckt kühles Kalkül. Obwohl Executive Members weniger als die Hälfte der Gesamtmitgliedschaft ausmachen, generieren sie satte 73 Prozent des Umsatzes. Costco will diese wertvolle Klientel nicht nur belohnen, sondern auch Standard-Mitglieder zum Upgrade bewegen. Der Mitgliedsbeitrag ist das Fundament des Geschäftsmodells – hier setzt der Konzern gezielt an, um die Subscription-Einnahmen weiter zu steigern.

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Analysten bleiben optimistisch

Trotz der kontroversen Maßnahme zeigen sich Analysten unbeeindruckt von möglichen Kundenschwund-Sorgen. Jefferies bekräftigte erst Ende August sein "Buy"-Rating und signalisiert damit Vertrauen in die Strategie. Für das am 25. September anstehende Q4-Ergebnis erwarten Wall-Street-Analysten einen Gewinn von 5,82 US-Dollar je Aktie – ein Plus von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die jüngsten Verkaufszahlen untermauern diesen Optimismus: Im Juli 2025 legte Costco bei den Nettoumsätzen kräftige 8,5 Prozent auf 20,89 Milliarden US-Dollar zu. Auch Evercore ISI und JPMorgan Chase & Co. signalisieren mit "Buy"- bzw. "Overweight"-Ratings weiterhin Zuversicht. Das Gesamtbild der Analysten bleibt bei "Moderate Buy".

Insider verkaufen – Institutionen kaufen zu

Spannend ist die Aktivität der großen Investoren: Während Stony Point Capital seine Position im ersten Quartal massiv um 122,7 Prozent aufgestockt hat und nun Anteile im Wert von 15,83 Millionen US-Dollar hält, reduzierte GKV Capital sein Engagement um 17,9 Prozent.

Gleichzeitig zeigen sich bei den Insidern Verkaufssignale. In den letzten drei Monaten verkauften Top-Manager wie EVP Pierre Riel und EVP Patrick J. Callans Aktien im Gesamtwert von über 10 Millionen US-Dollar. Solche Transaktionen werden von Märkten genau beobachtet, da sie Hinweise auf die Einschätzung der Führungsebene geben können.

Die Quartalszahlen zuletzt konnten überzeugen: Im Q3 FY2025 übertraf Costco die Erwartungen mit einem EPS von 4,28 US-Dollar und steigerte den Umsatz um 8,0 Prozent auf 63,21 Milliarden US-Dollar. Dazu kommt eine solide Quartalsdividende von 1,30 US-Dollar je Aktie.

Costco geht bewusst das Risiko ein, mit der Zwei-Klassen-Mitgliedschaft einige Kunden zu verprellen. Doch der Konzern setzt darauf, dass die wertvollen Executive Members umso loyaler werden – und dass genug Standard-Mitglieder den Aufpreis für die Exklusivität zahlen wollen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob diese Wette aufgeht.

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