Cardano: Erwartungen anpassen?
Cardano steht zum Wochenbeginn im Spannungsfeld zwischen schwachem Gesamtmarkt, nachlassender Stimmung – und auffällig aktiven Großinvestoren. Während viele Kryptowährungen unter Abflüssen und Risikoaversion leiden, nutzen ADA‑„Wale“ die Korrektur für deutliche Zukäufe. Entscheidend wird sein, ob dieses stille Einsammeln reicht, um die aktuelle Unterstützungszone zu stabilisieren.
Technisches Bild: Unterstützung im Fokus
Nach mehreren Wochen Abwärtsbewegung notiert ADA aktuell bei rund 0,35 US‑Dollar und liegt damit nur wenig über dem 52‑Wochen‑Tief von 0,33 US‑Dollar. Damit handelt der Coin spürbar unter seinem 50‑ und 100‑Tage-Durchschnitt, was auf anhaltenden Abwärtsdruck und ein eher skeptisches Sentiment hindeutet.
Analysten sehen den Bereich zwischen 0,30 und 0,35 US‑Dollar als zentrale Unterstützungszone. Fällt insbesondere die Marke um 0,32 US‑Dollar, könnte sich der Rückgang in Richtung 0,27 US‑Dollar ausweiten. Zugleich deutet der 14‑Tage‑RSI mit rund 32 Punkten eine bereits fortgeschrittene Überverkauftheit an – der Spielraum nach unten ist aus technischer Sicht also nicht unbegrenzt.
Ein weiteres Signal liefert das 30‑Tage‑MVRV‑Verhältnis, das bei etwa -7,9 % liegt. Viele kurzfristige Anleger sitzen damit im Verlust. In solchen Phasen nimmt der Verkaufsdruck tendenziell ab, weil weniger Investoren bereit sind, zu diesen tieferen Niveaus zu realisieren.
Wichtige technische Punkte im Überblick:
- Handel unter 50‑ und 100‑Tage-Durchschnitt → bestätigter Abwärtstrend
- Unterstützungszone: 0,30–0,35 US‑Dollar
- Kritische Marke: ca. 0,32 US‑Dollar (darunter droht Ausdehnung bis etwa 0,27 US‑Dollar)
- RSI nahe Überverkauft‑Bereich, MVRV negativ → Druck lässt etwas nach, aber Trend noch schwach
On-Chain-Daten: Wale akkumulieren
Parallel zum verhaltenen Chartbild zeigen die On‑Chain-Daten ein deutlich anderes Bild. Adressen mit Beständen zwischen 100.000 und 100 Millionen ADA – die typischen „Wale“ – haben in den vergangenen zwei Monaten kräftig aufgestockt. Insgesamt kamen rund 454,7 Millionen ADA hinzu, beim aktuellen Kurs entspricht das grob 161 Millionen US‑Dollar frischem Kapital.
Diese Verschiebung ist in zweifacher Hinsicht bemerkenswert:
- Größe der Käufe: Die zusätzliche Menge ist angesichts der Marktkapitalisierung von Cardano substanziell.
- Zeitpunkt: Akkumulation findet nicht in einer Hype‑Phase, sondern während einer Korrektur und eines eher schwachen Gesamtmarktes statt.
Im Gegensatz dazu trennen sich kleinere Wallets mit bis zu 100 ADA von ihren Positionen. Damit verschieben sich Bestände von Kleinanlegern hin zu größeren, offenbar langfristiger orientierten Adressen. Marktbeobachter werten solche Muster häufig als Hinweis darauf, dass größere Investoren die aktuellen Kurse als Chance sehen, ihren Bestand aufzustocken.
Governance: Neues Grundgesetz für Cardano
Trotz der Kursflaute läuft die Entwicklung der Plattform weiter. Auf Governance-Ebene wurde im Januar ein wichtiger Schritt vollzogen: Eine neue Version der „Cardano Constitution“ wurde direkt auf der Blockchain ratifiziert und trat am 24. Januar 2026 an einer Epoche-Grenze in Kraft. Nahezu 80 % des aktiv abstimmenden DRep‑Stimmgewichts stimmten zu – ein klares Signal für breiten Rückhalt in der aktiven Community.
Zusätzlich wurden im Januar rund 220 Millionen ADA an sogenannte Delegated Representatives (DReps) delegiert. Diese Delegation stärkt das On‑Chain‑Governance‑System, weil mehr Stimmgewicht strukturiert über Repräsentanten ausgeübt werden kann. Für ein Protokoll, das stark auf formalisierte Governance setzt, ist das ein wichtiger operativer Fortschritt.
Makroumfeld: Kapital fließt aus Krypto ab
Die Cardano-Entwicklung findet nicht im luftleeren Raum statt. Der gesamte Kryptomarkt zeigt seit Mitte Januar deutliche Ermüdungserscheinungen und eine klare Verschiebung in Richtung „Risk-off“.
Mehrere Faktoren spielen hier zusammen:
- Rückgang der Stablecoin-Bestände: Eine sinkende Stablecoin‑Supply deutet darauf hin, dass Kapital nicht nur innerhalb von Krypto rotiert, sondern tatsächlich den Sektor verlässt.
- Hohe Abflüsse bei Binance: In der Woche ab dem 19. Januar verzeichnete die größte Kryptobörse die höchsten Nettoabflüsse seit November 2025. Insgesamt flossen über 6 Milliarden US‑Dollar ab, darunter rund 1,97 Milliarden in Bitcoin, 1,34 Milliarden in Ethereum und etwa 3,11 Milliarden in ERC‑20‑USDT.
- Druck auf US‑Spot‑Bitcoin‑ETFs: Auch die neu aufgelegten Bitcoin‑Spot‑ETFs in den USA sehen seit Ende Januar deutliche Mittelabflüsse. Das bestätigt, dass die Zurückhaltung nicht nur Privatanleger, sondern auch regulierte Vehikel trifft.
Für ADA bedeutet dieses Umfeld: Selbst positive projektspezifische Signale – wie Wale-Käufe und Governance-Fortschritte – treffen auf einen Markt, in dem viele Investoren generell Risiko reduzieren.
Fazit: Wale gegen Gegenwind
Unterm Strich steht Cardano derzeit zwischen zwei Kräften. Auf der einen Seite belasten ein schwaches technisches Bild, der Handel unter wichtigen Durchschnittslinien und ein insgesamt risikoaverses Makroumfeld. Auf der anderen Seite signalisiert die kräftige Akkumulation durch Großadressen und der Fortschritt bei der On‑Chain‑Governance Vertrauen in die langfristige Entwicklung des Netzwerks.
Kurzfristig bleibt die Unterstützungszone zwischen 0,30 und 0,35 US‑Dollar entscheidend: Hält sie, kann sich der Fokus zunehmend auf die strukturellen Fortschritte und die Wale‑Käufe verlagern; ein Bruch würde dagegen das Risiko eines Testes tieferer Niveaus wie 0,27 US‑Dollar deutlich erhöhen.
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