BYD treibt seine internationale Expansion mit klaren Zielen und massiven Kapazitätsplänen voran. Gleichzeitig bleibt die Bewertung im Vergleich zur operativen Stärke moderat, auch vor dem Hintergrund politischer Entscheidungen in wichtigen Absatzmärkten. Wie gut passt die aktuelle Bewertung zu den Wachstumsplänen und Risiken?

Klare Exportziele für 2026

Kern der aktuellen Strategie ist eine konsequente Exportoffensive. Das Management peilt für 2026 den Verkauf von 1,3 Millionen Fahrzeugen außerhalb Chinas an. Gegenüber 2025 entspricht das einem geplanten Zuwachs von rund 25 %.

Diese Zielsetzung knüpft an ein operativ starkes Jahr an. 2025 lieferte BYD 4,6 Millionen New Energy Vehicles (NEVs) aus und steigerte die Stückzahlen damit um 7,7 %. Der US-Konkurrent Tesla meldete im selben Zeitraum rückläufige Auslieferungen um 8,4 % auf 1,64 Millionen Fahrzeuge. Der Exportanteil am Gesamtabsatz soll bei BYD 2026 auf 20 % steigen, nach weniger als 10 % im Jahr 2024.

Rückenwind aus Deutschland und Kanada

In mehreren westlichen Märkten spricht auch die Regulierung für BYD.

In Deutschland hat die Bundesregierung ein neues Förderprogramm für Elektrofahrzeuge mit einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro bis 2029 aufgelegt. Entscheidend: Die Kaufprämien von rund 3.000 Euro pro rein batterieelektrischem Fahrzeug gelten auch für Importmodelle. Das stützt die Pläne des Konzerns, sein Vertriebsnetz in Europa bis Ende 2026 auf etwa 2.000 Standorte zu verdoppeln.

In Kanada wurde zudem ein neues Handelsabkommen geschlossen, das eine Importquote von bis zu 49.000 in China produzierten Elektroautos pro Jahr vorsieht. Damit entsteht ein klar definiertes Einfallstor in den nordamerikanischen Markt, trotz anhaltender Diskussionen über Zölle auf chinesische Fahrzeuge.

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Industrieausbau in Brasilien

Parallel zum Absatz baut BYD seine industrielle Basis weiter aus. In São Paulo wurde eine große Produktionsstätte mit einer Fläche von 180.000 Quadratmetern konkretisiert. Das Werk ist zunächst auf eine Kapazität von bis zu 7.000 Busfahrgestellen pro Jahr ausgelegt.

Die Nachfrage in der Region gilt als solide. Für 2026 liegen bereits Bestellungen über rund 1.200 Fahrgestelle vor. Dieses Volumen soll in etwa dem Doppelten der gesamten Auftragseingänge der vergangenen zehn Jahre in diesem Segment entsprechen.

Bewertung und Kennzahlen

Anleger bewerten die Aktie vor diesem Hintergrund mit einem moderaten Aufschlag gegenüber traditionellen Autobauern, aber unter Berücksichtigung der Wachstumsfantasie im Elektrosegment.

Wichtige Finanzdaten im Überblick:

  • Marktkapitalisierung: ca. 118,75 Mrd. US-Dollar (rund 826 Mrd. HKD)
  • Umsatz (TTM): 118,15 Mrd. US-Dollar
  • Nettogewinn (TTM): 5,38 Mrd. US-Dollar
  • Dividendenrendite: rund 4,31 %
  • Absatz 2025: 4,6 Mio. Fahrzeuge (weltweit führend)
  • KGV (TTM): rund 22

Damit wird das Wachstum eingepreist, ohne dass sich ein Bewertungsniveau zeigt, das typische Übertreibungssignale aussendet. Gleichzeitig spiegelt das aktuelle Kursniveau die politischen und geopolitischen Risiken im China-Exportgeschäft wider.

Technische Lage und Derivate

Auf der Börse in Hongkong stand der Kurs jüngst leicht unter Druck. Ein technischer Faktor war das Auslaufen bestimmter Optionsscheine. Die „BYD-C34 Call Warrants“ verfielen am 26. Januar 2026 wertlos, da der Schlusskurs von 99,13 HKD deutlich unter dem Basispreis von 169,33 HKD lag. Damit fällt ein Teil des spekulativen Open Interest im Markt weg.

Operativ bleibt BYD mit 4,6 Millionen verkauften Einheiten deutlich vor der Konkurrenz, während die Bewertung durch politische Risiken und die Abhängigkeit von Exportmärkten gedeckelt wird. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob das Unternehmen seine Exportziele von 24–25 % Wachstum außerhalb Chinas in den Jahren 2025/2026 wie geplant erreichen und damit den eingeschlagenen Expansionskurs bestätigen kann.

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