Bitcoin ringt zum Start ins Jahr 2026 um eine klare Richtung. Auf der einen Seite stehen steigender Verkaufsdruck und skeptische Stimmen, auf der anderen Seite frische ETF-Zuflüsse und deutliche Akkumulation auf der Blockchain. Entscheidend ist nun, ob die Nachfrage der Käufer stark genug bleibt, um die jüngste Schwächephase aufzufangen.

Kurslage und technische Marken

Nach einem Jahresauftakt mit leichten Zugewinnen tut sich Bitcoin aktuell schwer, die Marke von rund 91.000 US‑Dollar zu behaupten. Im Wochenverlauf prallte der Kurs im Bereich um 95.000 US‑Dollar nach unten ab – ein Widerstand, der sich einmal mehr als zu hartnäckig erwies.

Aus technischer Sicht steht vor allem die Unterstützungszone zwischen 87.500 und 89.000 US‑Dollar im Fokus. Marktbeobachter sehen hier einen Bereich, der kurzfristig getestet werden könnte. Fällt dieser Bereich klar, rücken mittelfristige Kursziele um 76.000 US‑Dollar in den Vordergrund, ein Niveau, das zuletzt im April 2025 erreicht wurde. Der aktuelle Kurs von rund 90.982 US‑Dollar liegt damit zwar deutlich unter dem Rekordhoch vom Oktober 2025, aber noch klar über dem 52‑Wochentief.

Der 50‑Tage‑Durchschnitt bei etwa 89.200 US‑Dollar wurde zuletzt leicht übertroffen, was auf eine gewisse Stabilisierung hindeutet. Gleichzeitig signalisiert ein RSI von 38 auf 14‑Tage‑Basis, dass der Markt eher in Richtung überverkauft tendiert, ohne jedoch in eine Extremsituation abzugleiten.

On-Chain-Daten: Akkumulation trifft Miner-Verkäufe

Käuferseite wird aktiver

On‑Chain‑Daten von CryptoQuant zeichnen ein Bild gegensätzlicher Kräfte. Auffällig ist zunächst die Aktivität der sogenannten Akkumulationsadressen. Diese Wallets haben ihre Bestände in den ersten sechs Tagen des Januars von rund 249.000 BTC auf 310.000 BTC ausgebaut. In kurzer Zeit wurden damit etwa 60.000 BTC aufgesammelt – nach einer langen Phase, in der die Bestände zwischen 200.000 und 230.000 BTC eher seitwärts tendierten.

Dieses veränderte Muster deutet darauf hin, dass langfristig orientierte Marktteilnehmer die Preisniveaus zum Jahresbeginn als Einstiegsgelegenheit nutzen. Nach Monaten der Zurückhaltung scheinen hier wieder verstärkt Käufer bereit zu sein, signifikante Volumina aufzunehmen.

Miner reduzieren Risiko

Auf der Gegenseite stehen die Miner. Ebenfalls laut CryptoQuant haben diese im gleichen Zeitraum rund 33.000 BTC an Binance transferiert. Solche erhöhten Zuflüsse von Mining‑Wallets zu Börsen werden üblicherweise als Hinweis gewertet, dass ein Teil der Bestände liquidiert oder zumindest zum Verkauf bereitgestellt werden könnte.

Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Kursanstiege wirkt dieses Verhalten wie eine Absicherungsstrategie der Miner. Die erhöhte Bereitschaft, Bestände zu veräußern, spricht für eine abnehmende Halteüberzeugung auf dieser Seite des Marktes und verstärkt den kurzfristigen Verkaufsdruck.

Taker-Flows und Sentiment

Ein Blick auf die Taker‑Flows bei Binance zeigt allerdings eine gewisse Entspannung. Während im November 2025 im Schnitt noch rund 2,3 Milliarden US‑Dollar pro Tag netto abgeladen wurden, verzeichnet die Börse seit Jahresbeginn sieben Tage in Folge leichte Nettokäufe von im Schnitt 410 Millionen US‑Dollar täglich. Der extreme Verkaufsdruck der vergangenen Monate ist damit vorerst abgeflaut.

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Parallel dazu ist der Bitcoin Unified Sentiment Index erstmals seit November wieder in den neutralen Bereich zurückgekehrt. Die Phase ausgeprägter Angst ist vorbei, aber Euphorie ist weit entfernt. Dieses gedämpfte Stimmungsbild passt zu der Mischung aus Akkumulation und gleichzeitiger Verteilung durch Miner.

ETFs und große Adressen: Institutionelle bleiben präsent

Auf institutioneller Seite haben die Spot‑Bitcoin‑ETFs zum Jahresbeginn ein Lebenszeichen gesendet. In den ersten drei Handelstagen 2026 flossen netto rund 925,3 Millionen US‑Dollar in diese Produkte, wie Daten von Farside Investors zeigen. Angesichts der unsicheren Stimmung am Gesamtmarkt ist das ein bemerkenswertes Signal: Offenbar sehen größere Anleger die aktuellen Kurse weiterhin als vertretbare Einstiegsniveaus.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte BlackRock mit größeren On‑Chain‑Transfers von Bitcoin zu Coinbase Prime. Diese Bewegungen werden als mögliche ETF‑bedingte Portfolioanpassungen oder Mittelzuflüsse interpretiert. Konkrete Schlussfolgerungen lassen sich daraus zwar nicht ableiten, sie unterstreichen aber, dass das institutionelle Interesse an Bitcoin nicht verschwunden ist.

Marktstimmen: Zwischen Pessimismus und Langfristoptimismus

Überwiegend skeptischer Kurzfristausblick

Mehrere bekannte Trader und Analysten zeichnen kurzfristig ein eher trübes Bild. Trader Roman hält an einem Kursziel von 76.000 US‑Dollar fest und sieht die aktuelle Seitwärtsphase lediglich als Zwischenschritt auf dem Weg dorthin. Keith Alan von Material Indicators warnt vor einem sich abzeichnenden „macro Death Cross“ im Wochenchart – einem Signal, das von vielen Charttechnikern als Hinweis auf eine übergeordnete Schwächephase gewertet wird. Aus seiner Sicht bieten Zwischenrallys derzeit eher Gelegenheiten, Gewinne mitzunehmen.

Daan Crypto Trades verweist zudem darauf, dass in den vergangenen zwei Jahren in 100 Prozent der Monate die unteren Dochte der Monatskerzen größer waren als aktuell. In der Lesart vieler Techniker könnte damit noch nicht ausreichend „Schmerz“ nach unten entstanden sein, um einen tragfähigen Boden auszubilden.

Konsolidierung statt Crash

Etwas neutraler äußert sich Ki Young Ju, CEO von CryptoQuant. Er verweist darauf, dass die Kapitalzuflüsse in Bitcoin insgesamt ausgetrocknet seien, da Investoren verstärkt in klassische Anlageklassen wie Gold und Silber zurückkehren. Statt eines scharfen Einbruchs rechnet er allerdings eher mit einer längeren Seitwärtsphase über die kommenden Monate.

Langfristige Bullen bleiben bei ihrer Story

Auf der anderen Seite stehen bekannte Langfristoptimisten, die an der großen Erzählung festhalten. Venture‑Investor Tim Draper bekräftigte erneut sein Kursziel von 250.000 US‑Dollar und sieht 2026 als das Jahr, in dem Bitcoin im Mainstream ankommt. Ryan Rasmussen von Bitwise hält es zudem für möglich, dass Bitcoin sein traditionelles Vierjahres‑Zyklusmuster durchbricht und bereits 2026 neue Allzeithochs erreicht.

Diese Einschätzungen ändern zwar nichts an den kurzfristigen Risiken, zeigen aber, dass die langfristige Wachstumserzählung in Teilen des Marktes ungebrochen ist.

Stimmung und Makrofaktoren

Der Crypto Fear & Greed Index signalisiert mit einem Wert von 28 weiterhin „Angst“. Seit Anfang November pendelt der Indikator zwischen Angst und extremer Angst. Vor allem Privatanleger agieren damit eher vorsichtig und bleiben mit größeren Engagements zurückhaltend.

Makroseitig fiel der jüngste Rückgang von Bitcoin mit einem Anstieg der US‑Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 208.000 zusammen, womit die Erwartungen leicht übertroffen wurden. Bitcoin reagiert damit zunehmend sensibel auf Konjunkturdaten aus den USA – eine Entwicklung, die sich mit der stärkeren Einbindung in das traditionelle Finanzsystem und den ETF‑Strukturen weiter verstärkt hat.

Fazit und Ausblick

Kurzfristig hängt viel davon ab, ob die starke Akkumulation durch Langfristadressen und die anhaltenden ETF‑Zuflüsse den Verkaufsdruck der Miner und anderer Verkäufer ausgleichen können. Solange sich der Kurs im Korridor zwischen etwa 87.500 und 95.000 US‑Dollar bewegt, bleibt das Bild einer Konsolidierung gerechtfertigt. Ein Bruch der unteren Zone würde den skeptischen Stimmen mit Kurszielen um 76.000 US‑Dollar Auftrieb geben, während nachhaltige Käufe oberhalb von 95.000 US‑Dollar das technische Bild deutlich aufhellen würden.

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