Bitcoin: Ruhiger Start
Nach einem durchwachsenen Krypto-Jahr 2025 beginnt Bitcoin 2026 überraschend nüchtern. Der Markt wirkt ausgedünnt, die großen Ausschläge bleiben vorerst aus, während sich die Diskussion zunehmend von Spekulation hin zu Strukturthemen wie ETFs und Regulierung verlagert. Entscheidend in den kommenden Monaten dürfte sein, ob diese neuen Rahmenbedingungen die Grundlage für den nächsten Zyklus legen oder nur eine Verschnaufpause markieren.
Technische Lage: Enge Spanne nach schwachem Jahr
Bitcoin startet das neue Jahr in einer engen Handelsspanne und liegt rund 30 % unter seinem Allzeithoch aus Oktober 2025. Nach dem Rekordstand um 126.000 US‑Dollar folgte im weiteren Jahresverlauf ein Rücksetzer, der in einem Jahresminus von 6,2 % mündete – deutlich schwächer als klassische Anlageklassen wie Gold oder US-Aktien.
Aktuell notiert Bitcoin bei 88.053 US‑Dollar und damit nur knapp über dem 52‑Wochentief, während der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch fast 30 % beträgt. Der Kurs liegt leicht unter dem 50‑Tage-Durchschnitt, der RSI um 38 signalisiert ein eher verhaltenes Momentum, aber keinen akuten Verkaufsdruck.
Charttechnisch bewegt sich BTC in einer Seitwärtsphase: Auf der Oberseite bremsen Widerstände knapp unterhalb von 92.000 US‑Dollar, auf der Unterseite stützen Bereiche im mittleren 80.000er-Bereich. Viele kurzfristige Trader warten auf einen Ausbruch aus dieser Zone, um die nächste Richtung abzuleiten.
On-Chain-Daten: Weniger Hebel, mehr HODL
Die Blockchain-Daten zeichnen zum Jahreswechsel ein gemischtes Bild, lassen aber einige klare Trends erkennen:
- Börsenabflüsse steigen deutlich: Nettotransfers von zentralen Börsen haben sich von rund 16.500 BTC Ende Dezember auf über 38.500 BTC zum 1. Januar mehr als verdoppelt. Das deutet darauf hin, dass ein spürbarer Teil der Coins in Langfrist-Wallets wandert.
- Futures-Engagement sinkt: Das offene Interesse an Terminmärkten ist seit Oktober 2025 von etwa 94,1 Mrd. auf rund 54,6 Mrd. US‑Dollar gefallen – ein Rückgang von über 40 %. Hebelpositionen wurden massiv reduziert.
- Technische Indikatoren neutralisieren sich: Der RSI liegt im mittleren 40er-Bereich, der MACD nähert sich der Nulllinie mit abnehmender positiver Histogramm-Breite – nachlassende Aufwärtsdynamik, aber kein bestätigter Abwärtstrend.
Unterm Strich verlagert sich die Preisbildung weg von kurzfristig gehebelten Derivate-Spielern zurück zu Spot-Markt und ETF-Flows. Das spricht für weniger Übertreibung, bedeutet aber auch: Ohne neue Nachfrageimpulse bleiben starke Trends zunächst aus.
ETF-Ströme und Institutionen: Konsolidierung nach Rekordstart
Die US-Spot-Bitcoin-ETFs haben 2024 enorme Mittelzuflüsse gesehen und die Tür für breiteres institutionelles Engagement geöffnet. Zum Jahresausklang 2025 dominierte dann allerdings Gewinnmitnahme:
- Am letzten Handelstag 2025 verzeichneten die US-Spot-ETFs Abflüsse von 348 Mio. US‑Dollar, was die Zuflüsse des Vortags (355 Mio. US‑Dollar) fast vollständig neutralisierte.
- Im Dezember summierten sich die Nettoabflüsse auf etwa 1,09 Mrd. US‑Dollar, nachdem bereits im November rund 3,48 Mrd. US‑Dollar an Gewinnen realisiert wurden.
- Trotz dieser Korrektur: Seit dem Start der US-Spot-ETFs im Januar 2024 liegen die kumulierten Nettozuflüsse weiterhin über 21 Mrd. US‑Dollar.
Studien von Grayscale zufolge entfallen derzeit weniger als 0,5 % des von US-Finanzberatern verwalteten Vermögens auf Kryptoanlagen. Die Interpretation vieler Marktbeobachter: Das institutionelle Engagement ist zwar sichtbar, aber bei weitem nicht ausgeschöpft – vor allem, sobald mehr Banken und Plattformen Bitcoin-ETFs standardisiert in Modellportfolios integrieren.
Rückblick 2025: Krypto hinter Gold und Aktien
Im Gesamtjahr 2025 blieb Bitcoin klar hinter traditionellen Anlageklassen zurück. Während BTC um 6,2 % nachgab, legte Gold um 62 % zu, der S&P 500 gewann rund 16 %. Risikoreduzierung und die Suche nach sicheren Häfen spielten Gold in die Karten, während US-Aktien von robusten Unternehmensgewinnen und Zinssenkungsfantasie profitierten.
Die Gesamtmarktkapitalisierung des Kryptomarkts sank im Jahresverlauf von 3,26 auf etwa 3 Billionen US‑Dollar. Zwischenzeitlich überschritt sie allerdings die Marke von 4 Billionen US‑Dollar, bevor Gewinnmitnahmen und vorsichtigeres Sentiment die Bewertungen wieder drückten. Das zeigt: Das Interesse an Krypto ist weiterhin groß, aber deutlich schwankungsanfälliger als bei etablierten Assetklassen.
Einschätzungen für 2026: Spannbreite der Prognosen
Für 2026 gehen die Meinungen der Analysten weit auseinander, wobei sich viele einig sind, dass ein klassischer „Krypto-Winter“ mit langem Seitwärts-Abgleiten derzeit wenig wahrscheinlich ist.
Optimistische Stimmen
- Grayscales Forschungschef Zach Pandl rechnet damit, dass Bitcoin in der ersten Jahreshälfte ein neues Allzeithoch markiert. Treiber sieht er in der Suche nach alternativen Wertspeichern und in klareren regulatorischen Rahmenbedingungen.
- Analysten von Standard Chartered und Bernstein sehen Kursziele um 150.000 US‑Dollar bis Ende 2026.
- Bo Hines, strategischer Berater bei Tether und früher im Weißen Haus für Digital-Assets tätig, bezeichnet eine negative Haltung zu Bitcoin für 2026 als „töricht“ und verweist auf die erwartete Verabschiedung von Marktstruktur-Gesetzen als Kurstreiber.
Vorsichtige Szenarien
Andere Experten warnen vor deutlich mehr Schwankung zu Beginn des Jahres. Greg Magadini, Derivatechef bei Amberdata, erwartet 2026 eine „volatile Mischung“: Zunächst könnte Bitcoin aus seiner Sicht unter 67.000 US‑Dollar fallen, um anschließend in neue Hochs im Bereich 150.000 bis 200.000 US‑Dollar zu laufen. Seine Analyse koppelt Kryptopreise eng an das makroökonomische Umfeld und sieht das Risiko eines Kreditknapps im frühen Jahresverlauf als Belastungsfaktor.
Regulierung als möglicher Katalysator
Parallel zur Marktentwicklung schreitet die Regulierung voran – überwiegend mit positiven Implikationen für Bitcoin:
- Großbritannien: Neue Regeln verpflichten Börsen, Nutzerdaten und Transaktionen an die Steuerbehörden zu melden. Das schafft mehr Transparenz und soll die Akzeptanz bei institutionellen Investoren stärken.
- USA: Der Kongress arbeitet an einem umfassenden Marktstruktur-Gesetz für Krypto. Der sogenannte CLARITY Act soll im ersten Quartal 2026 im Senat zur Abstimmung kommen und könnte zentrale Fragen zur Einstufung und zum Handel von Digitalwerten klären.
Besonders beachtet wird das Potenzial von US‑401(k)-Rentenplänen. Würden nur 1 % der darin verwalteten Vermögen in Bitcoin fließen, entspräche das einem Nachfragevolumen von rund 87 Mrd. US‑Dollar – etwa dem Vierfachen der bisherigen Nettozuflüsse in Spot-ETFs. Solche Ströme könnten die Marktstruktur nachhaltig verschieben.
Fazit: Ruhige Oberfläche, tiefe Strömungen
Bitcoin startet 2026 mit moderaten Kursbewegungen, aber tiefgreifenden strukturellen Veränderungen im Hintergrund. Abgebauter Hebel, steigende Abflüsse von Börsen, etablierte Spot-ETFs und fortschreitende Regulierung deuten auf einen Markt hin, der reifer, aber noch längst nicht gesättigt ist.
Kurzfristig bleibt BTC in einer Spanne grob zwischen den Unterstützungszonen im Bereich um 84.000 US‑Dollar und Widerständen knapp unter 92.000 US‑Dollar gefangen. Für den weiteren Jahresverlauf dürften vor allem drei Faktoren den Takt vorgeben: die Entwicklung des makroökonomischen Umfelds, die Dynamik der ETF-Zuflüsse und die konkrete Ausgestaltung der neuen Regulierungsregime in den USA und Großbritannien.
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