Bitcoin: Nächster Anlauf?
Bitcoin steckt Mitte Januar 2026 in einer spannenden Übergangsphase. Nach einem deutlichen Rücklauf vom Bereich um 97.000 Dollar schwankt der Kurs in einer engeren Spanne, während im Hintergrund enorme ETF-Zuflüsse und neue Unternehmenskäufe laufen. Gleichzeitig sorgt die zähe Regulierung in den USA für Unsicherheit – und bremst die Euphorie etwas aus. Wie stabil ist dieser Mix aus hoher Nachfrage und politischem Gegenwind?
Technische Lage und Makrotreiber
Zu Wochenmitte war Bitcoin kurzzeitig bis an die Marke von rund 97.000 Dollar gelaufen und hatte damit einen heftigen Short Squeeze ausgelöst: Auf den Terminmärkten wurden Short-Positionen im Volumen von mehr als 680 Millionen Dollar zwangsliquidiert. Dieses bullishe Momentum prallte jedoch an dem Widerstandsbereich ab, der seither die nächste Etappe in Richtung der psychologisch wichtigen 100.000-Dollar-Marke blockiert.
Im Anschluss zog sich der Kurs in die Zone um 90.000 bis 94.000 Dollar zurück. Marktanalysten sehen die Spanne von 88.000 bis 90.000 Dollar als zentrale Unterstützung. Ein Bruch der Region um 86.000 Dollar würde demnach eher für eine tiefere Korrektur sprechen, während ein nachhaltiger Ausbruch über 97.000 Dollar den Weg nach oben freimachen könnte.
Aktuell notiert Bitcoin bei rund 95.142 Dollar. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Plus von 4,57 Prozent, im bisherigen Jahresverlauf liegt der Zuwachs bei 7,23 Prozent – der Markt hat also schon wieder einen Teil der letzten Korrektur aufgeholt, bleibt aber mit gut 23 Prozent Abstand noch deutlich unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch.
Im Hintergrund reagiert Bitcoin verstärkt auf ein „sicherer Hafen“-Narrativ. Berichte über eine strafrechtliche Untersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell und anhaltende Zweifel an der US-Geldpolitik haben verstärkte Umschichtungen in vermeintlich robustere Sachwerte angestoßen. Davon profitieren sowohl Bitcoin als auch Gold.
Institutionelle Nachfrage als Preistreiber
Der zentrale Motor der aktuellen Marktstruktur bleibt die institutionelle Nachfrage. US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten am Dienstag die höchsten Nettozuflüsse seit Monaten und nahmen an einem Tag 753 Millionen Dollar auf. Seit Jahresbeginn summieren sich die Nettozuflüsse bereits auf über 660 Millionen Dollar – ein Signal, dass größere Adressen Rücksetzer weiterhin zum Aufbau von Positionen nutzen, trotz aller Regulierungssorgen.
MicroStrategy kauft weiter zu
Auch auf Unternehmensebene geht die Akkumulation unverändert weiter. MicroStrategy, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter, hat erneut deutlich aufgestockt und 13.267 BTC für rund 1,25 Milliarden Dollar erworben. Insgesamt hält das Unternehmen damit inzwischen 687.000 BTC – ein massives Engagement, das Bitcoin als bilanzielle Reservegröße weiter etabliert.
Parallel dazu reift die Infrastruktur rund um digitale Assets weiter. Der europäische Krypto-Broker Bitpanda plant für später im Jahr 2026 einen Börsengang in Frankfurt und strebt dabei eine Bewertung von 5,83 Milliarden Dollar an. Solche Listing-Pläne unterstreichen, dass der Markt rund um Handel und Verwahrung von Kryptowerten zunehmend im regulierten Kapitalmarkt ankommt.
Regulierung: Verzögerungen beim CLARITY Act
Auf der politischen Seite bleibt die Lage in Washington ein Unsicherheitsfaktor. Die einflussreiche Banken-Kommission des US-Senats hat die Beratung des sogenannten „CLARITY Act“ erneut verschoben. Das Gesetz soll die Marktstruktur für Kryptoanlagen definieren und damit eigentlich für mehr Rechtssicherheit sorgen.
Die Verzögerung folgt auf deutliche Kritik aus der Branche. Unter anderem Coinbase-CEO Brian Armstrong warnt, das Gesetz könne Innovation im Bereich DeFi und bei tokenisierten Wertpapieren ausbremsen. Parallel dazu kursiert ein neuer Gesetzesentwurf im Senat, der die Überwachungsbefugnisse der US-Behörden bei Transaktionen mit digitalen Assets ausweiten würde. Dieses Spannungsfeld aus unklaren Regeln und möglichen zusätzlichen Eingriffen dämpft den kurzfristigen Optimismus vieler Marktteilnehmer.
On-Chain-Daten und Derivatemarkt
On-Chain-Metriken deuten darauf hin, dass größere Adressen die aktuelle Seitwärtsphase aktiv nutzen. In der sogenannten „Rich List“ zeigen sich auffällige Bewegungen: Eine große Wallet mit der Endung „mv…“ erhielt am 15. Januar einen Zufluss von 748,09 BTC im Gegenwert von rund 71,2 Millionen Dollar.
Am Derivatemarkt ist der offene Kontraktbestand (Open Interest) von den Hochs aus 2025 etwas zurückgekommen und liegt nun bei etwa 65 Milliarden Dollar. Weniger gehebelte Positionen, kombiniert mit der jüngsten Bereinigung überhebelter Shorts, sprechen für eine insgesamt robustere Marktstruktur als noch im spekulativ überhitzten Umfeld Ende 2025.
Der RSI auf 14‑Tage-Basis liegt mit 38,1 Punkten aktuell im neutralen bis leicht überverkauften Bereich. Zusammen mit einem Kurs von gut 5,7 Prozent über dem 50‑Tage-Durchschnitt und leicht unter dem 100‑Tage-Durchschnitt entsteht das Bild eines Marktes, der nach der Rallye Luft holt, ohne in ein extremes Spannungsverhältnis zu geraten.
Stimmung und Ausblick
Die Marktstimmung lässt sich am besten als vorsichtig positiv beschreiben. Die zurückhaltende Kommunikation der Fed zu möglichen Zinssenkungen bremst zwar klassische Risikoanlagen, gleichzeitig bleibt der Kaufdruck auf Bitcoin hoch. Prognosemärkte wie Polymarket sehen weiterhin hohe Wahrscheinlichkeiten für einen Ausbruch über 100.000 Dollar im ersten Quartal 2026.
Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, wie das Zusammenspiel aus ETF-Zuflüssen, regulatorischer Entwicklung in den USA und der technischen Marke um 97.000 Dollar ausfällt. Gelingt es, diesen Widerstand in eine stabile Unterstützung zu verwandeln, wäre der Weg in Richtung sechsstelliger Kurse aus Marktsicht frei; ein Rückfall unter die genannten Unterstützungszonen würde dagegen klar auf eine Verlängerung der Konsolidierungsphase hindeuten.
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