Bitcoin steckt zum Jahresauftakt in einem Spannungsfeld: Kurzfristig belasten Gewinnmitnahmen und negative ETF-Ströme, gleichzeitig ziehen große Adressen wie Morgan Stanley die Kryptowährung noch tiefer ins traditionelle Finanzsystem. Genau diese Kluft zwischen nervöser Gegenwart und immer stärkerer institutioneller Verankerung bestimmt aktuell das Bild.

Der Kurs liegt heute knapp über 91.000 US‑Dollar und damit spürbar unter dem Rekordhoch der vergangenen zwölf Monate. Von einem Bruch im Aufwärtstrend kann dennoch keine Rede sein, eher von einer Atempause nach einem starken Start ins Jahr.

Technische Lage nach dem Jahresauftakt

Nach der Rally zu Jahresbeginn hat Bitcoin jüngst einen Teil der Gewinne abgegeben. In den ersten Tagen 2026 war die Kryptowährung von rund 87.000 auf über 93.000 US‑Dollar gestiegen, scheiterte dann aber mehrfach an einem Widerstand um 94.000 US‑Dollar, der als wichtige technische Marke gilt.

Auf der Unterseite sehen Analysten kurzfristige Unterstützung knapp über 90.000 US‑Dollar. Ein Durchbruch dieser psychologisch wichtigen Zone könnte den Weg in Richtung der jüngsten Tiefs um 87.000 US‑Dollar öffnen. Solange sich der Kurs jedoch über 91.000 US‑Dollar halten kann, wird die seit Ende 2025 etablierte bullische Struktur als intakt gewertet.

Charttechnisch wirkt Bitcoin derzeit eher neutral: Der aktuelle Kurs liegt nur leicht über dem 50‑Tage-Durchschnitt, der RSI bewegt sich mit gut 38 Punkten im unteren, aber nicht überverkauften Bereich. Insgesamt hat der Kurs in den letzten sieben Tagen leicht zugelegt, bleibt aber rund 27 % unter dem 52‑Wochen-Hoch.

ETF-Ströme kippen kurzfristig

Ein zentraler Treiber der jüngsten Konsolidierung sind die Kapitalflüsse in die US‑Spot-Bitcoin-ETFs. Nach über 1,16 Milliarden US‑Dollar an Zuflüssen allein in den ersten beiden Handelstagen des Jahres kam es am 6. Januar erstmals 2026 zu spürbaren Nettoabflüssen.

Laut Daten von SoSoValue flossen per Saldo rund 243 Millionen US‑Dollar aus den US‑Spot-ETFs ab. Auffällig ist, dass die Bewegungen sehr unterschiedlich ausfielen:

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  • Fidelity (FBTC): deutliche Abflüsse von rund 312 Mio. US‑Dollar
  • Grayscale (GBTC): weitere Abflüsse von gut 83 Mio. US‑Dollar
  • BlackRock (IBIT): als Gegenpol kräftige Zuflüsse von knapp 229 Mio. US‑Dollar

Diese Divergenz zeigt, dass es sich eher um Umschichtungen und Gewinnmitnahmen als um einen breiten Exodus aus dem Segment handelt. Die gesamten verwalteten Vermögen der US‑Bitcoin-ETFs bleiben mit mehr als 123,5 Milliarden US‑Dollar auf hohem Niveau und entsprechen etwa 6,6 % der gesamten Bitcoin-Marktkapitalisierung.

Morgan Stanley verschärft den institutionellen Kurs

Während kurzfristig Kapital abfließt, sendet die Wall Street ein deutlich anderes Signal. Am 6. Januar hat Morgan Stanley bei der US-Börsenaufsicht SEC einen S‑1‑Antrag für einen eigenen Spot-Bitcoin-ETF eingereicht.

Das ist ein strategischer Schritt: Die Bank verwaltet rund 6,4 Billionen US‑Dollar an Kundengeldern und will Bitcoin künftig direkt in die standardisierten Modellportfolios für etwa 19 Millionen Kunden einbinden. Bereits Ende 2025 hatte Morgan Stanley die Beschränkungen für Berater gelockert, die Krypto-ETFs empfehlen wollen – der eigene ETF wäre nun die logische Fortsetzung dieser Öffnung.

Parallel dazu hat das Institut auch einen Antrag für einen Solana-ETF gestellt. Damit signalisiert Morgan Stanley Interesse an einem breiteren Engagement in digitalen Assets jenseits von Bitcoin.

Regulierung: FINRA stärkt Krypto-Kompetenz

Auch auf der Regulierungsseite tut sich einiges. Die US-Finanzaufsicht für Broker, FINRA, hat am 7. Januar zwei prominente Namen in ihr Board of Governors berufen:

  • Rostin Behnam, früherer CFTC‑Chef (2021–2025), bekannt für seine Bemühungen um eine klare Bundesaufsicht für digitale Rohstoffe und sein hartes Vorgehen gegen FTX
  • Dan Gallagher, Chefjurist von Robinhood und ehemaliger SEC‑Kommissar

Mit diesen Personalien will FINRA ihre Aufsicht über den inzwischen rund 3,5 Billionen US‑Dollar schweren Digital-Asset-Markt stärken. Die Einbindung von Experten mit konkreter Krypto-Erfahrung deutet auf einen strukturierteren und fachlich fundierteren Regulierungsansatz für Broker-Dealer hin, die mit Kryptowerten arbeiten.

Geteilte Marktstimmung, klarer Fokus

Die Stimmung am Markt bleibt gespalten. Auf der einen Seite stehen optimistische Häuser wie Bernstein: Die Analysten halten an einem sehr positiven Szenario fest und sprechen von einem möglichen „Tokenization Supercycle“, der Bitcoin 2026 in Richtung 150.000 US‑Dollar treiben könnte. Ihrer Ansicht nach bildet der Markt derzeit einen zyklischen Boden aus, getragen von wachsender On-Chain-Nutzung und institutioneller Nachfrage.

Auf der anderen Seite warnen Stimmen wie Bloomberg-Analyst Mike McGlone vor einer möglichen Korrektur, die den Kurs 2026 noch einmal deutlich nach unten testen lassen könnte. Entsprechend notieren Stimmungsbarometer wie „Fear & Greed“-Indizes aktuell im neutralen Bereich – weder Euphorie noch ausgeprägte Angst dominieren.

Ausblick: Daten und Institutionen geben den Takt vor

Kurzfristig richtet sich der Blick auf zwei Faktoren: zum einen die weiteren ETF-Ströme nach den ersten Nettoabflüssen des Jahres, zum anderen mögliche Volatilität rund um das für den 9. Januar erwartete Urteil des US‑Supreme Court zu Zöllen, das die Liquidität an den Märkten beeinflussen könnte. Mittel- bis langfristig werden vor allem die ETF-Pipeline großer Häuser wie Morgan Stanley und die zunehmende regulatorische Strukturierung durch Akteure wie FINRA darüber entscheiden, ob Bitcoin über die aktuelle Konsolidierungsphase hinaus neues Aufwärtspotenzial erschließen kann.

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