Bitcoin startet mit Rückenwind aus dem ETF-Sektor ins neue Jahr, prallt aber bislang an einer wichtigen Zone knapp unter 100.000 Dollar ab. Während US-Aktien und Edelmetalle zuletzt schwächelten, behauptet sich die Kryptowährung vergleichsweise robust. Entscheidend wird nun, ob die Kombination aus starken ETF-Zuflüssen, stabileren On-Chain-Daten und besseren Minen-Margen reicht, um den nächsten Aufwärtsimpuls auszulösen.

Kursbild: Rücksetzer nach Wochenhoch

Nach einem dynamischen Anstieg von der Zone um 90.000 Dollar auf ein neues Jahreshoch Mitte Januar hat Bitcoin einen Teil der Gewinne wieder abgegeben. Der Kurs liegt aktuell bei 95.584,83 US‑Dollar und damit rund 23 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, notiert aber klar über dem 50‑Tage-Durchschnitt – ein Zeichen, dass der übergeordnete Aufwärtstrend bislang intakt ist.

Der jüngste Rücksetzer fällt in eine Phase, in der auch Gold und Silber deutlicher nachgaben und die großen US-Indizes Verluste verzeichneten. Der leichte Abprall des Bitcoin-Kurses im Bereich 94.000 bis 95.000 Dollar zeigt, dass Marktteilnehmer an dieser Zone zunächst wieder Kaufinteresse zeigen. Technisch rückt der Bereich um 98.000 bis 100.000 Dollar als nächster markanter Widerstand in den Fokus.

ETF-Zuflüsse: Starke Nachfrage von Institutionen

Der wichtigste Treiber der vergangenen Tage kommt klar aus dem ETF-Segment. Nach deutlichen Abflüssen zu Jahresbeginn hat sich der Trend bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs binnen weniger Handelstage komplett gedreht.

Allein zwischen dem 13. und 15. Januar flossen rund 1,7 Milliarden US‑Dollar in diese Produkte. Besonders auffällig: BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) vereinte am 15. Januar mit 648 Millionen US‑Dollar rund 77 % der gesamten Tageszuflüsse auf sich. Auch die ETFs von Fidelity, ARK 21Shares, Grayscale und weiteren Anbietern verzeichneten spürbare Mittelzuflüsse.

JPMorgan-Analysten rechnen für 2026 damit, dass die Kryptomärkte die bereits sehr hohen Nettomittelzuflüsse von rund 130 Milliarden US‑Dollar aus dem Vorjahr übertreffen könnten. Das deutet darauf hin, dass großes Interesse institutioneller Investoren an regulierten Bitcoin-Vehikeln weiterhin vorhanden ist und sich eher verstärkt als abschwächt.

On-Chain-Daten: Verkaufsdruck nimmt ab

Auf der Blockchain-Ebene zeigt sich ein gemischtes, insgesamt aber eher konstruktives Bild. Die Zahl der täglichen Transaktionen lag Mitte Januar bei gut 360.000 und damit unter den Spitzenwerten von Dezember 2025. Das Netzwerk verarbeitet dennoch weiterhin ein hohes Volumen, ohne dass es auf Überlastung oder eine abrupte Nutzungsschwäche hindeutet.

Besonders interessant ist der Blick auf das Verhalten langfristiger Halter:

  • Langfristige Investoren realisieren im Schnitt rund 12.800 BTC pro Woche an Nettogewinnen – deutlich weniger als die Spitzenwerte von über 100.000 BTC pro Woche in der Abverkaufsphase 2025.
  • Große Adressen mit 1.000 bis 10.000 BTC („Wale“) haben ihren Verkaufsdruck zum Start ins Jahr 2026 reduziert.
  • Kleinere Anleger mit Guthaben unter 1 BTC akkumulieren seit Mitte November vermehrt.

Hinzu kommt: Der sogenannte Coinbase Premium Index ist zwar weiterhin negativ, das Tempo des Abverkaufs aus den USA hat sich aber spürbar verlangsamt. Marktbeobachter leiten daraus ab, dass die panikartigen Verkäufe der zweiten Jahreshälfte 2025 abklingen und der Markt in eine ruhigere Phase übergeht.

Derivate: Vorsichtig optimistisches Setup

Im Derivatemarkt zeichnet sich ein Bild verhaltener Zuversicht ab. Das offene Interesse in Bitcoin-Futures ist auf Niveaus zurückgekehrt, die zuletzt im April 2025 erreicht wurden. Das spricht dafür, dass Marktteilnehmer wieder mehr Risiko eingehen, ohne jedoch in eine spekulative Übertreibung zu verfallen.

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Auffällig ist zudem:

  • Optionspositionen konzentrieren sich stark auf Call-Optionen mit Laufzeit Ende Januar und einem Strike bei 100.000 US‑Dollar.
  • Die Finanzierungsraten im Perpetual-Futures-Bereich sind auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2025 gefallen – ein Hinweis auf eine hohe Short-Aktivität.

Der jüngste Schub in Richtung 96.000 US‑Dollar wurde zum Teil durch Short-Eindeckungen von rund 270 Millionen US‑Dollar ausgelöst, nachdem der Kurs die Marke um 95.300 US‑Dollar überschritten hatte. Da dieses Geschehen allerdings mit vergleichsweise dünnem Derivate-Volumen einherging, bleibt der Markt anfällig, falls der Spot-Nachfrageimpuls nachlässt.

Mining: Profitabilität steigt, Konzentration nimmt zu

Die große Belastungsprobe für viele Miner in der zweiten Hälfte 2025 scheint fürs Erste überstanden. Laut einer aktuellen Analyse von JPMorgan haben die 14 in den USA gelisteten Bitcoin-Miner und -Betreiber in den ersten beiden Januarwochen rund 13 Milliarden US‑Dollar an Marktkapitalisierung hinzugewonnen. Zusammen bringen sie es damit auf etwa 62 Milliarden US‑Dollar.

Wichtige Kennzahlen zur Profitabilität:

  • Die sogenannte Hashprice-Kennziffer, also der Umsatz pro Rechenleistung, ist seit Ende Dezember um 11 % gestiegen.
  • Die Bruttomargen der Miner verbesserten sich um rund 300 Basispunkte auf etwa 47 %.
  • Die Netzwerk-Hashrate sank im gleichen Zeitraum um rund 2 %, was den Wettbewerb leicht entschärft und die Erträge pro Exahash erhöht.

US-gelistete Unternehmen kontrollieren inzwischen rund 419 Exahash und damit rund 41 % der globalen Rechenleistung – ein neuer Höchstwert. Gleichzeitig versuchen einige Player, ihr Geschäftsmodell breiter aufzustellen: Riot Platforms legte nach einem Leasing-Deal mit AMD zweistellig zu, da der Markt diesen Schritt als Einstieg in zusätzliche Einnahmequellen im Bereich KI-Infrastruktur interpretiert.

Regulierung und Sicherheit: Zwei offene Baustellen

Auch regulatorisch bleibt das Umfeld in Bewegung. In den USA wurde am 13. Januar ein Entwurf für den „Digital Asset Market Clarity Act“ eingebracht. Das Gesetz soll klarer definieren, wann ein Token als Wertpapier (SEC-Zuständigkeit) und wann als Rohstoff (CFTC-Zuständigkeit) einzustufen ist.

Die weitere Behandlung des Entwurfs im Senat ist jedoch vorerst verschoben worden. Coinbase-Chef Brian Armstrong hat öffentlich erklärt, sein Unternehmen könne den Vorschlag in der aktuellen Form nicht unterstützen. Angesichts der anstehenden Zwischenwahlen 2026 ist der Zeitplan für eine Verabschiedung aus heutiger Sicht unsicher, was den Regulierungsnebel kurzfristig nicht wesentlich lichten dürfte.

Parallel rückt ein technisches Risiko stärker in den Fokus: mögliche Angriffe durch künftige Quantencomputer. Das Unternehmen BTQ Technologies hat am 12. Januar das „Bitcoin Quantum“-Testnetz gestartet, um potenzielle Schwachstellen zu adressieren. Hintergrund: Rund 6,26 Millionen BTC – ein Volumen von über zwei Billionen US‑Dollar – gelten derzeit als besonders exponiert, weil ihre öffentlichen Schlüssel im Ledger sichtbar sind. Langfristig erhöht das den Druck, quantenresistente Standards zu entwickeln.

Stimmung und Ausblick: Entscheidende Marke knapp unter 100.000

Stimmungsindikatoren bestätigen den wieder aufgehellten Ton am Markt. Der Crypto Fear & Greed Index kletterte im Zuge der jüngsten Rallye auf 61 Punkte („Gier“) und signalisiert damit klaren Risikoappetit im Vergleich zur vorsichtigen Ausrichtung Anfang Januar. Auch die zuvor negativen Stablecoin-Ströme drehen allmählich ins Positive, was als frische Kaufkraft für Kryptoassets gewertet wird.

Für die kommenden Wochen zeichnen sich mehrere zentrale Beobachtungspunkte ab:

  • Die psychologisch wichtige Marke von 100.000 US‑Dollar, an der sich auch ein großer Block an Call-Optionen bündelt.
  • Die Frage, ob die kräftigen ETF-Zuflüsse über die erste Januarhälfte hinaus anhalten und strukturell bleiben.
  • Der Fortgang des US-Regulierungsprozesses rund um den „Digital Asset Market Clarity Act“.
  • Das aktuelle Kostenniveau kurzfristiger Halter bei rund 98.300 US‑Dollar, das als wichtige Vertrauensschwelle gilt.

Unterm Strich befindet sich Bitcoin Mitte Januar 2026 in einer Übergangsphase: Der starke Verkaufsdruck aus dem zweiten Halbjahr 2025 hat sichtbar nachgelassen, strukturelle Kapitalzuflüsse nehmen zu und Miner arbeiten wieder mit komfortableren Margen. Gleichzeitig läuft der Kurs in eine historisch dichte Angebotszone zwischen 93.000 und 110.000 US‑Dollar hinein. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über das kurzfriste Kostenniveau der kurzfristigen Halter um 98.300 US‑Dollar, wäre der Weg in Richtung der psychologisch markanten 100.000‑Dollar-Marke aus Marktsicht deutlich besser untermauert als noch vor wenigen Wochen.

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