Barrick Aktie: Wachstumsperspektiven gestärkt
Gold markiert neue Rekordstände, die Barrick-Aktie klettert – und parallel spitzt sich die Diskussion um eine große Neuordnung der Nordamerika-Aktivitäten zu. Während der Markt auf den anhaltenden Goldboom setzt, rückt ein möglicher Spin-off in den Fokus, der ohne den Segen eines mächtigen Partners kaum durchsetzbar ist. Die zentrale Frage: Wie stark profitiert Barrick tatsächlich von Rekordgold und wie sehr bremsen die strukturellen Hürden?
Goldhausse als Rückenwind
Der jüngste Kursschub der Aktie kommt nicht aus dem Nichts: Der Goldpreis hat erstmals die Marke von 5.100 US-Dollar je Unze überschritten und in diesem Umfeld bereits mehr als 18 % seit Jahresbeginn zugelegt – nach einem außergewöhnlichen Anstieg von 64 % im Jahr 2025, dem stärksten Jahresplus seit 1979. Das ist ein Umfeld, in dem Produzenten wie Barrick traditionell deutlich profitieren.
Treiber dieser Goldrally sind vor allem:
- erhöhte Nachfrage nach sicheren Häfen in einem von geopolitischen Spannungen geprägten Umfeld
- Erwartungen, dass die US-Notenbank 2026 die Zinsen senken könnte
- anhaltend starke Goldkäufe durch Zentralbanken
- kräftige Zuflüsse in Gold-ETFs als Absicherung gegen politische und geldpolitische Risiken
Für Minengesellschaften bedeutet ein dauerhaft hoher Goldpreis in der Regel steigende Umsätze und Margen, stärkere Cashflows und mehr Spielraum für Investitionen, Dividenden oder Schuldenabbau. Das dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, dass der Kurs heute mit 44,72 Euro auf einem frischen 52‑Wochen-Hoch notiert und damit auf Sicht von zwölf Monaten um knapp 192 % zugelegt hat.
Spin-off unter Newmont-Vorbehalt
Parallel zum Rückenwind vom Goldmarkt arbeitet Barrick an einem tiefgreifenden Umbau: Die nordamerikanischen Vermögenswerte sollen an die Börse gebracht und in eine eigene Einheit ausgegliedert werden. Genau hier liegt jedoch ein kritischer Knackpunkt.
Kernproblem ist das Gemeinschaftsunternehmen Nevada Gold Mines (NGM), an dem Barrick 61,5 % und Newmont 38,5 % hält. Laut von Reuters eingesehenen Unterlagen verfügt Newmont über ein Vetorecht und ein Vorkaufsrecht, falls Barrick seinen NGM-Anteil veräußern möchte. Jede Übertragung von Anteilen erfordert die Zustimmung des Partners.
Das ist bemerkenswert, weil Barrick noch vor einiger Zeit damit liebäugelte, Newmonts Minderheitsanteil in Nevada selbst zu übernehmen. Jetzt kann Newmont potenziell jeden Schritt blockieren, der NGM in eine separate, börsennotierte Einheit überführen würde.
Zum geplanten Nordamerika-IPO sollen gehören:
- Nevada Gold Mines (NGM)
- die Mine Pueblo Viejo in der Dominikanischen Republik
- das noch unterentwickelte Fourmile-Projekt in Nevada
Fourmile wird vom Management als künftiges Flaggschiff herausgestellt. Für den Kapitalbedarf dieses Projekts ist Barrick allerdings ebenfalls auf Newmont angewiesen. Die geplante Neuaufstellung zählt zu den meistbeachteten Mining-Storys des Jahres 2026; konkrete Pläne sollen im Rahmen der Q4-Zahlen im Februar vorgestellt werden.
Institutionelles Kapital steigt ein
Auf der Eigentümerseite tut sich ebenfalls viel. Institutionelle Investoren bauen ihre Positionen deutlich aus und verschieben damit die Aktionärsstruktur spürbar in Richtung Großanleger.
Einige der jüngsten Bewegungen:
- Intact Investment Management Inc. erhöhte seinen Bestand im dritten Quartal um 11,2 % auf 2.458.490 Aktien im Wert von rund 80,8 Mio. US-Dollar; der Titel macht nun 2,4 % des Portfolios und damit die sechstgrößte Position aus.
- Vanguard Group Inc. erwarb eine neue Position im Umfang von etwa 1,46 Mrd. US-Dollar.
- Arrowstreet Capital Limited Partnership kaufte Aktien im Volumen von rund 1,09 Mrd. US-Dollar.
- First Eagle Investment Management LLC stieg mit etwa 822 Mio. US-Dollar ein.
- TD Asset Management Inc baute ein Engagement von 386 Mio. US-Dollar auf.
Insgesamt halten Hedgefonds und andere institutionelle Investoren inzwischen 90,82 % der ausstehenden Aktien. Das unterstreicht das Interesse professioneller Anleger an der Kombination aus Goldhebel, Restrukturierungsfantasie und solider Bilanz.
Zahlen, Dividende und Bewertung
Operativ lieferte Barrick zuletzt ordentliche Ergebnisse. Im jüngsten Quartal lag der Gewinn je Aktie mit 0,58 US-Dollar knapp über dem Konsens von 0,57 US-Dollar. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 23,2 % auf 4,19 Mrd. US-Dollar. Die Verschuldung bleibt moderat: Die Debt-to-Equity-Quote liegt bei 0,14, die Marktkapitalisierung bei 85,5 Mrd. US-Dollar.
Die Dividendenpolitik wird schrittweise attraktiver. Die reguläre Quartalsdividende wurde um 25 % auf 0,125 US-Dollar je Aktie angehoben. Hinzu kommt eine Performance-Dividende von 0,05 US-Dollar im Rahmen der unternehmensinternen Performance Dividend Policy, sodass sich die Ausschüttung je Quartal auf 0,175 US-Dollar summiert. Auf Jahresbasis entspricht das 0,70 US-Dollar je Aktie und einer Rendite von rund 1,4 %.
Analysten erwarten für das laufende Jahr einen Gewinn je Aktie von 1,47 US-Dollar. Die Bewertung am Markt wird flankiert von überwiegend positiven Einschätzungen: 17 Kaufempfehlungen, drei „Strong Buy“-Ratings und zwei Halteempfehlungen ergeben ein insgesamt freundliches Bild. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 46,91 US-Dollar.
Managementwechsel und Ausblick
Auf der Führungsebene befindet sich Barrick weiter im Übergang. Nach dem Ausscheiden von Mark Bristow führt Interim-CEO Mark Hill derzeit das operative Geschäft. Der Verwaltungsrat unter Vorsitz von John Thornton sucht parallel nach einer dauerhaften Besetzung an der Unternehmensspitze. Mit der Ernennung von Helen Cai zur neuen CFO ist zumindest die Finanzführung neu geordnet.
Für die nächsten Monate sind zwei Punkte entscheidend: Erstens, ob sich der historische Goldpreisaufschwung auf hohem Niveau stabilisiert und damit die operative Ertragskraft weiter stärkt. Zweitens, ob Barrick und Newmont einen tragfähigen Kompromiss finden, der den geplanten Nordamerika-Spin-off ermöglicht. Spätestens mit der Vorlage der Q4-Zahlen im Februar dürfte klarer werden, welchen Weg das Unternehmen bei Struktur und Kapitalallokation tatsächlich einschlagen will.
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