Barrick Aktie: Rückenwind durch Goldrally
Barrick gehört derzeit zu den auffälligsten Gewinnern im Goldminensektor. Getrieben von Rekordpreisen beim Gold hat sich der Minenkonzern deutlich nach oben gearbeitet – und steht nun vor einem wichtigen Termin: den Zahlen für das Gesamtjahr und das vierte Quartal 2025. Die spannende Frage für Anleger ist, ob das starke Umfeld sich bereits voll in Margen, Cashflow und Ausblick niederschlägt.
Starke Kursentwicklung und technische Lage
Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten einen deutlichen Höhenflug hingelegt: Auf Jahressicht steht ein Plus von rund 164 %, in den letzten 30 Tagen waren es gut 15 %. Gestern schloss der Titel bei 40,60 Euro – nur minimal unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 40,83 Euro.
Auffällig ist zugleich die technische Ausgangslage: Der Kurs liegt rund 64 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt und knapp 15 % über der 50‑Tage-Linie. Der 14‑Tage-RSI von 28,4 signalisiert dabei eher kurzfristige Überverkauftheit nach vorherigem starken Lauf, was auf eine Phase erhöhter Schwankungen hindeutet.
Rekord-Goldpreise als Gewinnmotor
Der zentrale Treiber hinter der Rally ist der Goldpreis. Das Edelmetall hat 2025 rund 65 % zugelegt und zeitweise sogar Gewinne von bis zu 70 % verzeichnet, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Zwischenzeitlich kletterte der Preis auf über 4.400 US‑Dollar je Unze – ein historisch hohes Niveau.
Mehrere Faktoren haben diese Entwicklung befeuert:
- Verschärfte Handelspolitik und neue Zölle, die globale Spannungen verstärken
- Rekordhohe Goldkäufe durch Zentralbanken
- Zinssenkungen der US‑Notenbank mit Aussicht auf weitere Schritte
- Geopolitische Konflikte, unter anderem zwischen den USA und Venezuela
- Hohe Nachfrage nach „sicheren Häfen“ angesichts makroökonomischer Unsicherheiten
Für Barrick bedeutet das: deutlich höhere Verkaufspreise je Unze und damit Potenzial für starke Margen, selbst wenn die Kosten anziehen.
Quartalszahlen im Februar: Deutliches Gewinnwachstum erwartet
Am 7. Januar 2026 hat Barrick angekündigt, die Zahlen für das Gesamtjahr und das vierte Quartal 2025 am 5. Februar 2026 zu veröffentlichen. Das Management will die Ergebnisse in einem Webcast vorstellen, inklusive Fragerunde mit Analysten.
Die Konsensschätzungen zeichnen ein klares Bild:
- Gewinn je Aktie 2025: 2,28 US‑Dollar (plus 79,4 % gegenüber 2024)
- Gewinn je Aktie 2026: 3,41 US‑Dollar (plus 51,4 % gegenüber 2025)
- Umsatz Q4 2025: 5,15 Mrd. US‑Dollar (plus 41,4 % gegenüber Q4 2024)
Damit preist der Markt kräftiges Ertragswachstum ein, das vor allem auf den hohen Goldpreis und verbesserte Margen zurückgeführt wird.
Analysten werden optimistischer
In den vergangenen Wochen haben mehrere Investmentbanken ihre Einschätzung für die Aktie nach oben angepasst – ein Signal, dass der Markt dem Aufschwung zunehmend Vertrauen schenkt.
- Jefferies hat das Kursziel von 46 auf 55 US‑Dollar angehoben, die Kaufempfehlung („Buy“) bestätigt und Barrick als „Top-Pick“ unter den großen Goldminen hervorgehoben.
- BNP Paribas Exane stufte von „Neutral“ auf „Outperform“ hoch und erhöhte das Ziel von 34,50 auf 50 US‑Dollar.
- UBS bestätigte „Buy“ und hob das Kursziel von 39 auf 47 US‑Dollar an.
- DA Davidson bekräftigte die Kaufempfehlung mit Kursziel 42 US‑Dollar.
- Bernstein SocGen bleibt bei „Outperform“ mit einem Ziel von 64 kanadischen Dollar.
Jefferies-Analyst Fahad Tariq begründet die positive Sicht mit attraktiven Bewertungen im Sektor. Aus seiner Sicht sind Goldwerte 2026 gut positioniert, ihre Margen auszuweiten und den freien Cashflow im Jahresvergleich zu steigern.
Bewertung trotz Rally moderat
Trotz der starken Kursentwicklung bleibt die Bewertung im Branchenkontext vergleichsweise moderat. Auf Basis der Schätzungen liegt das Forward-KGV bei 12,84 und damit rund 4,7 % unter dem Branchendurchschnitt von 13,47.
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Wichtige Kennziffern im Überblick:
- Marktkapitalisierung: 75,4 Mrd. US‑Dollar
- KGV (Trailing Twelve Months): 21,19
- Gewinn je Aktie (TTM): 2,08 US‑Dollar
- 52‑Wochen-Spanne: 15,31 bis 46,46 US‑Dollar
- Beta: 0,89
Zusätzlich bietet der Konzern eine Dividendenrendite von 1,6 % bei einer Ausschüttungsquote von 32 %. Das lässt Spielraum für weitere Rückflüsse an die Aktionäre, ohne die Bilanz zu überlasten.
Kostendruck und Förderprobleme bremsen
Die glänzenden Goldpreise überdecken jedoch nicht alle Herausforderungen. In den Zahlen zum dritten Quartal 2025 zeigte sich, dass die Kostenbasis unter Druck steht und die Förderung nicht reibungslos läuft.
- Die All-in Sustaining Costs (AISC) stiegen auf 1.538 US‑Dollar je Unze.
- Die reinen Cashkosten legten im Jahresvergleich um rund 3 % zu.
- Die Goldproduktion sank um 12 % auf 829.000 Unzen.
- Die Mine Loulo-Gounkoto in Mali bleibt weiterhin stillgelegt.
Für das Gesamtjahr 2025 rechnet Barrick mit Cashkosten von 1.050 bis 1.130 US‑Dollar je Unze und AISC von 1.460 bis 1.560 US‑Dollar. Die geplante Goldproduktion liegt in einer Spanne von 3,15 bis 3,5 Millionen Unzen. Damit hängt ein Teil der Ergebnisdynamik an der Frage, ob der Konzern die Kosten in den Griff bekommt und die Produktion stabilisieren kann.
Kupfer als zweites Standbein
Parallel zum Goldgeschäft baut Barrick seine Kupferaktivitäten aus – ein strategischer Schritt, um vom globalen Elektrifizierungstrend zu profitieren und die Abhängigkeit vom Goldpreis zu reduzieren.
Zentrale Projekte sind:
- Die Erweiterung der Lumwana-Mine in Sambia, die die Kupferproduktion künftig deutlich steigern soll.
- Das Reko-Diq-Projekt in Pakistan, das ab 2028 signifikante Mengen an Kupfer und Gold liefern soll.
Bereits 2024 förderte Barrick rund 195.000 Tonnen Kupfer und verfügt neben umfangreichen Goldreserven über beachtliche Kupferreserven. Das verschafft dem Konzern eine breitere Ertragsbasis in einem Umfeld, in dem Kupfer als Schlüsselrohstoff für Energiewende und Elektromobilität gilt.
Solide Bilanz und hoher Cashflow als Basis
Finanziell steht Barrick robust da. Der Nettoverschuldungsgrad liegt nach einer weiteren Schuldentilgung von 500 Mio. US‑Dollar nahe null. Diese solide Bilanz ermöglicht es dem Unternehmen, Wachstum zu finanzieren und zugleich Kapital an die Aktionäre zurückzugeben.
Aktionärsfreundliche Maßnahmen der letzten Zeit:
- Anhebung der regulären Quartalsdividende auf 0,125 US‑Dollar je Aktie
- Zusätzliche Sonderzahlungen von 0,05 US‑Dollar je Quartal
- Ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 1 Mrd. US‑Dollar
Im dritten Quartal 2025 erzielte Barrick einen operativen Cashflow von 2,4 Mrd. US‑Dollar – ein Plus von 82 % gegenüber dem Vorquartal. Diese starke Mittelzufuhr verschafft Spielraum für Investitionen in Projekte wie Lumwana und Reko Diq, ohne die Ausschüttungen zu gefährden.
Fazit: Hohe Erwartungen vor den Zahlen
Barrick geht mit Rückenwind aus Rekord-Goldpreisen, deutlichem Gewinnwachstum und einer starken Bilanz in die Bilanzsaison. Gleichzeitig bleiben steigende Kosten, Produktionsrückgänge und Minenstillstände als Risikofaktoren präsent. Entscheidend wird am 5. Februar sein, ob das Unternehmen die ambitionierten Wachstumserwartungen bestätigen, Fortschritte bei Kosten und Produktion aufzeigen und einen überzeugenden Ausblick für 2026 liefern kann.
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