Apple zeigt bei der Reparierbarkeit seiner Geräte ein gespaltenes Bild. Während das aktuelle MacBook Pro mit M5-Chip leichte Verbesserungen bietet, sind die beliebten AirPods Pro laut Experten weiterhin praktisch unreparierbar – ein Problem für Verbraucher und Umwelt.

MacBook Pro M5: Kleine Schritte in die richtige Richtung

Der im Oktober 2025 vorgestellte 14-Zoll MacBook Pro mit M5-Chip zeigt laut einer Analyse des Reparaturportals iFixit leichte Fortschritte. Die im selben Monat veröffentlichte Teardown-Analyse ergab: Die offiziellen Reparaturanleitungen von Apple machen Arbeiten für Techniker sicherer und einfacher.

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Ein konkretes Plus ist der verbesserte Zugang zu den Batterie-Ziehlaschen. Techniker können sie nun erreichen, ohne das Trackpad ausbauen zu müssen. Das könnte den Batterietausch erleichtern – vorausgesetzt, Apple bietet den Akku überhaupt als Einzelteil an. Kritisch bleibt, dass die Batterie weiterhin vormontiert in einem Chassis verbaut ist. iFixit bewertet dies als Hindernis für Reparaturen und als Umweltproblem.

Trotz dieser Ansätze erhielt das Gerät nur eine Reparierbarkeitsnote von 4 von 10 Punkten. Viele Komponenten wie der MagSafe- oder USB-C-Anschluss sind modular tauschbar. Große Hürden bleiben jedoch: Der Arbeitsspeicher ist fest verlötet und für Display- oder Sensortausch sind oft proprietäre Kalibrierungstools von Apple nötig. Ein ähnliches Bild zeigte bereits das Vorgängermodell mit M3-Chip aus dem Jahr 2023.

AirPods Pro 2: Design für die Mülltonne

Ganz anders sieht es bei den AirPods Pro der 2. Generation aus. Eine iFixit-Analyse aus September 2022 ergab damals eine vernichtende Bewertung: 0 von 10 Punkten für Reparierbarkeit. Dieser Status hat sich bis heute nicht geändert.

Sowohl die Ohrhörer als auch das Ladecase sind extrem schwer zu öffnen, ohne sie zu zerstören. Techniker müssen oft zu brutalen Methoden greifen. Extensiver Klebeeinsatz fixiert Batterien und Stecker so fest, dass ein Austausch praktisch unmöglich ist. Die innere Konstruktion ist auf maximale Kompaktheit getrimmt – Servicefreundlichkeit spielte keine Rolle.

Diese Bauweise wirft Fragen zur Produktlebensdauer und zum Elektroschrott auf. Zwar bietet Apple einen Batteriewechsel-Service an, doch eine Reparatur durch Verbraucher oder unabhängige Werkstätten ist ausgeschlossen. Bei Defekten führt der Weg meist direkt zur Neukauf – ein Widerspruch zu Apples eigenen Umweltzielen wie der angestrebten Klimaneutralität bis 2030.

Recht auf Reparatur: Druck wächst, Umsetzung schwankt

Die gegensätzlichen Entwicklungen bei Laptop und Kopfhörern zeigen den Konflikt zwischen Innovation und der wachsenden Right-to-Repair-Bewegung. Apples eigener Self-Service-Reparatur-Programm wird nicht einheitlich umgesetzt.

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Bei größeren Geräten wie dem MacBook Pro deuten offizielle Anleitungen und etwas mehr Modularität auf ein langsames Umdenken hin. Getrieben wird dies von Verbraucherforderungen und drohender Regulierung, etwa in der EU oder einzelnen US-Bundesstaaten.

Bei Miniaturprodukten wie den AirPods scheint dagegen weiterhin die Philosophie zu gelten: Form und Funktion gehen vor Langlebigkeit. Experten sehen hier eine der größten Herausforderungen für die gesamte Branche. Die intensive Verklebung und komplexe Integration erschwert eine Kreislaufwirtschaft massiv und belastet auf Dauer die Kundengeldbörse.

Ausblick: Wird Reparierbarkeit zum Standard?

Die Zukunft der Reparierbarkeit bei Apple bleibt spannend. Die leichten Verbesserungen beim MacBook Pro könnten ein vorsichtiger Trend für größere Geräte sein. Weltweite Gesetzesinitiativen zum Recht auf Reparatur dürften diesen Druck erhöhen.

Für ultra-kompakte Wearables wie die AirPods ist der Weg jedoch steiniger. Die Erwartungen an Größe, Gewicht und Leistung stehen reparaturfreundlichem Design entgegen. Langfristig könnte der wachsende Druck zu innovativeren, modulareren Bauweisen führen – selbst bei den kleinsten Gadgets. Die Balance zwischen High-Tech-Design und nachhaltigem Lebenszyklus wird die Tech-Branche noch lange beschäftigen.