AMD steht nach dem langen Wochenende zwischen gemischten Signalen: Insiderverkäufe, ein personeller Umbau im Board und neue Impulse im KI-Geschäft prallen auf teils skeptische Analystenkommentare. Im Kern geht es darum, ob die starke Kursrally der vergangenen Monate durch operatives Wachstum und technologische Fortschritte untermauert wird – oder ob erste Bremsspuren sichtbar werden.

Insiderverkauf und Kursumfeld

Zu Wochenbeginn hat ein Insiderdeal die Stimmung etwas gebremst. Senior Vice President Ava Hahn veräußerte am 16. Januar 2.442 AMD-Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von 234,42 US-Dollar, ein Volumen von rund 572.000 US-Dollar. Ihr direkter Bestand sank damit um knapp 13 % auf 16.359 Aktien.

Parallel dazu wurden im Rahmen einer Steuerverrechnung 8.374 Aktien einbehalten, was darauf hindeutet, dass ein Teil der Bewegungen mit der Besteuerung von aktienbasierten Vergütungen zusammenhängt. Solche Transaktionen sind zwar häufig Routine, werden aber besonders aufmerksam verfolgt, wenn der Kurs in der Nähe von Rekordständen notiert.

Kursseitig hat die Aktie zuletzt deutlich Boden gutgemacht: Über die vergangenen 30 Tage steht ein Plus von rund 27 %, auf Jahressicht hat sich der Wert sogar nahezu verdoppelt. Mit einem Schlusskurs von 231,70 US-Dollar gestern liegt AMD faktisch auf 52-Wochen-Hoch-Niveau.

Governance und KI-Strategie

Auf der strategischen Seite meldete AMD eine wichtige Personalie im Aufsichtsrat. KC McClure wurde mit Wirkung vom 20. Januar in das Board of Directors berufen. Der Schritt steht im Kontext der Ambition, das Enterprise-KI-Geschäft weiter auszubauen und Governance-Strukturen für die nächste Wachstumsphase zu stärken.

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Operativ unterlegt wird dieser Anspruch durch neue Partnerschaften und Produkte:

  • Die emiratische KI-Firma G42 erwartet laut eigener Aussage die ersten Lieferungen von AMDs fortgeschrittenen KI-Chips „in ein paar Monaten“.
  • Damit gewinnt AMD im Nahen Osten an Sichtbarkeit – einem Markt, der zugleich von geopolitischen Risiken und Exportdiskussionen der US-Regierung geprägt ist.
  • Zusätzlich hat AMD mit ReasonLite‑0.6B ein eigenes, quelloffenes Mathe-Reasoning-Modell vorgestellt, das mit 75,2 % auf dem AIME‑2024-Benchmark große Modelle herausfordert und die Softwarekompetenz des Konzerns unterstreichen soll.

Diese Kombination aus Hardware-Lieferungen, Software-Stack und neuer Board-Besetzung zielt klar darauf ab, das Profil im KI-Rechenzentrumssegment zu schärfen.

Analysten: Kostenvergleich vs. Kursziele

Auf der Analystenseite prallen derzeit eher nüchterne Kostenanalysen und optimistische Kursziele aufeinander. Eine neue Studie von Goldman Sachs vom 20. Januar sieht im „AI Compute“-Ökosystem die Wettbewerber Broadcom und Nvidia im Vorteil. Demnach ermöglichen AMD-Lösungen für bestimmte Workloads zwar rund 30 % geringere Kosten, Broadcoms TPU v7 kommt in der Analyse aber auf Einsparungen von fast 70 %.

Diese Relativschwäche bei der reinen Kosteneffizienz lässt Zweifel aufkommen, wie stark AMD im direkten Vergleich tatsächlich positioniert ist. Gleichzeitig bleibt der übergeordnete Analystenkonsens stützend: Wells Fargo etwa hält an einem Kursziel von 345 US-Dollar fest, was ausgehend vom aktuellen Kurs ein deutliches Aufwärtspotenzial von fast 50 % impliziert.

Die Kursentwicklung der vergangenen Wochen zeigt, dass der Markt bisher eher die Wachstumsstory honoriert als die Kostenvergleiche zu bestrafen.

Ausblick auf die nächsten Wochen

Der nächste harte Prüfstein steht bereits fest: Am 3. Februar legt AMD die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dann wird sich zeigen, wie stark neue Datenzentrumskunden und Partnerschaften – darunter der kürzlich vereinbarte 25-MW-Lease-Deal mit Riot Platforms für Hochleistungsrechenzentren – bereits in den Umsätzen durchschlagen. Für die Aktie, die nur noch minimal unter ihrem 52‑Wochen‑Hoch notiert und deutlich über den gleitenden Durchschnitten der vergangenen Monate liegt, wird vor allem entscheidend sein, ob AMD im KI-Bereich die von Goldman Sachs aufgezeigte Effizienzlücke mittelfristig verkleinern kann und so eine Fortsetzung des Aufwärtstrends rechtfertigt.

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