Für Wirecard (WKN: 747206) glich es einem Ritterschlag, als die japanische Beteiligungsgesellschaft SoftBank (WKN: 891624) im Frühjahr dieses Jahres bei dem innovativen Zahlungsdienstleister eingestiegen ist. Der Beginn einer strategischen Partnerschaft, wohlgemerkt, die sich inzwischen in vielerlei Hinsicht ausgezahlt hat, denn immerhin konnte der DAX-Konzern inzwischen viele Kooperationen dank seines neuen Partners begrüßen.

Doch nicht alle Beteiligungen laufen derzeit so, wie sich die Japaner das wohl erhoffen. Erst vor wenigen Wochen wurden so beispielsweise kritische Stimmen laut, wonach sich die Beteiligungsgesellschaft in einer Krise befinden könnte. Auch aufgrund von unglücklichen Investitionen.

Wie es scheint, dürfte das Kapitel einer dieser unglücklichen Beteiligungen jetzt in eine weitere Runde gehen. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Investoren zum aktuellen Verfahrensgang rund um WeWork wissen sollten:

SoftBank geht quasi All-In!

Wie momentan berichtet wird, steht die japanische Beteiligungsgesellschaft scheinbar davor, die eigenen Besitzverhältnisse an WeWork noch einmal aufzustocken. Gegenwärtig gehören den Japanern bereits rund ein Drittel aller Aktien, allerdings könnte nun ein weiteres Investmentpaket in einer Größenordnung von einer Milliarde erneut bevorstehen. Wobei es sich hierbei gewissermaßen um eine notwendige Finanzspritze handeln könnte.

Bei WeWork läuft es in den vergangenen Wochen nämlich alles andere als rund. Erst ist der Börsengang in Anbetracht kritischer Berichterstattung über Verluste und Verstrickungen rund um den ehemaligen CEO Adam Neumann gescheitert. Infolgedessen wurde zudem der Börsenwert mächtig nach unten korrigiert. Statt wie zuvor mit einem Börsengewicht von 47 Milliarden US-Dollar wird der Bürovermieter gegenwärtig lediglich noch in einer Spanne zwischen 10 und 12 Milliarden US-Dollar bewertet. So zumindest laut gängigen Berichten.

Mithilfe des Börsengangs wollte WeWork zudem ursprünglich rund 3 Milliarden US-Dollar einnehmen und sich im Erfolgsfall weitere 6 Milliarden US-Dollar durch Fremdmittel im Kontext eines Börsenganges sichern. Da diese Pläne nun gescheitert sind, könnten die finanziellen Mittel bis Ende des Jahres eng werden, weshalb sich SoftBank nun scheinbar in der Pflicht sieht, noch einmal rund eine Milliarde US-Dollar nachzuschießen, um ein wenig Flexibilität zu gewährleisten.

Was bedeutet das für SoftBank

Es ist natürlich immer ein Drahtseilakt, wenn man als Investor in ein Projekt investiert, das einige Schwierigkeiten zu durchleben scheint. Und WeWork dürfte definitiv zu diesem Kreis dazuzählen, weshalb man diesen Schritt durchaus anzweifeln kann. Andererseits ist SoftBank bereits zu einem Drittel an dem Unternehmen beteiligt, wodurch es irgendwo nur nachvollziehbar ist, dass hier weitere finanzielle Mittel fließen, um zumindest die Chance zu wahren, dass sich diese Beteiligung noch einmal durch einen Börsengang auszahlen können wird.

Systemrelevant scheinen diese finanziellen Mittel hierbei glücklicherweise nicht zu sein. Die SoftBank sitzt immerhin alleine in ihrem Vision Funds auf einem Vermögensbetrag von rund 100 Milliarden US-Dollar. Diese weitere Finanzspritze in Höhe von einer Milliarde US-Dollar entspricht daher in etwa einem Wert von einem Prozent, was jedoch ein Zünglein an der Waage sein kann, ob ein Jahr durchwachsen oder erfolgreich ist.

Insgesamt steht bei WeWork natürlich deutlich mehr auf dem Spiel, denn immerhin könnten hier milliardenschwere Abschreibungen schlummern, sofern der Wert dieser Beteiligung nachhaltig korrigiert werden muss. Nichtsdestoweniger bleibt das Portfolio der Japaner mit über 80 Beteiligungen natürlich diversifiziert, wobei das Unternehmen mit Wirecard zumindest in diesem Jahr und einem Einstandskurs in Höhe von 130 Euro je Aktie zumindest einen glücklicheren Riecher bewiesen hat.

WeWork ist ein Risiko, aber …

Wie wir unterm Strich sehen können, ist WeWork daher natürlich ein gewisses Risiko. Die milliardenschwere Beteiligung steht irgendwo auf der Kippe und muss wohl vermutlich mithilfe einer weiteren Finanzspritze gerettet werden. Dennoch könnten hier milliardenschwere Abschreibungen lauern, sofern der alte Glanz nicht wiederhergestellt werden kann.

Eine langfristige Krise ist jedoch nicht abzusehen. Dazu dürfte es mehr als einer schiefgelaufenen, wenngleich auch größeren Beteiligung benötigen, um diese milliardenschwere Beteiligungsgesellschaft aus dem Konzept zu bringen.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool empfiehlt SoftBank.

Motley Fool Deutschland 2019