Kapitalmarktausblick 2024: Cool bleiben und auf Aktien setzen

Emittent / Herausgeber: Union Investment / Schlagwort(e): Fonds/Marktbericht

Kapitalmarktausblick 2024: Cool bleiben und auf Aktien setzen

29.11.2023 / 10:00 CET/CEST

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

* Konjunkturaufschwung nach schwachem Winterhalbjahr

* Inflation im flachen Abwärtstrend

* Leitzinsplateau reicht bis ins zweite Halbjahr

* Aktien als favorisierte Anlageklasse, Selektion ist Trumpf

* Herausforderndes, aber auch aussichtsreiches Kapitalmarktjahr 2024

Frankfurt am Main, 29. November 2023 - "Aktien sind 2024 die

vielversprechendste Anlageklasse." Damit rechnet Dr. Frank Engels, CIO und

für das Portfoliomanagement verantwortlicher Vorstand von Union Investment.

"Das erste Halbjahr dürfte für Risikoanlagen noch schwierig bleiben. Denn

erst danach hellen sich die Aussichten auf. Ruhe und Geduld werden sich also

für Anleger auszahlen." Die Kombination aus besseren Wachstumsaussichten und

sinkender Inflation im Jahresverlauf lässt die Chancen an den Kapitalmärkten

steigen. "Der Zinsgipfel ist erreicht. Im zweiten Halbjahr werden die

Notenbanken die Leitzinsen wieder moderat senken können", prognostiziert der

Kapitalmarktstratege. "Chancenorientierte Anlageklassen werden von dieser

Kombination aus graduell anziehender Konjunktur, nachlassender Inflation und

geldpolitischem Rückenwind profitieren."

Konjunkturaufschwung nach schwachem Winterhalbjahr

Bei den vier Schlüsselfaktoren für die Kapitalmärkte - Wachstum, Inflation,

Geldpolitik und Finanzmarktstabilität - sieht Engels Fortschritte, aber noch

keine endgültige Entwarnung. "In den USA verdichten sich die Hinweise auf

eine sanfte Landung der Konjunktur", analysiert er. Zwar rechnet er über die

Wintermonate durch auslaufende Pandemieprogramme, eine Normalisierung am

Arbeitsmarkt und eine gedämpfte Investitionstätigkeit mit einer

Verlangsamung der Wachstumsdynamik in der für die Kapitalmärkte wichtigsten

Volkswirtschaft. Aber: "Eine Rezession erwarten wir nicht", stellt Engels

klar. In der zweiten Jahreshälfte sollten wieder anziehende Investitionen

das Wachstum ankurbeln, unter anderem getrieben vom Inflation Reduction Act

(IRA). "Auf Jahressicht dürften die Vereinigten Staaten um rund 1,5 Prozent

wachsen", fasst er zusammen.

Europa tut sich derweil wirtschaftlich schwerer. "Der Euroraum wird nur

knapp an der Rezession vorbeischrammen", meint Engels und verweist auf die

straffen Finanzierungsbedingungen. Aufgrund einer Stabilisierung der

Realeinkommen rechnet er aber auch hier ab dem Sommer mit einer Rückkehr in

Richtung Trendwachstum. "Für 2024 sind 0,5 Prozent Wachstum im Euroraum

drin. In Deutschland liegt das Wachstum etwas darunter, da die deutsche

Volkswirtschaft mit einem ganzen Bündel an Herausforderungen konfrontiert

ist."

Inflation im flachen Abwärtstrend

Bei der Teuerung sieht der Kapitalmarktvorstand den Höhepunkt längst

erreicht. "Die Inflation sinkt, mittlerweile auch in der Kernrate. Dieser

Trend wird 2024 anhalten", sagt er und verweist auf die Entspannung bei den

Energiepreisen und die Normalisierung des Güterangebots nach der Pandemie.

Gleichzeitig rechnet Engels aber damit, dass der weitere Rückgang nur

langsam vorankommt. "Die einfachen Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung

haben wir schon gesehen. Der weitere Weg zurück zu den Inflationszielen der

Notenbanken wird mühsam", erwartet er. Insbesondere der in vielen

Volkswirtschaften enge Arbeitsmarkt verhindert schnell fallende

Teuerungsraten.

Leitzinsplateau reicht bis ins zweite Halbjahr

Nach den schnellen und scharfen Anhebungen dürfte der Leitzinsgipfel in den

USA und Europa nunmehr erreicht sein. "Wir erwarten keine steigenden

Leitzinsen mehr in diesem Zyklus. Die nächsten Schritte werden nach unten

gehen", so Engels. Angesichts der fallenden Inflationsraten und des

mittlerweile recht hohen Renditeniveaus hält er weitere Verschärfungen der

restriktiven Geldpolitik für nicht mehr notwendig. "Die Notenbanken können

das Zinsniveau jetzt auf die Realwirtschaft wirken lassen." Gleichzeitig

bleibt der Abwärtstrend bei der Teuerung jedoch flach. Das spricht laut

Engels dafür, dass die Notenbanken die Leitzinsen so schnell nicht absenken

werden.

"Hoch für längere Zeit - aber eben nicht noch höher als bislang schon",

fasst er zusammen. "Der erreichte Zinsgipfel wird sich in den kommenden

Monaten zu einem Zinsplateau verfestigen." Erst ab Mitte 2024 könnten die

Zentralbanken angesichts der nachlassenden Inflation zu Leitzinssenkungen

übergehen. Im Falle der US-Notenbank Fed rechnet Engels bis zum Jahresende

2024 mit Senkungen um bis zu 100 Basispunkten, bei der Europäischen

Zentralbank (EZB) hält er bis zu 75 Basispunkte für realistisch. "Diese

Zinssenkungen stellen keine geldpolitische Lockerung im eigentlichen Sinne

dar. In den USA führen sie dazu, dass der Realzins im Jahresverlauf 2024

etwas sinkt, im Euroraum verhindern sie angesichts der fallenden

Inflationsraten einen weiteren Anstieg", ergänzt er.

Aktien als favorisierte Anlageklasse

Die Kombination aus graduell besseren Wachstumsaussichten, nachlassender

Inflation und ersten Leitzinssenkungen dürfte nach Einschätzung des

Kapitalmarktstrategen dazu führen, dass Aktien auf Jahressicht die besten

Perspektiven aufweisen. "Die positiven Treiber kommen vor allem in der

zweiten Jahreshälfte zum Tragen", schränkt er zwar ein. Das Potenzial für

Kursanstiege dürfte aber in etwa dem Wachstum der Gewinne entsprechen, die

Engels mit bis zu zehn Prozent auf Indexebene beziffert. Bei Sektoren und

Stilrichtungen rät er zu einer ausgewogenen Aufstellung. "Wir rechnen in

fast allen Sektoren mit Gewinnwachstum, aber eben nicht bei allen

Unternehmen. Für den Anlageerfolg wird es also weniger auf die Allokation

als auf die Selektion ankommen."

Bei sicheren Staatsanleihen erwartet Engels keinen breit angelegten

Renditerückgang. "Die Leitzinssenkungen der Notenbanken dürften dazu führen,

dass vor allem bei kurzlaufenden Papieren die Renditen sinken. Bei den

längeren Laufzeitenbändern wirkt der bessere Wachstumsausblick und der hohe

Refinanzierungsbedarf in den nächsten Jahren einem Rückgang jedoch teilweise

entgegen", analysiert er. In der Folge rechnet Engels unter starken

Schwankungen bei zweijährigen US-Staatsanleihen mit einem Rückgang der

Renditen bis zum Jahresende auf 3,75 Prozent, während sie bei zehnjährigen

Papieren nur auf lediglich 4,25 Prozent zurückgehen dürften. Im Euroraum ist

mit einer ähnlichen Entwicklung zu rechnen. Hier geht Engels per Ende 2024

von einem Renditeniveau von 2,5 Prozent bei zweijährigen und 2,7 Prozent bei

zehnjährigen Bundesanleihen aus. Bei Staatsanleihen aus der europäischen

Peripherie sieht er ein zweigeteiltes Bild: Während einige Länder wie

Griechenland oder Portugal ihre fiskalische Position stabilisiert haben,

sieht er Italien vor wachsenden Herausforderungen.

Anleger, die auf der Suche nach Renditeaufschlägen sind, rät Engels zu

Unternehmensanleihen guter Bonität (Investment Grade). "Sowohl die absolute

Rendite als auch die Spreads sind attraktiv, die fundamentale Situation der

Unternehmen ist gut", meint er. Hochverzinsliche Anleihen - sog. High Yields

- sieht er zwar unter Renditegesichtspunkten als interessant an. "Die hohe

Verzinsung kommt aber angesichts gestiegener Refinanzierungskosten für die

Unternehmen nicht ohne Risiko. Bei High Yield ist also eine besonders

sorgfältige Titelauswahl gefragt."

Bei den Rohstoffen sind die Industriemetalle als strukturelle Gewinner die

Favoriten im Jahr 2024. Der belastende Einfluss des schwachen chinesischen

Immobilienmarkts auf die Nachfrage sollte abnehmen. Anders bei Rohöl:

"Solange eine Eskalation im Nahen Osten ausbleibt, verfügen Energierohstoffe

nur über ein begrenztes Aufwärtspotenzial", kommentiert Engels.

Herausforderndes, aber auch aussichtsreiches Kapitalmarktjahr 2024

Geopolitische Risiken wie der Konflikt zwischen Israel und der Hamas, aber

auch die Spannungen zwischen den USA und China sowie die US-Wahlen sind

dabei nur eine der möglichen Herausforderungen für das Kapitalmarktjahr

2024. Auch bei den fundamentalen Schlüsselfaktoren Konjunktur, Inflation,

Geldpolitik und Finanzmarktstabilität sind nicht alle Unsicherheiten

beseitigt. Dennoch sieht Engels hier deutliche Fortschritte, die sich in den

nächsten Monaten weiter verfestigen sollten. "Die Lage bessert sich langsam,

aber stetig - und zwar auf allen für die Kapitalmärkte besonders relevanten

Feldern. Die Wintermonate dürften dabei noch eher schwierig bleiben, bevor

sich die Perspektiven für Risikoanlagen im weiteren Jahresverlauf zunehmend

verbessern." Daher rät er Investoren, die Chancen an den Kapitalmärkten

nicht aus den Augen zu verlieren. "Das Kapitalmarktjahr 2024 dürfte

herausfordernd, aber eben auch aussichtsreich werden", fasst er zusammen.

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AXC0073 2023-11-29/10:00

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