Sechs Monate können einen gewaltigen Unterschied machen.

Letztes Jahr um diese Zeit standen Kryptowährungen am Anfang eines schier unaufhaltsamen Anstiegs. Als das Jahr 2017 zu Ende ging, lag der Gesamtmarktwert aller Kryptowährungen bei 613 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von über 3.300 %. Der Aktienmarkt hätte für einen solchen Wertzuwachs Jahrzehnte benötigt.

Die Kehrtwende kam 2018

Aber Anfang Januar wendete sich das Blatt. Nachdem laut Coinmarketcap.com am 7. Januar ein Intraday-Höchststand von 835 Milliarden US-Dollar erreicht wurde, begann der Sinkflug der Kryptowährungen. Mit Ausnahme von ein paar kurzlebigen Kursanstiegen sind die Kryptowährungen weiter im Fallen begriffen. Der Gesamtwert der virtuellen Währungen betrug vor Kurzem 232 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Verlust von 72 % gegenüber dem Höchststand. Der NASDAQ hatte zum Vergleich beim Platzen der Dot-Com-Blase 78 % verloren.

Ein Teil dieser Verkäufe wurde bestimmt durch Gewinnmitnahmen der Investoren hervorgerufen. Einige der großen Kryptowährungen wie Ethereum und Ripple hatten 2017 unfassbare Gewinne erzielt. Hier lagen die Zuwächse bei 9.383 % bzw. 35.564 %. Allerdings scheint hinter dem Ausverkauf noch ein triftigerer Grund zu stecken als nur Gewinnmitnahmen: der Wunsch der Börse und der Investoren nach greifbaren Ergebnissen.

Letztes Jahr reichte die Ankündigung einer Partnerschaft zwischen einer Kryptowährung und einem Unternehmen, um den Kurs explodieren zu lassen. IOTA beispielsweise verzeichnete massive Gewinne, nachdem es die Betaversion seines Datenmarktplatzes veröffentlicht hatte. Dabei sollten einige große Namen wie Microsoft teilnehmen und Feedback oder andere Unterstützung für das Projekt leisten. Bei Ripple war es ähnlich. Nachdem die Partnerschaft mit American Express und Banco Santander im November und mit MoneyGram International im Januar bekanntgegeben wurde, stieg der Kurs ins Unermessliche.

Dieser Enthusiasmus ist bei den Investoren jedoch verflogen. Letzten Monat gab IOTA eine Partnerschaft mit Volkswagen, Nordic Semiconductors und SinoPac bekannt, aber die MIOTA Coin verlor im Juni fast die Hälfte ihres Wertes. Auch Ripple musste einen deutlichen Wertverlust hinnehmen, trotz, dass es Verbesserungen an RippleNet vorgenommen hatte.

Nach einer der größten Ralleys, die Investoren je miterlebet hatten, ist es passiert: Die Zeit der Wahrheit ist im Kryptowährungsmarkt angebrochen.

Die Zeit der Wahrheit ist angebrochen

Die größte Frage bei virtuellen Währungen befasst sich mit der Blockchain-Technologie. Manche Optimisten haben sie als die größte Entwicklung aller Zeiten gefeiert. Blockchain ist das digitale, verteilte und dezentrale Hauptbuch, welches den meisten Kryptowährungen zugrunde liegt. Es ist für die Verarbeitung und unveränderliche Speicherung der Transaktionen zuständig, ohne einen Mittelsmann zu benötigen.

Auf dem Papier hat die Blockchain sowohl bei Finanzgeschäften als auch bei Nicht-Finanzgeschäften großes Potenzial. Sie könnte Geldflüsse beschleunigen sowie Unternehmen helfen, Waren in der Supply-Chain nachzuverfolgen. Die Liste, was Blockchain alles kann, ist sehr lang. Aber bisher hat die Blockchain eines nicht getan: zu zeigen, dass sie Nutzen in der realen Welt bringt.

Bis heute haben wir ziemlich viele erfolgreiche Proof-of-Concept-Projekte gesehen, die sich mit Blockchain befassen. Aber kein großes Unternehmen setzt die Technologie in großem Umfang ein. Dies liegt daran, dass die Blockhain noch nicht skaliert. Allerdings kann sie das nicht beweisen, wenn sie keine Gelegenheit dafür bekommt. Wir nennen das, das Henne-Ei-Problem. Die nahe Zukunft für Blockchain sieht daher eher düster aus.

Kryptowährungen haben zwar keine traditionellen Fundamentalwerte, die man zur Bewertung heranziehen kann, aber Investoren haben in virtuelle Währungen investiert, weil sie hofften, dass die Akzeptanz der Blockchain steigen würde. Das ist aber nicht eingetreten, wodurch die Investitionsthese für Kryptowährungen über den Haufen geworfen wurde.

Ignoriere die Bedenken nicht

Die Skalierbarkeit herzustellen, wird Entwickler Jahre in Anspruch nehmen.

Zudem müssen die Entwickler Unternehmen überzeugen, dass Blockchain sicher ist, wenn nicht sogar sicherer als die bisher bestehende Infrastruktur. Allerdings ist das fraglich. Laut einer kürzlich durchgeführten Studie von Carbon Black wurden innerhalb von fünf Monaten Kryptowährungen im Wert von mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar gestohlen. Da die Kryptowährungen meist unreguliert sind, können Behörden nur wenig tun, um die gestohlenen Beträge wieder zurückzuholen. Bei sogenannten Privacy-Coins, die Sender und Empfänger verschleiern, ist dies noch schwieriger.

Eine weitere Sorge, der man sich bewusste sein muss, ist der wachsende Einfluss institutioneller Investoren. Ich weiß, was du wahrscheinlich denkst: „Kräftigt die Anwesenheit großer Investoren Kryptowährungen nicht?“. Leider ist die Antwort nein. Der Grund ist, dass die meisten institutionellen Anleger einen negativen oder gemischten Blick auf virtuelle Währungen haben. Ihr Eintritt in diesen Markt fiel mit dem Absturz der Bitcoinfutures zusammen, die seit Mitte Dezember verfügbar waren.

Investoren wollen greifbare Ergebnisse. Der Kursverfall könnte also erste enden, wenn diese eintreten.

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Teresa Kersten ist Mitarbeiterin bei Linkedin und Mitglied des Vorstandes von The Motley Fool. LinkedIn ist eine Tochter von Microsoft. The Motley Fool empfiehlt Nasdaq, hat aber keine Anteile an den erwähnten Kryptowährungen.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 10.07.2018 auf fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.