Walgreens Boots Alliance einigt sich auf 300 Millionen Dollar Vergleich wegen unrechtmäßiger Opioid-Abgabe. Zusätzliche Zahlungen bei Unternehmensverkauf möglich.

Walgreens Boots Alliance muss eine bittere Pille schlucken. Die US-Apothekenkette hat sich mit dem Justizministerium und anderen Bundesbehörden auf einen kostspieligen Vergleich geeinigt. Es geht um den Vorwurf, jahrelang unrechtmäßig Opioid-Rezepte beliefert zu haben.

Millionenstrafe vereinbart

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Konkret zahlt das Unternehmen 300 Millionen Dollar. Damit sollen Anschuldigungen beigelegt werden, die sich auf den Zeitraum von August 2012 bis März 2023 beziehen. In dieser Zeit soll Walgreens Millionen von ungültigen Verschreibungen für Opioide und andere kontrollierte Substanzen akzeptiert und beliefert haben.

Der Vorwurf wiegt schwer: Apotheker sollen die Rezepte durchgewinkt haben, obwohl es klare Anzeichen gab, dass diese keinen legitimen medizinischen Zweck verfolgten. Zudem sollen Mitarbeiter unter Druck gesetzt worden sein, Rezepte schnell und ohne die nötige Sorgfalt zu prüfen.

Zusätzliche Zahlung möglich

Damit nicht genug. Zu den 300 Millionen Dollar kommt eine weitere potenzielle Belastung hinzu. Sollte das Unternehmen vor dem Geschäftsjahr 2032 verkauft, fusioniert oder anderweitig übertragen werden, fließen weitere 50 Millionen Dollar an den Staat. Diese Vereinbarung wurde am Montag bekannt gegeben.

Was waren die Vorwürfe?

Das US-Justizministerium, die Drogenbekämpfungsbehörde DEA und das Büro des Generalinspekteurs des Gesundheitsministeriums hatten Walgreens Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (Controlled Substances Act) vorgeworfen. Brisant ist auch der Vorwurf des Verstoßes gegen das Gesetz gegen Falschaussagen (False Claims Act). Walgreens soll nämlich für viele der unrechtmäßig belieferten Rezepte Zahlungen von staatlichen Gesundheitsprogrammen wie Medicare kassiert haben.

Walgreens selbst bestreitet zwar eine rechtliche Schuld. Man habe sich aber für den Vergleich entschieden, um die Rechtsstreitigkeiten mit Bundes-, Staats- und Kommunalbehörden zu beenden. So könne man sich auf die geplante Neuausrichtung des Unternehmens konzentrieren, hieß es.

Strengere Auflagen für die Zukunft

Die Einigung bedeutet aber auch strengere Regeln für die Zukunft. Walgreens hat sich verpflichtet, in den nächsten sieben Jahren bestimmte Compliance-Maßnahmen umzusetzen, die von der DEA überwacht werden. Zudem wurde eine fünfjährige Vereinbarung mit dem Gesundheitsministerium geschlossen, die ein umfassendes Integritätsprogramm vorsieht. Damit soll die ordnungsgemäße Abgabe von kontrollierten Substanzen sichergestellt werden.

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