Ein Nettoverlust von 805 Millionen Euro, keine Dividende und der Abbau von 1.500 Stellen: Wacker Chemie zieht nach einem turbulenten Geschäftsjahr 2025 die Konsequenzen. Der Chemiekonzern intensiviert sein Sparprogramm „Pace" – und gibt damit zu, dass strukturelle Probleme das Unternehmen stärker treffen als erwartet.

Belastungen auf breiter Front

Hinter den schwachen Zahlen stecken mehrere Faktoren, die sich gegenseitig verstärkt haben. Der Umsatz sank 2025 um vier Prozent auf 5,49 Milliarden Euro. Noch gravierender fiel der Einbruch beim operativen Ergebnis aus: Das EBITDA brach um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro ein. Verantwortlich dafür waren ein schwaches Marktumfeld in der Bau- und Automobilbranche, hohe Energiekosten in Deutschland sowie massiver Preisdruck durch chinesische Überkapazitäten. Eine Dividendenzahlung für 2025 entfällt.

Der Stellenabbau von 1.500 Arbeitsplätzen – bei insgesamt rund 16.500 Beschäftigten weltweit – betrifft vor allem die deutschen Standorte, die derzeit als verlustreich gelten. Das bereits im Herbst 2025 gestartete Programm „Pace" soll ab 2027 jährliche Einsparungen von mehr als 300 Millionen Euro bringen.

Ausblick: Erholung auf niedrigem Niveau

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Für 2026 peilt das Unternehmen ein EBITDA zwischen 550 und 700 Millionen Euro an – eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, aber noch weit von alter Stärke entfernt. Ob beim Nettogewinn eine schwarze Null gelingt, ließ Finanzvorstand Tobias Ohler offen. Das einst für 2030 angestrebte Umsatzziel von zehn Milliarden Euro gilt inzwischen als unrealistisch; geplant ist für das laufende Jahr lediglich ein leichtes Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Künftig will sich Wacker stärker auf Spezialchemie und Halbleiter konzentrieren und die Abhängigkeit von margenschwachen Märkten reduzieren. CEO Christian Hartel mahnte dabei erneut bessere Standortbedingungen in Deutschland an – ein Signal, dass der Druck auf die Politik aus Sicht des Unternehmens weiter wächst.

Trotz der schwachen Zahlen reagierte die Aktie am Tag der Bekanntgabe positiv. Investoren werteten die konsequente Umsetzung des Sparprogramms offenbar als überfälligen, aber richtigen Schritt. Entscheidend wird nun sein, ob die angekündigten Einsparungen ab 2027 tatsächlich greifen – und ob sich das Marktumfeld bis dahin ausreichend stabilisiert hat, um den Turnaround zu stützen.

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