Die US-Notenbank Federal Reserve setzt ihre Serie moderater Zinserhöhungen fort. Der Schlüsselsatz, zu dem sich Banken gegenseitig kurzfristige Kredite geben, steige um 0,25 Punkte auf eine Spanne von nun 1,75 bis 2,00 Prozent, teilten die Währungshüter in Washington mit. Die Notenbank begründete den zweiten Zinsschritt in diesem Jahr mit der guten Lage der Konjunktur und des Arbeitsmarkts.


Der Zinsentscheid fiel einstimmig und kam nicht überraschend - an den Finanzmärkten war fest damit gerechnet worden. Mit Spannung erwartet wurden jedoch neue Hinweise auf das Tempo der weiteren geldpolitischen Straffung. Für 2018 signalisierten die Notenbanker zwei weitere Zinserhöhungen, zuvor war nur mit einer gerechnet worden. 2019 soll es, wie schon früher avisiert, drei Anhebungen geben. An der Börse gab es nach den Fed-Mitteilungen zunächst leichte Kursverluste, jedoch erholten sich die Aktienmärkte rasch wieder.


Mit der Leitzinserhöhung steigt zunächst der Preis für Geld, das Banken sich über Nacht gegenseitig leihen. Doch dadurch werden tendenziell auch Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer. So kann die Notenbank die brummende Konjunktur bremsen und einer möglicherweise drohenden Überhitzung der Wirtschaft entgegenwirken.


Die Prognosen der Notenbanker für das Wirtschaftswachstum fallen für heuer etwas besser aus, während die Projektionen für 2019 und 2020 unverändert blieben. Konkret wird für 2018 nun ein BIP-Wachstum von 2,8 Prozent gesehen, zuletzt belief sich die Schätzung auf 2,7 Prozent. 2019 soll das BIP unverändert um 2,4 Prozent zulegen, 2020 dann um 2,0 Prozent.


Die US-Notenbank hat den Auftrag, mit ihrer Geldpolitik die Beschäftigung zu fördern und das Preisniveau stabil zu halten. Dank des US-Wirtschaftsbooms floriert der Arbeitsmarkt, so dass die Fed Spielraum hat, ihren Kurs zu straffen. Die Erwerbslosenquote lag zuletzt bei 3,8 Prozent - so niedrig wie seit 18 Jahren nicht mehr.


Zugleich muss die Notenbank zunehmend aufpassen, dass die Teuerung nicht aus dem Ruder läuft. Die Jahresinflationsrate erreichte im Mai mit 2,8 Prozent den höchsten Wert seit mehr als sechs Jahren. Die Fed strebt eigentlich eine Rate von zwei Prozent an - das bekräftigte der Fed-Chef auch. Höhere Zinsen sind ein Mittel, mit dem Preisauftrieb gedämpft werden kann.


Seit die Fed Ende 2015 begann, ihre im Zuge der Finanzkrise massiv gelockerte Geldpolitik zu normalisieren, wurde das Zinsniveau nun schon siebenmal um je 0,25 Prozentpunkte erhöht - zuletzt im März. Die US-Notenbank fährt damit einen deutlich strafferen Kurs als die Europäische Zentralbank (EZB), deren Leitzins für den Euroraum noch bei null Prozent liegt.


Nach den geldpolitischen Beschlüssen am Mittwoch konnte der Kurs des US-Dollar zulegen. Im Gegenzug musste der Euro seine Gewinne abgeben, rutschte in die Verlustzone und erreichte ein Tagestief bei 1,1726 Dollar. Zeitgleich gerieten die Kurse am Markt für amerikanische Staatsanleihen unter Druck, während die Renditen im Gegenzug zulegten. Die Rendite für zehnjährige Papiere stieg zuletzt um 0,04 Prozentpunkte auf 3,00 Prozent.