Beim EPU-Programm der Sozialversicherung der Selbständigen stehen Themen wie Lebensbalance, Stressmanagement, Akquise, Social Media aber auch Ernährung und Bewegung im Mittelpunkt.

Wien (OTS) - Gesellschaftliche Veränderungen – vor allem digitale Trends, der demografische Wandel unserer Gesellschaft, die Globalisierung und die Zunahme der Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) in nahezu allen Arbeitsbereichen – machen auch bei Selbständigen und Unternehmern neue Gesundheitsförderungsmaßnahmen notwendig. Die Flexibilisierung der Arbeitswelt, der Termin- und Zeitplanung sowie der Ortsunabhängigkeit bringen zahlreiche Vorteile, aber auch gewisse Risiken für die Gesundheit mit sich.

"Besonders bei Ein-Personen-Unternehmen und Kleinst-Unternehmern, der dynamisch wachsenden Unternehmergruppen, ist Flexibilität im Alltag besonders gefragt. Aktuell sind rund 60 % der Selbständigen Ein-Personen-Unternehmen, 88 % der Unternehmen beschäftigen weniger als 5 Personen (1). Die SVA verzeichnete im Jahr 2017 60.000 Neuzugänge, eine Vielzahl davon EPUs. Damit verbunden sind veränderte Lebensstile, Werte und Anliegen", erzählt Mag. Alexander Herzog, Obmann-Stellvertreter der SVA, der Sozialversicherung der Selbständigen und Unternehmer.

Neues Pilotprojekt: SVA Gesundheitsförderungsprogramm speziell
für EPUs

"Um dieser Gruppe mit ihren speziellen Bedürfnissen ebenfalls ein passendes Gesundheitsförderungs-Angebot zu machen - betriebliche Gesundheitsförderungsprogramme wurden bis dato auf Betriebe mit mindestens 5 Personen ausgerichtet - startet die SVA ab Sommer 2018 ein Pilotmodell mit dem Titel 'Mehr Gesundheit in EPU'. Damit wollen wir uns künftig noch stärker um die Gesundheit für den Großteil der heimischen Selbständigen kümmern", so Alexander Herzog.

Der Schwerpunkt dieses Projekts liegt ganz eindeutig auf der Gesundheit und der Arbeitsfähigkeit. Die Selbständigen können hier im Austausch mit Gleichgesinnten und Experten die Stärken und Schwächen in ihrer unternehmerischen Tätigkeit analysieren – von Zeitmanagement über Lebensbalance bis hin zu Akquise und Social Media Nutzung – wobei die gesundheitsförderliche Ausrichtung im Vordergrund steht. Im Austausch mit anderen Teilnehmern erarbeiten die Teilnehmer Maßnahmen zur eigenen Weiterentwicklung und profitieren von Good Practice-Beispielen. Außerdem erhalten sie Impulse zu den Themen Ernährung, Bewegung und Stressmanagement sowie Informationen über weitere Unterstützungsangebote.

Das EPU-Projekt ergänzt die bisherigen SVA Gesundheitsförderungsprogramme für alle Selbständigen und Unternehmer – wie z.B. das Vorsorgeprogramm Selbständig Gesund mit 64.000 Teilnehmern jährlich, die SVA Gesundheitswochen mit rund 600 Selbständigen, die SVA No-Smoking-Camps mit 115 Personen, die SVA Gesundheitswochen Burnout-Prävention mit 260 Menschen, das SVA Abnehmprogramm Is(s)t-Gesund mit 30 Teilnehmern, die SVA Aktiv-Camps mit rund 1.900 Selbständigen, die Vorsorge-Aktiv-Camps mit 112 Besuchern und die Besser-Essen-Camps mit 60 Selbständigen pro Jahr.

"Die Gesundheitsförderung und Prävention bei Unternehmern ist uns sehr wichtig – da diese einen besseren volkswirtschaftlichen Effekt verzeichnen als die Reparaturmedizin im Nachhinein, genauso wesentlich ist die soziale Absicherung der Selbständigen und Unternehmer, insbesondere von EPUs", so Alexander Herzog.

Verstärkte soziale Absicherung von Selbständigen

In den vergangenen Jahren gab es in diesem Bereich einige wichtige Schritte vorwärts: Die Mindestbeitragsgrundlage für die Krankenversicherung in der SVA wurde auf das Niveau von Angestellten gesenkt (auf rund 400 Euro pro Jahr), das Wochengeld für Unternehmerinnen – die finanziellen Leistungen bei einer Schwangerschaft – auf beinahe das Doppelte erhöht und der Selbstbehalt von Arztkosten bei Erreichung von individuellen Gesundheitszielen im Rahmen des SVA Vorsorgeprogramms halbiert. Außerdem gibt es einen Kostenbeteiligungsdeckel für alle Selbstständigen bei 5 % des Einkommens oder eine Überbrückungshilfe der SVA in besonderen Fällen, wie z.B. bei vorübergehendem Einkommensrückgang unter die Mindestbeitragsgrundlage. Weiters wurde Rechtssicherheit für die Frage „Bin ich Selbständiger oder Angestellter?“ geschaffen.

Mehr Infos und Anmeldemöglichkeiten zum neuen
Gesundheitsprogramm speziell für EPUs unter:

[http://www.svagw.at] (http://www.svagw.at) ([Direktlink] (https://bit.ly/2IkQmHg))

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(1) Quelle: WKO: [http://wko.at/statistik/jahrbuch/2017_k14.pdf]
(http://wko.at/statistik/jahrbuch/2017_k14.pdf), Seite 4 und 10