Hoffnungen auf niedrigere Zinsen sowie positive Signale im Handelsstreit zwischen den USA und China haben den US-Aktienmärkten am Freitag eine freundliche Eröffnung beschert. Im Anlegerfokus stehen weitere Quartalszahlen von großen US-Unternehmen wie Microsoft, Boeing oder American Express. Frische US-Konjunkturdaten hatten kaum Einfluss auf die Notierungen.

Der Dow Jones Industrial stieg zuletzt um 0,30 Prozent auf 27 304,49 Punkte. Damit zeichnet sich für den Leitindex eine neutrale Wochenbilanz ab. Der breit gefasste S&P 500 gewann am Freitag 0,22 Prozent auf 3001,70 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 0,26 Prozent auf 7924,48 Punkte zu.

Aus den Reihen der US-Notenbank Fed kamen erneut klare Signale für eine schnelle Zinssenkung. Der stellvertretende Notenbankchef Richard Clarida sprach sich für eine baldige Ermäßigung aus. Zudem unterstrich der Chef der Notenbank von New York, John Williams, die Notwendigkeit einer schnellen Zinsreaktion der US-Notenbank, sollten die Währungshüter zu dem Schluss kommen, dass sich die US-Wirtschaft in Schwierigkeiten befinde. Ferner forderte US-Präsident Donald Trump die Fed erneut zur Zinssenkung auf. Die Notenbank wird bei ihrer nächsten Sitzung am 31. Juli erneut über die Höhe des Leitzinses entscheiden.

Unterdessen haben die Unterhändler der USA und China erneut miteinander telefoniert, um die stockenden Handelsgespräche wieder in Gang zu bringen. Das berichtete der chinesische Außenamtssprecher Geng Shuang am Freitag vor der Presse in Peking. Beim Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping Ende Juni am Rande des G7-Gipfels in Osaka hatten sich beide Seiten auf einen "Waffenstillstand" und eine Wiederaufnahme der Gespräche geeinigt.

Die Stimmung der US-Verbraucher hatte sich im Juli weniger als erwartet aufgehellt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima war um 0,2 Punkte auf 98,4 Punkte gestiegen. Analysten hatten im Schnitt mit 98,8 Punkten gerechnet.

Unter den Einzelwerten fielen die Aktien von Boeing mit einem Gewinn von 3,7 Prozent an der Dow-Spitze besonders positiv auf. Das Debakel rund um Abstürze und Flugverbote der Baureihe 737 Max hatte dem Luftfahrtkonzern zwar die Bilanz im zweiten Quartal vermasselt, allerdings nicht so drastisch wie von Experten befürchtet.

Microsoft-Papiere legten um 1,8 Prozent zu. Der Software-Riese war dank seiner florierenden Cloud-Dienste im abgelaufenen Geschäftsquartal auf Erfolgskurs geblieben und hatte den Gewinn deutlich gesteigert.

Am Dow-Ende mit einem Minus von 2,8 Prozent fanden sich hingegen die Titel von American Express . Der Kreditkartenkonzern hatte mit seinen Zahlen zwar die Erwartungen der Analysten übertroffen und seine Jahresziele bekräftigte. Zur Begründung der Kursverluste verwiesen Händler aber auf den Rekordlauf der Aktien seit Jahresbeginn.

Anleger beschäftigten außerdem die Goldminenaktien. Der kanadische Bergbaukonzern Barrick Gold will das Tochterunternehmen Acacia Mining komplett übernehmen. Während das Papier von Acacia in London in die Höhe schnellte, verlor die Barrick-Aktie zuletzt 0,4 Prozent./edh/he

 ISIN  US2605661048  US6311011026  US78378X1072

AXC0221 2019-07-19/16:47

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