Das Elektroauto-Start-up Lucid (WKN: A3CVXG) ist nach seinem Höhenflug Ende 2021 hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Wobei es sich, wenn man die tagesaktuelle Kursentwicklung betrachtet, auch um einen doppelten Boden gehandelt haben könnte. Denn infolge des Quartalsberichts zum zweiten Vierteljahr 2022 fiel die Lucid-Aktie nachbörslich um fast 13 %.

In der Tat brachte der Quartalsbericht der Lucid-Aktie gleich mehrere schlechte News für Investoren mit.

Der große Knackpunkt bei der Lucid-Aktie

Bei der Lucid-Aktie achtet derzeit kaum jemand auf die Entwicklung der Margen oder Verluste. Stattdessen steht vor allem eine Kennzahl im Fokus: Die Produktionsmenge.

Denn nur mit einer ausreichend hohen Produktion wird Lucid die derzeitigen Verluste von weit über 500 Mio. US-Dollar pro Quartal stoppen und in die schwarzen Zahlen finden können. Das Hochfahren der Massenproduktion von Autos gilt als extrem schwierige Aufgabe, da tausende Teile und Prozesse punktgenau aufeinander abgestimmt sein müssen. Gleichzeitig muss die Lieferkette stehen und – irgendwann – ein Gewinn dabei herausspringen. Bei der Lucid-Aktie klappt derzeit wenig von alledem, wie wir gleich sehen werden.

Lucid: Doppelte Enttäuschung bei der Fahrzeugproduktion

Denn im ersten und zweiten Quartal produzierte das Unternehmen zusammengenommen nur 1.405 Fahrzeuge – rechnerisch weniger als acht am Tag. Die Verkäufe im zweiten Quartal lagen bei 679 Autos, nach 360 im ersten Vierteljahr 2022. Analysten hatten deutlich mehr erwartet.

Dieses Wachstumstempo ist ganz einfach zu wenig, um die bereits gesenkte Prognose von 12.000 bis 14.000 produzierten Elektroautos zu erreichen. Das sieht auch das Management des Elektroauto-Start-ups so, weshalb die Prognose für das laufende Jahr erneut zusammengestrichen wurde – auf 6.000 bis 7.000 Stück. Das hatte sich nach den schwachen Zahlen im ersten Quartal bereits abgezeichnet.

Lucids Management macht die Lieferketten- und Logistikprobleme für die verfehlten Ziele verantwortlich und hat einige Maßnahmen ergriffen, die den Kurs berichtigen sollen. Doch so verständlich diese Begründung ist: Das Unternehmen muss sich auch an die eigene Nase fassen. Denn aktuell hört man von immer mehr Unternehmen, dass in Sachen Lieferketten das schlimmste vorüber ist.

Nichtsdestotrotz zeigt sich der CEO Peter Rawlinson zuversichtlich, dass man „die kurzfristigen Herausforderungen überwinden” werde. Der Lucid-Aktie wäre es zu wünschen, denn sie hat seit ihrem Allzeithoch im November 2021 mehr als zwei Drittel verloren (Stand: 5. August 2022).

Worauf es jetzt bei der Lucid-Aktie ankommt

Gewinnmarge, operativer Verlust, Cashflow:Obwohl das mittelfristig drängende Themen für die Lucid-Aktie sein werden, da es auf diesen Fronten ebenfalls nicht rosig aussieht, haben sie derzeit keine Priorität. Auch gute Nachrichten zur Nachfrage – mehr als 7.000 Bestellungen konnte das Unternehmen in den letzten drei Monaten einfahren – stehen derzeit hinten an.

Die Entwicklung der Produktion ist das, worauf Investoren der Lucid-Aktie zuallererst sollten. Ohne Volumenproduktion kann Lucid seine Nachfrage nicht bedienen und schon gar keine schwarzen Zahlen schreiben.

Mit einer Marktkapitalisierung von immer noch 31 Mrd. US-Dollar ist die Lucid-Aktie derzeit kein Schnäppchen und daher nicht vor weiteren Rückschlägen sicher.

Der Artikel Lucid-Aktie: Die nächste Mega-Enttäuschung ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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