Kellogg’s Ursprung & Werdegang

Die Geschichte von Kellogg’s beginnt vor über 100 Jahren. Auf der Suche nach einer Alternative zum hart und fad schmeckenden Brot an ihrem Arbeitsplatz in einer Heilstätte, entwickeln die zwei Kellogg’s Brüder neuartige Flocken aus Weizen, die fortan als Cornflakes bezeichnet werden. 1906 gründete schließlich einer der Brüder das unter heutigem Namen bekannte Unternehmen Kellogg’s. Die Nachfrage übersteigt damals bei weitem das Angebot und erforderte zusätzliche Produktionskapazitäten. Kurze Zeit später folgen weitere Produkte und die ersten Schritte ins Ausland.

In der Zwischenzeit ist Kellogg’s zu einem bedeutenden Nahrungsmittelhersteller angewachsen. Der Konzern hat das Produktportfolio stetig erweitert und ist hauptsächlich im Frühstücks- und Snackgeschäft tätig. Im vergangenen Geschäftsjahr (2021) erzielte Kellogg’s einen Umsatz von 14,81 Milliarden US-Dollar und einen Reingewinn von fast 1,5 Milliarden US-Dollar.

 

 

Neben neuen, eigenen Produktentwicklungen hat Kellogg’s auch durch Übernahmen das Produktportfolio laufend erweitert. Beispielsweise erfolgte 2012 die Übernahme des Kartoffelchips-Herstellers „Pringles“ für knapp 2,7 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme führte dazu, dass sich der Umsatz im internationalen Snack Geschäft fast verdreifachte, was die Positionierung im internationalen Snack-Geschäft stärkte. 2017 wurde „RXBAR“, ein Hersteller von Ernährungsriegeln, für 600 Millionen US-Dollar übernommen.

Vor wenigen Tagen (21.06.2022) hat Kellogg’s dann überraschend angekündigt, eine Portfolio-Transformationen einzuleiten, indem es sich von zwei Geschäftsbereichen trennt. Nach der Kapitalmaßnahme werden fortan drei eigenständige Unternehmen börsengelistet sein.

Drei neue Unternehmen

Die neuen Namen der Spin-Offs wurden noch nicht bestimmt, allerdings werden sie im Pressebericht mit Übergangsnamen vorgestellt. Die Geschäftseinheit „Global Snacking Co.“ soll sich einerseits auf die internationalen Märkte für Snacks, sowie Cerealien und Nudeln konzentrieren, wobei das Segment Tiefkühlfrühstück in Nordamerika auch dazugehört. Gemäß Unternehmensangaben hat diese Geschäftseinheit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 11,4 Milliarden und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 2 Milliarden US-Dollar verbuchen können. Kellogg’s CEO Steve Cahillane wird den CEO-Posten dieser Einheit einnehmen.

Auf den Nordamerikanischen Markt konzentriert sich die zweite der drei Aufspaltungen „North America Cereal Co.“ und bietet Cerealien in den USA, Kanada und der Karibik an. Dieser Bereich steuerte letztes Jahr 2,4 Milliarden US-Dollar zum Konzernumsatz und 250 Millionen US-Dollar EBITDA bei. Primär sollen die Margen und Marktanteile wiederhergestellt werden, die 2021 durch Lieferengpässe beeinträchtigt wurden. Längerfristig wird eine Erhöhung der Margen und eine verbesserte Rendite auf das investierte Kapital in Aussicht gestellt.

Deutlich kleiner ist die dritte Geschäftseinheit „Plant Co.“. Diese beschäftigt sich mit pflanzlichen Lebensmitteln und fokussiert sich auf Endmärkte in Nordamerika. Im letzten Jahr trug die Einheit Plant Co. 340 Millionen zum Konzernumsatz und 50 Millionen zum EBITDA bei. Zunächst soll das Geschäft in Nordamerika weiterentwickelt werden, bevor in naher Zukunft die internationale Expansion erfolgen soll.

Nach der erfolgreichen Kapitalmaßnahme wird Global Snacking mit einem Umsatzanteil von knapp 77 Prozent die größte der drei neuen Unternehmen bilden. North America Cereal umfasst 16 Prozent und Plant Co. knapp 2 Prozent der Umsätze.

CEO Steve Cahillane begründet die Neuausrichtung mit der Geschäftsentwicklung über die letzten Jahre. So hat Kellogg’s neue geografische Märkte erschlossen und den Fokus auf Wachstumsgeschäfte gelegt, letzteres besonders im Snack Geschäft. Durch Übernahmen und Partnerschaften wurde die Marktposition in Schwellenländern ausgeweitet und das Snack Geschäft durch Übernahmen und Veräußerungen gestärkt. Aufgrund der erfolgreichen Umsetzung dieser Initiativen erachtet der Konzern es als sinnvoll, die einzelnen Geschäftseinheiten als eigenständige Unternehmen fortzuführen, damit diese ihre eigenen strategischen Prioritäten verfolgen können.

Kellogg’s Aktionäre sollen Aktien der neu geschaffenen North America Cereal Co. und Plant Co. erhalten. Nach bisherigem Stand (Juni, 2022) sollen beide Spin-Offs bis Ende 2023 durchgeführt sein.

Konkurrenz reiht sich ein

Im Nahrungsmittelsektor findet eine solche Abspaltung nicht zum ersten Mal statt. Ebenfalls in den USA hat sich „Kraft Foods“ 2011 in zwei börsennotierte Unternehmen aufgeteilt: Mondelez International und Kraft Foods. Mondelez ist im Snack-Geschäft positioniert und erwirtschaftete 2021 einen Umsatz in der Höhe von fast 29 Milliarden US-Dollar. Kraft Foods ist dagegen ein Lebensmittelkonzern und ist 2015 mit „Heinz“ zu „Kraft Heinz Company“ fusioniert worden.

 

Besonders im Markt für Riegel scheint die Konkurrenz intensiver zu werden. Mondelez hatte letzte Woche (KW 25, 2022) die Übernahme des Energieriegelherstellers „Clif Bar & Co.“ für mindestens 2,9 Milliarden US-Dollar angekündigt. Auch die sich im Privatbesitz befindliche „Mars Incorporated“ hat mit „KIND“ einen zusätzlichen Riegelhersteller ins Portfolio aufgenommen. Kellogg’s ist mit RXBAR auch in diesem Segment aktiv und wird sich neben anderen Großkonzernen behaupten müssen.

Fazit

Kellogg’s beabsichtigt, sich in drei neue Unternehmen zu teilen. Das internationale Snack-Geschäft ist umsatztechnisch am größten und hat sich in der Vergangenheit als wachstumsstark erwiesen. Das nordamerikanische Cerealien-Geschäft sowie die pflanzenbasierte Sparte sollen durch die Abspaltung ihre Ressourcen besser nutzen und ihre jeweiligen Prioritäten besser verfolgen können.

 

 

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