Rund 100 Mitglieder Jungen Industrie NÖ/Bgld diskutierten u.a. mit Flughafen-Chef Dr. Günther Ofner und Ex-Vizekanzler Dr. Erhard Busek die Folgen von nicht getroffenen Entscheidungen.

Wien (OTS) - „Die niederösterreichische Landtagswahl ist entschieden, jetzt geht es darum, dass auf diese Entscheidung auch Taten folgen“, so Mag. (FH) Matthias Unger, Vorsitzender der Jungen Industrie Niederösterreich/Burgenland (JI NÖ/Bgld), bei der Eröffnung des „Tag der Entscheidung“ am 31. Jänner im Haus der Industrie. Ziel der Veranstaltung war es, unter dem Motto „Nein zum Jein“ die fatalen Folgen zu diskutieren, die entstehen, wenn politische, aber auch wirtschaftliche Entscheidungen nicht getroffen oder zu lange aufgeschoben werden.

Als erster Keynote-Speaker erläuterte Dr. Günther Ofner, Vorstandsmitglied der Flughafen Wien AG, seinen Zugang zu diesem Thema: „Im Vorjahr haben wir bei der Diskussion rund um die Dritte Piste gesehen, was passieren kann, wenn Entscheidungen zu lange brauchen und dann auch noch revidiert werden. Nicht nur, dass der Flughafen mit hohen Verfahrenskosten konfrontiert ist, es entstand auch ein Schaden für den gesamten Wirtschaftsstandort. Immerhin waren die Unternehmen verunsichert, ob es in Österreich überhaupt noch so etwas wie eine Rechtssicherheit für große Investitionsprojekte gibt“, so Ofner.

Keynote-Speaker Dr. Erhard Busek, Vorsitzender des Instituts für den Donau-raum und Mitteleuropa, ging in seiner Rede unter anderem auf wichtige außenpolitische Entscheidungen während seiner Amtszeit als Vizekanzler ein. „Österreichs Entscheidung, der EU beizutreten, hat uns enorme Chancen eingebracht. Dass wir uns nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und durch den EU-Beitrittsprozess geöffnet haben, hat uns bedeutend verändert. Wir haben aber noch lange nicht alle Chancen durch die EU genutzt. Wir müssten zum Beispiel unsere Rolle als Brückenbauer zu den Nachbarländern in Ost- und Südeuropa viel stärker wahrnehmen“, so Busek.

ZT: JI NÖ/Bgld spricht sich gegen Schein-Reformen und Jein-Sager aus

Dass in der Politik oftmals der Mut zu Entscheidungen fehlt, zeigen aus Sicht der Jungen Industrie etwa eine zu schwache Steuerreform oder die längst ausständige Reform des Pensionssystems, die mehr Fairness für die jüngeren Generationen bieten muss. „In der Unternehmensführung zählt das Treffen von Entscheidungen zu den wichtigsten Aufgaben. Wenn man gut führt, gibt das den Mitarbeitern auch Sicherheit und Vertrauen. Als Junge Industrie fordern wir vor allem von der Politik ein ,Nein zum Jein‘. Es ist höchste Zeit, sich gegen Anlassgesetzgebung und Interessensabtausch zu entscheiden, damit Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer, aber auch alle Beschäftigten wieder mehr Vertrauen in unseren Wirtschaftsstandort haben“, so Unger.

ZT: 9 Gesprächspanels zu je 3 Runden

Zusätzlich zu den beiden Keynotes hatten die Mitglieder der Jungen Industrie Niederösterreich/Burgenland auch die Chance, das Thema Entscheidungsfindung bei insgesamt neun Panel-Gesprächen zu diskutieren. Neben den beiden Keynote-Speakern Dr. Günther Ofner und Dr. Erhard Busek standen folgende Expertinnen und Experten für jeweils drei Diskussionsrunden zur Verfügung: Daniel Auer (Gründer von Start-Ups wie CNC-Monster und Sweed Power), Dr. Eduard Brandstätter (Universitätsprofessor an der JKU Linz, Forschungsschwerpunkte u.a.: Wirtschaftspsychologie und Entscheidungen unter Risiko), NEOS-Abgeordnete Claudia Gamon, MSc, Dr. Valerie Hackl (Vorstandsmitglied der ÖBB Personenverkehrs AG), Dr. Erich Kirchler (Professor an der Universität Wien, Forschungsschwerpunkt u.a.: ökonomische Entscheidungen unter Unsicherheit), Nina Schnider (Geschäftsführerin der Plattform „Österreich entscheidet“) und Gerhard Zadrobilek (ehemaliger Radprofi, heute Wirtschaftscoach und Rinderzüchter).

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Club Alpbach Niederösterreich statt sowie mit freundlicher Unterstützung durch die ERBER GROUP.

Über die Junge Industrie
Die Junge Industrie ist eine politisch unabhängige Interessenvertretung und Netzwerkeinrichtung von Nachwuchs-Führungskräften. Die Mitglieder sind vorwiegend Führungskräfte aus der Industrie bzw. dem industrienahen Dienstleistungsbereich im Alter von 18 bis 40 Jahren. Österreichweit zählt die Junge Industrie über 1.300 Mitglieder, in Niederösterreich und dem Burgenland rund 140. Weitere In-formationen:
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