Netflix (WKN: 552484) und Walt Disney (WKN: 855686) sind im Streaming-Markt natürlich Konkurrenten. Die Investoren schauen stets darauf, wie die Performance und die Abonnentenzahlen sich entwickeln. Es geht um nichts weniger als die Marktführerschaft. Wobei es zwischen den beiden Flaggschiff-Diensten doch noch etwas Luft gibt.

Aber es gibt Unterschiede zwischen Walt Disney und Netflix. Alleine die Entstehungsgeschichte und die operativen Ausrichtungen sind verschieden. Hinter dem bisherigen Streaming-Platzhirsch steckt schließlich so etwas wie ein Pure-Play-Streaming-Konzern. Der Medien- und Unterhaltungskonzern tendierte hingegen in diesen Markt, weil man über so viel Content verfügt, der historisch gewachsen ist.

Im Rahmen der aktuellen Quartalsberichtssaison überraschte Netflix mit solider als gedachten Zahlen. Und ohrfeigte Walt Disney mit einer Aussage im Zahlenwerk. Zwar indirekt, aber eigentlich doch mit einem sehr deutlichen Bezug.

Die verteilte Ohrfeige von Netflix an Walt Disney

Natürlich ist Netflix stets bemüht, die eigenen Vorzüge im Geschäftsmodell zu betonen. So ist das jetzt auch im Zahlenwerk für das zweite Quartal und der Kommentierung passiert. Teilweise auf Kosten von Walt Disney, die diese Aussage wohl sehr stark aufzeigt:

Als reines Streaming-Unternehmen sind wir auch nicht durch alte Einnahmequellen vorbelastet. Diese Freiheit bedeutet, dass wir große Kinofilme direkt auf Netflix anbieten können, ohne längere oder exklusive Kinoprogramme zu benötigen, und das Mitgliedern die Möglichkeit gibt, TV-Serien zu schauen, ohne jede Woche auf eine neue Folge warten zu müssen. Dieser Fokus auf Wahlmöglichkeiten und Kontrolle für Mitglieder beeinflusst alle Aspekte unserer Strategie und schafft das, was wir einen bedeutenden langfristigen Geschäftsvorteil nennen.

Die Übersetzung kommt übrigens von mir. Aber wo ist der Bezug zu Walt Disney? Einfach gesagt: Netflix skizziert hier eigentlich die Entstehungsgeschichte des US-Konzerns und geht darauf ein, dass der Medien- und Freizeitriese ursprünglich eben auch mal Formate für die Kinoleinwand produzierte. Und teilweise eben immer noch produziert. Was das Bereitstellen von Content angeht, gibt es hier noch gewisse Spielregeln und andere Dinge, die man zu bedienen hat. Der Fokus liegt eben nicht nur auf dem Streaming-Dienst Disney+. Das liegt eben auch am früheren Geschäft.

Ohne Walt Disney zu nennen, spricht Netflix daher davon, dass es einen Nachteil in der operativen Ausrichtung bei anderen gibt. Und stellt dabei einen ziemlich direkten Bezug her, wie ich finde. Aber ist die Argumentation denn in sich schlüssig?

Es ist … eine Tatsache

Netflix verweist natürlich darauf, dass Walt Disney auch andere Verpflichtungen hat. Aber Content über verschiedene Wege zu monetarisieren kann auch einen Vorteil darstellen. Im Endeffekt konkurrieren die Inhalte intern damit, ob man sie an Kinos gibt. Oder direkt für die eigenen Zuschauer in den Streaming-Diensten bereitstellt. Das kann in Zukunft ebenfalls ein relevanter Wettbewerbsvorteil sein, wenn es um das Verhandeln darüber geht, wo Inhalte veröffentlicht werden.

Gleichzeitig produziert Walt Disney so viele und so starke Inhalte, dass für beide Ausrichtungen genügend vorhanden ist. Quersubventionen innerhalb des Konzerns erscheinen möglich. Im Vergleich zu Netflix werte ich das ebenfalls als Vorteil.

Vorzüge mögen auf beiden Seiten vorhanden sein, im Endeffekt gilt es für uns als Investoren, das beste Gesamtpaket zu identifizieren. Aber die Kernaussage der Ohrfeige teile ich lediglich in einem begrenzten Umfang.

Der Artikel Hast du das gehört, Walt Disney? Netflix‘ Ohrfeige ist fast nicht zu ignorieren! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von Netflix und Walt Disney. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix und Walt Disney und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2024 $145 Call auf Walt Disney und Short January 2024 $155 Call auf Walt Disney.

Motley Fool Deutschland 2022