Nach knapp einem Jahr soll der Prozess um das A4-Flüchtlingsdrama am Gericht im südungarischen Kecskemet am Donnerstag abgeschlossen werden. Für 13.00 Uhr hat Richter Janos Jadi die Urteilsverkündung angesetzt. Staatsanwalt Gabor Schmidt hatte in seinem Schlussplädoyer lebenslange Haft für die vier Hauptangeklagten gefordert, für drei von ihnen ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung.


Die Angeklagten baten in ihren Schlussworten am Dienstag hingegen um milde Urteile. Insgesamt sind 14 Personen beschuldigt. Sie sollen Schuld am Erstickungstod von 71 Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und dem Irak sein. Die Verhandlungseröffnung war am 21. Juni 2017. Drei der Angeklagten sind noch auf der Flucht.


Die 71 Leichen waren Ende August 2015 in einem bei Parndorf im Burgenland abgestellten Lkw entdeckt worden. Die Migranten, unter ihnen vier Kinder, sind allerdings auf ungarischem Staatsgebiet verstorben.