Chinas Preishaltung kontrastiert mit globalen Trends

Während der wichtige chinesische Produzent Shagang seine Preise für Bewehrungsstahl und Walzdraht stabil hält, zeigen andere asiatische Märkte wie Vietnam steigende Tendenzen. Die Behörden in Lao Cai intensivieren dort die Marktbeobachtung, um Spekulationen einzudämmen.

Doch die vermeintliche Ruhe trügt: Chinas Futures-Märkte für Betonstahl notieren nahe Mehrmonatstiefs – ein deutliches Signal gedämpfter Nachfrageerwartungen. Der schwache Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im April unterstreicht diese Entwicklung. Seit Jahresbeginn haben die Stahlpreise auf Basis von CFD-Kontrakten kontinuierlich nachgegeben.

Angebotssituation bleibt angespannt

In Europa halten Produktionskürzungen wie im Werk Riva Henningsdorf das Angebot knapp und stützen so die Preise – trotz nur zögerlich anziehender Baukonjunktur. In China diskutiert die Branche über mögliche Produktionskürzungen, was bereits Druck auf die Eisenerzpreise ausübt. Doch die Rohstahlproduktion zeigt sich vorerst robust.

Auf der Nachfrageseite dominieren globale Zurückhaltung und regionale Schwächen. Europas Bauindustrie kämpft weiter mit schwierigen Bedingungen, während Chinas Immobilienkrise und die gedämpfte Industrieproduktion die Stahlnachfrage belasten. Die abgeschlossene Vorratsbeschaffung vor den Feiertagen dämpft die aktuelle Nachfrage zusätzlich.