Kategorie:Zertifikate

Aus Börse Express - Das Finanz- und Wirtschaftswiki zum Marktplatz Wien

(Weitergeleitet von Zertifikate)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

Zertifikate bilden die Wertentwicklung bestimmter Wertpapiere oder Finanzprodukte wie Indizes ab. Der Käufer erwirbt mit Zertifikaten keinen Anteil an einem Portfolio, sondern eine Schuldverschreibung des Emittenten. Man kann sagen Zertifikate sind so genannte Inhaberschuldverschreibungen, also eine besondere Form der Anleihe. Die Ausgestaltung eines Zertifikates kann sehr unterschiedlich sein und erklärt die beeindruckende Vielfalt und Innovationskraft dieser Anlageform. Das Spektrum reicht von einfachen Index-Zertifikaten über Bonus-Zertifikate bis hin zu Garantie-Zertifikaten. Vorteilhaft ist vor allem, dass man sowohl an steigenden als auch an fallenden Kursen verdienen kann, denn bis zu einem gewissen Punkt gewinnen gewisse Zertifikate (zB TWIN-WIN-Zertifikate) bei Fälligkeit auch bei fallenden Notierungen an Wert.

Die Vielzahl der Produkttypen und Ausgestaltungsmöglichkeiten erlaubt eine maßgeschneiderte Geldanlage, ausgerichtet auf die individuellen Sicherheits- und Rendite-Bedürfnisse des Anlegers. Wie bei der Geldanlage insgesamt ist die Kombination und der Mix der Produkte für ein ausgewogenes Portfolio überaus entscheidend: Anleger sollten daher durchaus verschiedene Produkte und Basiswerte in ihrem Portfolio vereinen.

Grundsätzlich werden beim Zertifikat, anders als bei Aktien, keine Dividenden ausgezahlt. Diese werden dazu verwendet, das Auszahlungsprofil des Zertifikats zu optimieren. Wichtig zu beachten ist bei der Zertifikateauswahl das Fremdwährungsrisiko, das meist schon durch eine Quanto-Funktion minimiert bzw. ausgeschalten werden kann.


Allgemein

Zertifikate erfreuen sich in Österreich wie auch international zunehmender Beliebtheit. Immer mehr Anleger erkennen die Vorteile dieses vergleichsweise jungen, aber höchst innovativen Anlageinstruments. Zertifikate ermöglichen, risikooptimiert an der Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Instruments wie Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Fremdwährungen zu partizipieren, und sind auch aufgrund ihrer Flexibilität für den langfristigen Vermögensaufbau optimal geeignet.

Im Ergebnis können Zertifikate sehr konservative, aber auch sehr riskante Papiere sein. Diese Vielfalt, verbunden mit der bisher fehlenden Standardisierung von Bezeichnungen, erfordert vom Anleger eine eingehende Beschäftigung mit dem Thema und mit den konkreten Konditionen der ihn interessierenden Papiere.


Vorteile von Zertifikaten

  • Vielfältig

Die hohe Innovationskraft von Zertifikaten zeigt die unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichen Produkten. Anleger können auf steigende, seitwärts tendierende und sogar auf fallende Märkte setzen – und natürlich auf die verschiedensten zugrunde liegenden Werte: Aktien, Anleihen, Indices, Währungen oder Rohstoffe.

  • Chancenreich

Ein wesentlicher Vorteil von Zertifikaten besteht darin, dass bereits mit kleinen Beträgen in Märkte investiert werden kann, und zwar transparent und kostengünstig. Je nach dem persönlichen Sicherheits- und Risikobedürfnis können Anleger ihre Ertragschancen selbst bestimmen und ihr Verlustrisiko begrenzen.

  • Flexibel und transparent

Zertifikate sind flexibel, weil sie prinzipiell jederzeit gehandelt, also ge- und verkauft werden können. Wie bei Aktien erfolgt die Kursstellung der Produkte kontinuierlich, denn die Emittenten stellen für ihre Produkte laufend Geld- und Briefkurse. Zertifikate werden an den wichtigsten Börseplätzen wie z. B. an der Wiener Börse, an der EUWAX in Stuttgart sowie an der Börse Frankfurt Smart Trading gehandelt. Dies sorgt wiederum für Transparenz bei der Wertentwicklung.

  • Individuell

Die Vielfalt und die unterschiedlichste Ausgestaltungsweise von Zertifikaten erlauben eine individuelle und maßgeschneiderte Veranlagung – je nach den persönlichen Anlage-, Risiko- und Renditebedürfnissen des Anlegers.

Unterschieden werden vor allem Anlagezertifikate und Hebelzertifikate


Handel von Zertifikaten

Zertifikate werden an der Wiener Börse vom Emittenten betreut, d. h., es werden regelmäßig verbindliche Kauf- und Verkaufspreise (Quotes) in das Handelssystem gestellt. Dies sorgt für ausreichende Liquidität im Markt. Folgende Regeln sollte der Investor bei der Ordererteilung beachten:

  • Limit Order

Kauf- bzw. Verkauf-Limits sollten immer angegeben werden. Damit werden starke Kursschwankungen und ungewollte Preise vermieden.

  • Market Order (Bestens-Order)

Bestens-Orders sollten vermieden werden. Bei diesem Ordertyp kauft oder verkauft der Anleger um jeden Preis. Hier können Ausführungen zu Preisen erfolgen, die vom Investor unter Umständen nicht gewollt sind.

  • Stop Order

Stop Orders sollten vermieden werden. Stop Orders werden nur dann ausgelöst, wenn nach Erreichen des Stop Limits tatsächlich ein Börsegeschäft stattgefunden hat. Dies kann dazu führen, dass Stop Orders erst zu einem Zeitpunkt ausgelöst werden, zu dem bereits eine erhebliche Bewegung des Marktes erfolgt ist. Vor allem bei Zertifikaten mit geringer Liquidität kann es passieren, dass Stop Orders nicht rechtzeitig ausgelöst werden.

Bei in Stück notierten Zertifikaten können sämtliche Ordergrößen gehandelt werden (Round Lot = 1). Bei in Prozent notierten Zertifikaten ist die kleinste handelbare Ordergröße von der Mindestnominale abhängig.

Nachfolgend finden Sie weitere Beiträge zum Thema Zertifikate:

Persönliche Werkzeuge